Wie Familien über die Festtage gemeinsam auf ihre Kosten kommen – oder auch nicht
Eltern sollen über die Festtage nicht nur organisieren, schleppen und vermitteln, sie dürfen auch Spass haben. Doch wer Kinder hat, weiss: Ausflüge verlaufen selten so, wie man sie plant. Hier finden Sie ein paar Ideen, damit die ganze Familie etwas vom Advent hat.
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Mal wollen sie getragen werden, mal plötzlich nach Hause, und nicht selten sorgt ein spontaner Wutausbruch für zusätzliche Weihnachtsstimmung – es geht um unseren Nachwuchs. Flexibilität hilft, ein Glühwein kann für Eltern beruhigend wirken. Aber eigentlich braucht es vor allem Gelassenheit. Manchmal hilft auch eine gute Planung. Deshalb hier einige Tipps für Aktivitäten, die in der Praxis immerhin schon gelegentlich erstaunlich gut funktioniert haben.
1. Astronomie entdecken im Planetarium Schaffhausen
Jeden Sonntagnachmittag lädt das Planetarium Schaffhausen zu zwei Familien-Fulldome-Filmen ein. Über den Köpfen spannt sich eine 360-Grad-Kuppel – «man ist mittendrin», sagt Martin Hänggi, Leiter des Planetariums. Insgesamt sieben Produktionen stehen zur Auswahl, vom Trickfilm bis zum wissenschaftlichen Astronomieformat. Sie greifen Themen rund ums Universum auf und bringen Gross und Klein die Planetenwelt näher. Die Filme sollen die gemeinsame Faszination für den Kosmos wecken. Anmeldung über die Homepage www.sternwarte-schaffhausen.ch.
In der Adventszeit läuft der Weihnachtsfilm «Stern von Bethlehem», natürlich ebenfalls auf der 360-Grad-Leinwand. Ab Januar folgt eine neue Produktion, die Dinosaurier mit Astronomie verknüpft. Präsentiert werden die Shows von den Nachwuchsdemonstratoren der Sternwarte, die sich vertieft mit der Himmelskunde auseinandersetzen.
Am Samstagabend stehen öffentliche Vorführungen auf dem Programm. Bei klarem Himmel können Besucherinnen und Besucher durch die grossen Teleskope einen Blick auf Planeten, Sterne und ferne Galaxien werfen. Die Anmeldung läuft ebenfalls über die Website.
2. Abtauchen oder aufs Eis
Warum zu den Sternen greifen, wenn das Bewährte so nahe liegt? Der Freizeitpark auf der Breiti ist ein verlässlicher Klassiker. Für Wasserratten gibt es auch im Winter ein angenehm warmes Becken, und die Wasserrutschbahn, die bereits viele Eltern in ihrer Kindheit genutzt haben, sorgt für Spass. Der KSS-Neubau ist zwar in Planung, doch im Moment kann man noch in Nostalgie schwelgen und darüber diskutieren, welche Rutschtechnik eigentlich die schnellste ist.
Gleich nebenan wartet die eisige Variante, denn auf dem Eisfeld soll das Rutschen ins Gleiten übergehen. Das will geübt sein. Der Eintritt kostet 4 Franken für Kinder und 8 Franken für Erwachsene, die Schlittschuhmiete 7 Franken.
Für alle, die noch nicht ganz standfest sind, lohnt sich der Seehund, ein Kunststofftier, das man über das Eis schiebt. Die Kinder sitzen darauf, die Eltern kommen in Fahrt. Wer müde wird, lässt sich einmal vom Nachwuchs schieben. Das Ganze kostet 3 Franken pro halbe Stunde, was beim Auschecken etwas wehtun kann, wenn die Zeit im Flug vergangen ist. Hinter der Gebühr steckt aber keine Abzocke, versichert KSS-Chef Ueli Jäger: «Wir machen es nicht wegen des Geldes, sondern damit die Seehunde zurückkommen.» Offenbar sind die Tiere heiss begehrt.
Noch sind die Eintrittspreise tief. Ab Januar erhöht sich der Einzeleintritt für Erwachsene von 8 auf 9 Franken und für Kinder von 4 auf 4.50 Franken.
Auch das Rahmenprogramm kann sich sehen lassen. Jeden Samstag steigt von 19 bis 22 Uhr eine Eis-Disco (Am 7. März ist Schluss).
Wer lieber ins Wasser möchte, sollte sich den 6. Dezember vormerken. Beim Adventsschwimmen von 18 bis 21.30 Uhr leuchtet das Hallenbad im Glanz der Weihnachtslichter, die Textilsauna und der Wellnessbereich sind offen – auch für Kinder. Um 19 Uhr schaut der Samichlaus vorbei.
3. Winterzauber in der Märlistadt
Vom 3. Dezember bis 4. Januar verwandelt sich Stein am Rhein in eine Märlistadt. Das Karussell fährt gratis, die Altstadtläden sind weihnachtlich geschmückt.
Der Märliweg erzählt die Geschichte «Der Froschkönig», illustriert in 20 Schaufenstern. Folgen Sie den nummerierten Holzstelen durch die Altstadt. Ideal für Familien, die lieber gemütlich durch ein Städtchen bummeln, statt sich in eine Einkaufshektik zu stürzen.
4. Familien-Theaterluft schnuppern
Wer Lust auf Kultur hat, findet mit «Himmeltunnertoria» ein Familienstück mit lokalem Bezug. Ein Musiktheater von Selina Gerber, basierend auf den Liedern von Dieter Wiesmann. «Für die Kinder ist es neu – für die Eltern eine Zeitreise in die 1970er-Jahre», sagt der Gesamtleiter des Stadttheaters Jens Lampater.
Die Premiere ist am 6. Dezember, weitere Vorstellungen sind bis am 14. Dezember zu sehen.
5. Klettern, Bouldern, Mut tanken
Kinder lieben Klettern und sobald sie die ersten Griffe und Tritte verinnerlicht haben, können auch die Eltern problemlos mitmachen. Der Muskelkater am nächsten Tag gehört dabei fast schon zum Erlebnis.
Beim Bouldern kostet der Eintritt für Kinder bis 16 Jahre 10 Franken, unter Sechsjährige sind in Begleitung gratis. Der eigens gestaltete Kinderbereich bietet Routen von «Eichhörnchen» (leicht) bis «Affen-Level» (schwierig) und sorgt dafür, dass alle gefordert sind, ohne überfordert zu werden.
Wer höher hinaus möchte, wechselt in die Kletterhalle. Nach einer einmaligen 15-minütigen Einführung für 20 Franken können Familien dank Selbstsicherungs- und Top-Stop-Anlagen selbstständig klettern. Der Eintritt kostet für Kinder 10 Franken und für Erwachsene 26 Franken. Achtung, wer zu lange nach oben starrt, riskiert Nackenschmerzen. Pausen einplanen lohnt sich also auch hier.
6. Raus, rauf, herunterschauen
Wer lieber draussen bleibt, findet rund um Schaffhausen zahlreiche kleine Winterabenteuer. Vom Randenturm aus lässt sich die klare Winterluft mit Aussicht geniessen.
Wer etwas Geduld mitbringt, wird bei guten Bedingungen mit einem spektakulären Sonnenuntergang belohnt – Kitschgefahr inklusive. Sobald die ersten Schneeflocken liegen, gibt es in der Nähe auch zahlreiche Schlittelmöglichkeiten. Wenn der Schnee in grösseren Mengen fällt, präpariert sogar ein Team der Langlaufwandergruppe Schaffhausen eine knapp 30 Kilometer lange Loipe.
8. Gewesene Zeiten erleben
Im «Haus zur Gewesenen Zeit» direkt beim Bahnhof Diessenhofen fährt ein Christbaum-Zügli. «Dazu gibt es Öpfel, Nuss und Biere», sagt die Gastgeberin Monika Stahel.
Das Haus, das als Geheimtipp für Freunde der Geschichte gilt, ist am Mittwoch, dem 10., und am Donnerstag, dem 11. Dezember sowie am Mittwoch, dem 17., und am Donnerstag, dem 18. Dezember, geöffnet.
9. Glaskugeln blasen in Hallau
Wer in der Adventszeit etwas Besonderes mit den Kindern erleben möchte, findet in Hallau eine wärmende, funkelnde Aktivität. In der «Erlebnis- und Schauglashütte Mondglas» können Familien an allen Adventssamstagen von 10 bis 16 Uhr ihre eigene bunte Glaskugel blasen.
Eine Kugel kostet 30 Franken, benötigt rund zehn Minuten Arbeitszeit und anschliessend etwa eine Viertelstunde zum Abkühlen. Währenddessen lädt das geöffnete Bistro zu einer heissen Schoggi oder einem Kaffee ein. Ein schönes Ausflugsziel für Familien, die ein handgemachtes Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen möchten.
Falls es mit der Glaskugel nicht rundläuft, tröstlich ist in diesem Moment, dass selbst die chaotischsten Familienmomente später oft die besten Geschichten abgeben.