Gleichstellung – ein immer noch sehr aktuelles Thema

Autor
Schaffhauser N…

Erst vor 46 Jahren wurde das Schweizer Frauenstimmrecht angenommen. Fabienne Ritzmann zeigt in ihrer Arbeit, was sich seither verändert hat.

Heute eine Selbstverständlichkeit: das Frauenstimmrecht. Das war nicht immer so. Fabienne Ritzmann hat sich damit in ihrer Maturaarbeit auseinandergesetzt. Bild: Clio Zubler

Abschlussarbeiten 2017 – Teil 2

Wie es zur Annahme des Frauenstimmrecht

Von Clio Zubler

«Die Schweiz war eines der allerletzten Länder in Europa, das das Frauenstimmrecht annahm», sagt Fabienne Ritzmann. «Mir war nicht bewusst, wie viele Frauen dazumal entweder dagegen waren oder sich einfach nicht dafür interessierten.» Das fand die Maturandin bei ersten Recherchearbeiten heraus. So entwickelte sie nach und nach die Leitfrage ihrer Untersuchung. In ihrer Maturaarbeit setzt sie sich damit auseinander, wie sich die politische, die wirtschaftliche und die gesellschaftliche Position der Frauen in der Schweiz seit der Annahme des Frauenstimmrechtes 1971 verändert hat. Ihre Arbeit ist in zwei Teile gegliedert. «Im ersten Teil zeige ich, wie die Position und das Bild der Frau vor 1971 war.» Sie beschreibt, wie es zum Frauenstimmrecht kam und erklärt die politischen und gesellschaftlichen Hürden auf dem Weg dahin. Sie nennt zum Beispiel festgefahrene Rollenbilder, die Angst der Frauen vor Verantwortung und die der Männer vor starken Frauen. Die Überleitung zum zweiten Teil bilden Interviews mit vier Frauen, die Ritzmann zu ihren persönlichen Wahrnehmungen der Geschehnisse von 1971 befragt hat. «Diese Interviews waren sehr spannend für mich», sagt die Schaffhauserin.

Viele positive Veränderungen

Im zweiten, aktuelleren Teil zeigt Ritzmann auf, was sich seit der Abstimmung von 1971 geändert hat. So wurden beispielsweise wichtige Gesetze wie 1981 der Gleichstellungsartikel, 1988 das neue Eherecht und schliesslich 2004 die Mutterschaftsversicherung angenommen und teilsweise auch von Frauen initiiert. Des Weiteren sind heute 47 Prozent der Hochschulabsolventen Frauen.

Noch nicht am Ziel

«Trotz allem ist die Situation noch nicht perfekt», meint Ritzmann. In den meisten Haushalten erledige die Frau immer noch mehr von der Hausarbeit als der Mann. Es sei weiterhin etwas Spezielles, wenn eine Frau Chefin sei. Denn obwohl Frauen oft gleich qualifiziert sind wie Männer, sind schweizweit nur 35 Prozent der Arbeitnehmenden in Unternehmungsleitungen oder in Vorgesetztenfunktionen Frauen. In den zehn grössten Unternehmungen der Schweiz beträgt der Frauenanteil in der Chefetage gar nur zehn Prozent.

«Es sollte mehr Teilzeitstellen geben, für Männer wie für Frauen», meint die Kantonsschülerin. Auch Krippenplätze sollte es mehr und günstigere geben. Ritzmann ist überzeugt, dass es so einfacher wäre, Familie und Beruf zu vereinbaren, was zur Gleichstellung der Frauen in der Arbeitswelt beitragen könnte.

 

Zur Person Fabienne Ritzmann

Alter: 18 Jahre

Wohnort: Schaffhausen

Nach der Matura: Eventuell ein Geschichtsstudium oder ein Zwischenjahr

Titel der Maturaarbeit: Frauenstimmrecht! – Und wie weiter?

Fachbereich: Geschichte

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