Sind die neuen Preise fürs Schwimmbad zu teuer? So schneidet die KSS im Vergleich zu anderen Bädern ab
Ab 2026 will die KSS ihre Eintrittspreise erhöhen. Erwachsene sollen in Zukunft 9 Franken bezahlen, ein Jahresabo kostet neu 340 Franken. Sind diese Preise gerechtfertigt? Und wo steht die KSS im Vergleich zu anderen Bädern? Die SN haben sich in der Region umgesehen.
von Eva Schmid und Mahara Rösli
Die KSS wird nach zehn Jahren ihre Preise ab Januar kommenden Jahres erhöhen. Der Grund für die Preiserhöhung sind die stark gestiegenen Energie- und Wasserkosten, die zu erheblichen Mehrkosten führen. Der Einzeleintritt für Erwachsene steigt von 8 auf 9 Franken, der Eintritt für Kinder von 4 auf 4.50 Franken. Um 70 Franken teurer wird das Jahresabo für Erwachsene, das nunmehr 340 Franken kosten wird. Auch bei den Kindern steigen die Abo-Preise: Waren es bis anhin 140 Franken, sind es neu 160 Franken. Doch wie gerechtfertigt sind die neuen Preise? Und bekommt man irgendwo anders zum selben Preis ein besseres Angebot? Die SN haben sich in der Schweizer Bäderlandschaft umgesehen.
Winterthur mit günstigem Abo
Das Hallenbad «Geiselweid» ist ebenso wie Schaffhausen in die Jahre gekommen. Erbaut 1974, zuletzt im Jahr 2009 erneuert und saniert. Das Bad hat ein 50-Meter-Schwimmbecken, einen Sprungturm, ein Lehrschwimmbecken. Für Kinder gibt es ein Kinderplanschbecken und eine Rutschbahn. Erwachsene zahlen 8 Franken, Kinder 4 Franken Eintritt. Das Jahresabo kostet 220 Franken, Kinder zahlen die Hälfte.
Frauenfeld bevorzugt Einheimische
Die «Schlossbadi» unterscheidet beim Eintrittspreis zwischen Einheimischen und Auswärtigen. Bewohner der Stadt zahlen 9 Franken, Auswärtige 10 Franken. Das Bad aus dem Jahr 1973 wurde 2024 saniert. Der Preis für Kinder liegt bei 5 Franken. Das neu sanierte Bad punktet unter anderem mit einem Sprudelbad, Schwimmbecken mit 8 Bahnen (Schaffhausen hat bisher 6), einer 70-Meter-Rutsche und einer Rutsche für Kleinkinder.
Kleines Bad in Rheinau
Das recht überschaubare Hallenbad «Aquarina» wurde zuletzt im Jahr 1993 saniert und verfügt über ein 25-Meter-Schwimmbecken, ein Planschbecken, einen Whirlpool, ein Sprungbrett von einem Meter, und einmal pro Woche gibt es einen Wasserparcours. Erwachsene zahlen wie bald auch in Schaffhausen 9 Franken, Kinder 5 Franken. Das Jahresabo ist deutlich günstiger als hier: für Erwachsene 280 und für Kinder 130 Franken.
Viele Rutschen in Wallisellen
In der «Waterworld» müssen Erwachsene 9.50 und Kinder 6.50 Franken Eintritt zahlen. Das 1970 erbaute und vor rund zehn Jahren sanierte Schwimmbad verfügt über ein 50-Meter-Schwimmbecken, eine Sprunganlage, drei lange Rutschbahnen mit Längen bis zu 95 Metern sowie Plansch- und Nichtschwimmerbecken, ebenfalls mit Rutschbahn. Wer hier ein Jahresabo löst, muss 310 Franken zahlen, Kinder 170 Franken.
Wettingen: Unterschiede bei Jahresabo
Im Hallenbad «Tägi», das sich selbst als eines der grössten Freizeit-, Sport- und Eventzentren der Schweiz bewirbt und vor fünf Jahren saniert wurde, gibt es ein Schwimmerbecken mit sechs Bahnen (wie in Schaffhausen), ein Nichtschwimmerbecken, ein Sprungbecken, ein Kinderplanschbecken und eine 100-Meter-Rutsche. Der Eintritt liegt für Erwachsene bei 9 Franken, für Kinder bei 4.50 Franken. Beim Jahresabo kommen die Einheimischen günstiger weg als die Auswärtigen. Für Erstere werden 275 Franken und für deren Kinder lediglich 30 Franken fällig. Auswärtige werden mit 330 Franken und deren Kinder mit 110 Franken berechnet.
Unterschiedliche Preise in Wil
Auch das Hallenbad «Bergholz» setzt darauf, der einheimischen Bevölkerung einen Bonus zu geben. So zahlen Menschen aus Wil 9 Franken beziehungsweise 6.50 Franken, Auswärtige 11 beziehungsweise 8 Franken. Geboten werden ein 25-Meter-Schwimmbecken, ein Lernschwimmbecken mit höhenverstellbarem Boden für den leichten Einstieg, ein warmes Aussenbecken mit Massagedüsen, eine Rutschbahn, ein Sprungturm. Wer das Jahresabo löst als Einheimischer muss 360, Kinder müssen 260 Franken zahlen. Für Auswärtige wird es deutlich teurer, die Preise liegen zwischen 440 und 320 Franken.
Das Fazit
Bei den Einzeleintritten liegt Schaffhausen mit den neuen Preisen ähnlich hoch wie bei anderen vergleichbaren Bädern, die neuen Jahresabo-Preise jedoch liegen im Vergleich zu den anderen eher im oberen Segment. Auf Nachfrage erklärt KSS-Geschäftsführer Ueli Jäger, dass zum Ermitteln der neuen Preise eine umfassende Analyse durchgeführt worden sei. Dabei wurde nicht nur auf die Teuerung und auf die Energiepreise geschaut, sondern auch ein Vergleich mit anderen Bädern gemacht. Auch die Nutzung der Jahresabonnements wurde analysiert und herausgefunden, dass Erwachsene mit einem Abo deutlich häufiger das Schwimmbad nutzen als bisher kalkuliert. «Die durchschnittliche Nutzung liegt bei 56 Besuchen pro Jahr. Für die Berechnung der Abopreise sind wir bisher von etwa 45 Besuchen pro Jahr ausgegangen», so Jäger. Dementsprechend habe man den Preis für das Wasserpark-Abo für Erwachsene gegenüber den Einzelpreisen noch etwas mehr angehoben.
Jäger erklärt auch, dass privat organisierte Anlagen, wie die KSS oder die Bäder in Wallisellen, Wettingen, Luzern oder Zuchwil, generell höhere Preise haben, weil die Gemeinde nur einen bestimmten Betriebsbeitrag spricht. «Wenn die Anlagen hingegen ganz in der kommunalen Verwaltung integriert sind, spielt die politische Ausrichtung eine viel stärkere Rolle. Die Städte Zürich und Winterthur beispielsweise wollen bewusst sehr günstige Sportanlagen anbieten. Dort gehen gestiegene Kosten dann einfach im Staatshaushalt unter», so Jäger.
Steigen Preise mit Neubau weiter an?
Aus Sicht des ehemaligen KSS-Chefs Spengler, der mittlerweile verschiedene Bäder in der Schweiz berät, seien die neuen Eintrittspreise in Schaffhausen gerechtfertigt und vergleichbar mit denen in anderen Städten. «Ein Einzeleintritt von 9 Franken ist mehr als gerechtfertigt, denn Schaffhausen hat einiges zu bieten», so Spengler.
Doch was passiert, wenn Schaffhausen sein neues, modernes Bad bekommt? Wie hoch klettern dann die Preise? KSS-Chef Jäger kündigt an, dass die Preise dann nochmals angepasst werden, «mit Stand heute rechne ich damit, dass dann der Eintritt zwischen 10 und 12 Franken liegen wird». Das neue Bad, so betont Jäger, sei dann nicht nur modern ausgestattet, sondern biete auch mehr – und zwar rund ein Drittel mehr Wasserfläche, separate Kurs- sowie Sprungbecken sowie zusätzliche Rutschen.