Mehr Badegäste dank langer Hitzeperiode

Autor
Julia Heiri

Die Badis in der Region Schaffhausen verzeichnen dank der Hitzewelle eine Zunahme bei den Gästezahlen. Der schlechte Saisonstart macht sich aber trotzdem bemerkbar.

Das Pächterpaar der Badi Langwiesen, Vera Strauss und Patrick Rähmi, auf der neuen saisonerprobten Terrasse. Bild: Selwyn Hoffmann

Es ist Anfang September, und die kalten Nächte zeugen bereits vom nahenden Herbst. Am eidgenössischen Bettag, dem 16. September, geht für die meisten Badis in der Region eine sehr gute Saison zu Ende.

Die im Juni eingeweihte, frisch umgebaute Badi Langwiesen beispielsweise hat einen erfreulichen Neustart zu verbuchen. «Wir haben in allen Bereichen mehr Umsatz gemacht als im Vorjahr: Badi, Camping, Gastronomie», freut sich Pächter Patrick Rähmi. Grund dafür sei die lang anhaltende Schönwetterperiode der letzten Monate. Seit Saisonbeginn Mitte April bis Ende August hätten sie allein bei den Badieintritten bereits 20 Prozent mehr verkauft als im Sommer 2017. Die Langwieser Badi schliesst am 19. September, der dazugehörige Campingplatz Mitte Oktober. Das Pächterpaar geniesst die ruhigere Zeit, die jetzt angebrochen ist, sagt aber: «Wir konnten die neue Anlage testen und schauen, wie alles funktioniert, wenn viel los ist, das war sehr praktisch.»

Täglich über 2000 Gäste

Ueli Jäger, Geschäftsführer der KSS, erwartet eine Steigerung des Umsatzes von 2 bis 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Mai und Juni sei die Saison zwar schlechter angelaufen als 2017, ab Juli bis Mitte August sei es dann aber um 30 Prozent besser gelaufen als in der Vorjahresperiode. Die Hitzewelle habe nicht nur dazu geführt, dass der Glacelastwagen täglich habe vorfahren müssen, auch für die Mitarbeitenden sei es eine intensive Zeit gewesen mit täglich über 2000 Gästen. Aufgrund der vielen Arbeit mussten beispielsweise die Pensen der Teilzeitangestellten in den Gastronomiebetrieben der KSS stark erhöht werden.

«Wir haben in ­allen Bereichen mehr Umsatz gemacht als im Vorjahr: Badi, Camping, Gastronomie.»

Patrick Rähmi, Pächter Badi Langwiesen

Die Gastronomie hat auch in der Schaffhauser Rhybadi zugelegt. Dies dank einer Erweiterung der Essensauswahl in Zusammenarbeit mit dem neu eingestellten Küchenchef. «Das neue Angebot hat bei den Gästen guten Anklang gefunden», freut sich Luca Padovan vom Pächterteam. Obwohl die genauen Zahlen erst nach Saisonende ausgewertet würden, sei die Saison generell sehr gut gewesen und auf die Eintritte bezogen noch besser als 2017. Die Hitzewelle habe dazu geführt, dass die Gäste die verschiedenen Angebote während der etwas küh- leren Abendstunden rege genutzt hätten. Ebenfalls aufgrund der Hitze sei das ­Algenwachstum stärker gewesen, was zu ­etwas mehr Arbeit im Unterhalt geführt habe. Probleme mit toten Fischen gab es laut Padovan jedoch kaum. «Es hatte schon ein paar wenige», sagt er – aber die meisten seien aussen am Kastenbad vorbeigetrieben.

Blaues Wasser versus Naturbad

Das Neuhauser Freibad Otterstall hatte, so Bademeister Axel Stock, einen ähnlich guten Sommer wie letztes Jahr. Die Gäste bedauerten einzig das Feuer- und damit das Grillverbot. Besonders gefreut hätten sich die Leute über die neu bemalten Betonelemente am Beckenrand – eine Lehrlingsarbeit des Malerbetriebs Tröndle in Neuhausen. Und noch etwas ist Axel Stock zu Ohren gekommen: «Wir haben immer einige Gäste aus Beringen, die extra zu uns kommen, weil ihnen das neue Naturbad Mühe bereitet.»

Die Gwaagge-Badi in Beringen wird seit 2014 als Naturbad betrieben, mit natürlicher Wasserreinigung ohne den Einsatz von Chlor. Hansruedi Schuler, Gemeindepräsident von Beringen, ist es nicht unbekannt, dass manche Beringer Badegäste das Naturbad seit dem Umbau meiden und stattdessen lieber nach Neuhausen oder Neunkirch ausweichen. «Wir haben dafür viele neue Gäste gewonnen, die extra wegen der besonderen Wasserqualität zu uns kommen», so Schuler. Insgesamt könne die Badi Beringen auf ein gutes Jahr zurückblicken. Seit Ende der Hitzewelle habe es jedoch weniger Gäste. «Wahrscheinlich haben sich die Leute so an die hohen Temperaturen gewöhnt, dass sie jetzt bei normal schönem Wetter lieber zu Hause bleiben.»

In Thayngen hat die Badi Büte bereits seit dem letzten Wochenende geschlossen. Laut Oliver von Ow, Leiter Bauamt und damit Zuständiger für das Freibad, hat die Badi Büte leicht über Budget abgeschlossen und damit ähnlich gut wie bereits im Sommer 2017. Die Hitze habe den Betreibern mehr Arbeit beschert, nicht nur durch die vielen Gäste, sondern auch, weil die erhöhte Sonneneinstrahlung die Wassertemperatur zeitweise bis über 26 Grad habe ansteigen lassen. «Ab dieser Temperatur fühlen sich Bakterien wohler, und es muss etwas mehr Aufwand betrieben werden, um die Badewasserqualität zu gewährleisten.» Das habe aber einwandfrei funktioniert, und die Wasserwerte seien konstant zwischen sehr gut und gut eingestuft worden.

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