Das Busnetz in Herblingen wird dichter

Autor
Daniel Jung

Die Stadt plant die Erweiterung des VBSH-Liniennetzes in Herblingen. Die Einführung ist auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2018 hin ­vorgesehen.

Der Stadtteil Herblingen wächst. «Speziell die Entwicklung im Herblingertal mit der S-Bahn-Station und den verschiedenen Ansiedlungen hat sich in letzter Zeit beschleunigt», sagt Finanzreferent Daniel Preisig. Schon länger werde ein Ausbau des ÖV geprüft. Nun reagiert die Stadt auf die Dynamik im Herblingertal und plant den Ausbau des Netzes der Verkehrsbetriebe Schaffhausen (VBSH). «Die Situation ist jetzt so, dass wir bis zur Einführung mit einem ausgewiesenen Bedarf rechnen können», sagt Preisig. Konkret sind gemäss Mitteilung der Stadt folgende drei Schritte vorgesehen:

 

Die Linie 5 in Richtung Herblingen wird bis zur neuen Endhaltestelle Gründliacker verlängert, wo ein Buswendeplatz vorgesehen ist. Zwei neue Unterwegshaltestellen Unterdorf und Berghaldenweg sind geplant. Die Haltestelle Hirschen wird aufgehoben. «Mit der Verlängerung der Linie 5 wird das Quartier Trenschen optimal an das VBSH-Netz angebunden», schreibt die Stadt.

 

Die neue Linie 9 verbindet den Ebnat mit Herblingen und bindet dabei das Industriegebiet, den Bahnhof Herblingen und das neue Stadion an. Die Stadt erklärt: «Mit der Linie 9 wird der Entwicklungsschwerpunkt Herblingertal bedarfsgerecht mit dem ÖV erschlossen.» Die Einkaufszentren in Herblingen können neu ohne Umwegfahrt vom Niklausen-Quartier aus erreicht werden. Auch wird so das neue UBS Solution Center an die S-Bahn-Haltestelle Herblingen angebunden. Der Kinobus bleibt unverändert bestehen – als verkürzte Linie 9.

 

Die Linie 6 verkehrt neu nur noch bis Falkeneck. Von dort kann man direkt auf die Linien mit 5 und 24 umsteigen. Mit der so verkürzten Linie 6 kann zu einem späteren Zeitpunkt ab Dachsen­büel im Y-Betrieb auch ins Neubaugebiet Pantli gefahren werden. Ab wann diese Variante realisiert wird, hängt von der Realisierung der privaten Bauprojekte ab. «Mit dem neuen Konzept wird aber dafür die Kompatibilität hergestellt», erklärt Preisig. Mit der verkürzten Linie 6 sind künftig beide Arme der Y-Linie gleich lang.

Für die Umsetzung dieses Konzeptes wurde eine Projektorganisation unter der Leitung von Martin Gugolz, Leiter Betrieb der VBSH, eingesetzt. Weitere Teammitglieder sind Mitarbeitende aus dem Tiefbauamt, der Stadtplanung, der Abteilung Immobilien und der VBSH. Die Anliegen des Quartiervereins Herblingen sind in das Konzept eingeflossen. Die Mitglieder des Quartiervereins wurden gestern Abend auch als Erste über die Pläne ins Bild gesetzt: Finanzreferent Preisig und Projektleiter Gugolz informierten im Anschluss an die Generalversammlung des Quartiervereins Herblingen über die geplante Erweiterung des ­Liniennetzes in Herblingen.

Neue Haltestellen und Busse

Im Rahmen der Umsetzung sind unter anderem verschiedene Infrastrukturbauten wie Haltestellen, Bushäuschen, ein Buswendeplatz und Haltekanten, eine Umzonung für den ­Buswendeplatz und die Beschaffung zusätzlicher Busse notwendig.

Der Stadtrat wird dem Parlament dazu im April eine Vorlage unterbreiten. Zuvor erfolgt die Vorberatung der Liniennetzerweiterung in der Verwaltungskommission der VBSH.

Zum künftigen Takt der neuen ­Linien sagt Preisig: «Grundsätzlich möchten wir auf dem gesamten VBSH-Netz eine einheitliche Erschliessungsqualität.» Dies sei wichtig für die Gleich­behandlung der Quartiere. Weniger engmaschig wird der Fahrplan eventuell bei der Linie 9 durch das ­Industriegebiet.

Einführung im Dezember 2018

Die mit dem Ausbau verbundenen Kosten wurden gestern noch nicht ­kommuniziert. «Der Ausbau des Linien­netzes benötigt einerseits Infrastrukturmassnahmen, verursacht andererseits aber auch wiederkehrende ­Mehrkosten», sagt Preisig. Klar ist aber, dass die Kosten vom Volk bewilligt werden müssen. Eine Volksabstimmung ist ­daher im November 2017 vorgesehen. Die Einführung des neuen Konzeptes ist dann auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2018 hin geplant.

Die letzte grosse Linienerweiterung der VBSH liegt schon 25 Jahre ­zurück. 1992 wurden die Buslinien via Bahnhof jeweils mit einem Gegenast verknüpft. Seither wurden verschiedene kleinere Optimierungen vorgenommen, zuletzt im Merishausertal mit der Endhaltestelle vor dem neuen Produktionsgebäude der IWC.

Beitrag Radio Munot

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