Immer an der technischen Spitze

Ramona Melis-Pfund | 
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Die Brütsch Elektronik AG schreibt eine Erfolgsgeschichte: Seit 50 Jahren erfindet sie sich immer wieder neu und wächst stetig weiter. Nun ist die Firma von Uhwiesen nach Beringen ins moderne Betriebsgebäude gezogen.

Seit der Gründung im Jahr 1971 blieb die Brütsch Elektronik AG ihrem im Namen manifestierten Steckenpferd treu. Jedoch wurde in den 50 Jahren Betriebsgeschichte die Bindung an einen einzelnen Auftraggeber mehrmals zu dominant und damit das geschäftliche Risiko zu immens. So suchte das Unternehmen stetig nach Diversifizierung. «Wir waren immer im Wandel und haben uns mehrmals neu erfunden. Man könnte sagen, es gab im Zehn-Jahres-Rhythmus einen Umbruch», erzählt Oliver Brütsch, Geschäftsführer und Sohn des Gründers René Brütsch. Da von all den eingeschlagenen Wegen bisher keiner verlassen, sondern jeder weiter verfolgt wurde, konnte die Firma enorm wachsen.

Medizinprodukte und Automationslösungen

Die hochqualifizierten Fachleute der Brütsch Elektronik AG begleiten ihre Kundschaft von A bis Z – bei der Konzeption von Soft- und Hardware nach individuellen Bedürfnissen, bei der Fabrikation oder beim Aufbau einer Automation und auch nach dem Verkauf mit Service, Logistik und Support.

Mit grosser Erfahrung entwickeln, industrialisieren und produzieren die erfahrenen Mitarbeitenden in der Medizintechnik Module und Systeme bis hin zu kompletten Geräten in den Bereichen Optik, Mechatronik, Elektronik, Soft- und Hardware. Das Resultat sind hochwertige, marktfähige und wirtschaftliche medizinische Produkte.

Die hohe technische Kompetenz und jahrzehntelange Erfahrung der Brütsch Elektronik AG in den Bereichen Motion, CNC und bei der Steuerung komplexer Prozesse ermöglichen es dem Unternehmen ausserdem, zukunftsweisende industrielle Automationslösungen zu entwickeln. Dabei strebt Brütsch Elektronik nach Perfektion und zeichnet sich durch hochprofessionelles Projektmanagement aus.

Zurück zu den Wurzeln

Die Suche nach Möglichkeiten, das Angebot zu erweitern und sich zusätzliche Standbeine aufzubauen, hält bis heute an. Zu den Unternehmensbereichen Elektronik und Automation hat sich vor zehn Jahren die Medizinaltechnik hinzugesellt. Eine Sparte, in die sich die Investition schon bald gelohnt hatte: In diesem Zeitraum konnte sich die Firma ziemlich genau verdoppeln, was die Anzahl Angestellte und den Umsatz betrifft. Das bewirkte allerdings auch, dass es im Betriebsgebäude in Uhwiesen langsam eng wurde – ja sogar von «sehr prekären Platzverhältnissen» ist in der eindrücklichen Jubiläumsbroschüre die Rede. Intensiv war die Geschäftsleitung demnach auf der Suche nach Bauland und entschied sich Anfang 2019 für den Standort Beringerfeld. «Die baulichen Voraussetzungen waren einfach ideal. Das Grundstück liegt verkehrstechnisch optimal und war bereits erschlossen. Wir konnten auf grüner Wiese ohne grosse Einschränkungen bauen», erzählt Oliver Brütsch.

Oliver Brütsch
«Wir waren immer im Wandel und haben uns mehrmals in den letzten 50 Jahren neu erfunden.» Oliver Brütsch, Geschäftsführer Brütsch Elektronik AG
 

Just zum 50. Geburtstag der Brütsch Elektronik AG war das neue Betriebsgebäude Ende Oktober 2021 bereit zum Einzug. So wechselten in den vergangenen Wochen 150 Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz von Uhwiesen nach Beringen. Der Umzug bedeutete auch eine Rückkehr zu den Schaffhauser Wurzeln: Den Grundstein für seine Firma legte René Brütsch in Schaffhausen. Nun stehen der Brütsch Elektronik AG 4500 Quadratmeter Nutzfläche auf drei Etagen und damit Platz für bis zu 200 Mitarbeitende und viele weitere kreative Innovationen zur Verfügung. Doch nicht nur die Grösse beeindruckt – der ökologische Holz-Beton-Hybridbau sorgt für eine bestmögliche Raumatmosphäre und bringt viele weitere Trümpfe mit sich. «Wir leisten einen massiven Beitrag zur CO2-Vermeidung», erklärt Oliver Brütsch, «das Holz aus der Region und der Verzicht auf fossile Brennstoffe sorgen dafür, dass unser ökologischer Fussabdruck klein bleibt.» Eine Wärmepumpe, eine Solaranlage und diverse Stationen für die Ladung von E-Autos und E-Bikes ergänzen das Bestreben nach Nachhaltigkeit.

Im modernen Betriebsgebäude an der Anthoptstrasse 6 hat die Firma Brütsch Elektronik auch ihre operativen Bedürfnisse und Abläufe optimiert. Da die Mitarbeitenden vornehmlich unter dem Mikroskop Kleinstteile an medizinischen Geräten in den Bereichen Videoendoskopie und chirurgische Powertools montieren, braucht es eine ausgeklügelte Lagerstruktur. Das intelligente Materiallager befindet sich in der Mitte des Gebäudes und ist als vertikaler Lift montiert. Es hat eine hohe, automatisierte Packungsdichte, spart damit einiges an Platz und verwaltet seine Bestände zudem nahezu selbstständig.

Zukunft in sicheren Händen

Vor vier Jahren hat die Familie Brütsch die Firma mehrheitlich an die Inovu Gruppe verkauft, zu der aktuell noch eine weitere, ähnlich strukturierte Firma, die Jossi AG in Islikon, gehört. Damit beteiligt sich eine Handvoll Schweizer Unternehmerfamilien an der Brütsch Elektronik AG. «Wir wollen unseren Mitarbeitenden interessante und zukunftssichere Arbeitsplätze bieten und der Firma eine nachhaltige Perspektive geben», so Oliver Brütsch.

Operativ bleibt die Firma weiterhin selbstständig und der Name bestehen. Ziel ist es, gemeinsam ein grösseres Portfolio an Leistungen zu bieten, um am Markt besser wahrgenommen zu werden und schliesslich weiter zu wachsen. Oliver Brütsch schaut mit überzeugtem Optimismus in die Zukunft: «Wir sind im Medizinzeitalter angekommen und haben eine klare Strategie. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.»

50 Jahre Mut und Kreativität

Mit dem Umzug nach Beringen kehrt die Firma Brütsch Elektronik AG ein wenig zurück zu den Wurzeln, nämlich in den Kanton Schaffhausen. Elektroingenieur René Brütsch war es, der im April 1971 an der Pfarrhofgasse in Schaffhausen, im sogenannten Haus «Zum Herrengärtli», bescheidene Räumlichkeiten mietete und eine Einzelfirma mit vier angestellten Ingenieuren gründete. In den ersten Jahren war das Elektronikunternehmen Güttinger aus Niederteufen (AR) der grösste Partner und füllte die Auftragsbücher. Bereits im Sommer 1974 durfte die Firma Brütsch Elektronik in Feuerthalen im Neubau der Firma Sinar eine grössere Werkstätte beziehen. Damals entwickelte und produzierte der Betrieb CNC-Steuerungen für Werkzeugmaschinen. Der technologische Fortschritt war rasant und die Kundschaft suchte nach massgeschneiderten Lösungen – diese bietet Brütsch Elektronik bis heute.

René Brütsch

Ein Bild aus den ersten Jahren der Brütsch Elektronik: Firmengründer René Brütsch am Transientenrekorder, der zur Datenerfassung diente. Bild ZVG/Privatarchiv Oliver Brütsch


In der Weltwirtschaftskrise nahmen die Aufträge der Güttinger AG immer mehr ab. Das Klumpenrisiko einzelner grosser Auftraggeber verlangte auch in den späteren Jahren immer wieder nach Diversifikation und bedeutete eine ständige Gratwanderung. Der Firmengründer war überzeugt, dass immer eine Chance am Markt bestehen bleibe, solange man innovativ und «technisch an der Spitze» bleiben würde. Damit sollte er recht behalten. Da die Sinar die Räume schon bald selbst benötigte, baute René Brütsch neben seinem Wohnhaus in Uhwiesen ein neues Betriebsgebäude. Im Dezember 1979 zogen zwölf Angestellte an die Nüsatzstrasse. Zum 1. Januar 1980 wandelte der Inhaber seine Firma in eine Aktiengesellschaft um. Bereits 1983 wurde die Kapazität mit einem Erweiterungsbau verdoppelt.

Ende der 1980er-Jahre kam Georg Fischer als grosser Neukunde hinzu. Neuartige Magnetkarten der Firma Brütsch konnten sich Auftragsdetails eines Schweissgeräts merken. GF war schlicht begeistert und das Gerät bald nicht mehr vom Markt wegzudenken. Der Umsatz verdoppelte sich von fünf auf zehn Millionen Franken, aber wiederum kamen 75 Prozent aller Aufträge von einem einzelnen Partner. Der neue Geschäftsführer Markus Simmen, den René Brütsch im Jahr 1993 weitsichtig als Nachfolger engagierte, wurde mit der strategischen Neuausrichtung betraut. Diese war auch Ende der 1990er-Jahre noch in vollem Gang, als die Firma in Uhwiesen ein zweites Betriebsgebäude eröffnete und 50 Mitarbeitende zählte.

1996 bei der Brütsch Elektronik AG

In den 1990er-Jahren hatten Computer noch andere Dimensionen als heute. Massgeschneiderte Lösungen zu finden, war schon damals das Ziel. Bild ZVG/Archiv Brütsch Elektronik AG


Mit den 2000er-Jahren kam der Einstieg in die Medizinaltechnik, dem lang ersehnten zusätzlichen Standbein. Gemeinsam mit der Firma Karl Storz aus Tuttlingen entwickelt Brütsch Elektronik seit 2003 Geräte für die minimalinvasive Chirurgie. Bald setzte ein starker Aufschwung ein und der Umsatz verdoppelte sich. Dieser ging mit der Rückkehr von Oliver Brütsch, dem Sohn des Gründers, einher. Im Jahr 2010, als die Firma 70 Mitarbeitende und 20 Millionen Franken Umsatz zählte, wurde er Präsident des Verwaltungsrates, und Anfang 2020 schliesslich Geschäftsführer der Brütsch Elektronik AG. Zwischenzeitlich hat auch er den langfristigen Fortbestand der Firma gesichert und diese 2018 einer neuen Eigentümerstruktur, der Inovu Gruppe, übergeben. Nun feiert die Firma ihren 50. Geburtstag, zählt 150 Angestellte und erzielt einen Umsatz von 45 Millionen Franken. Just zum Jubiläum wurde der Neubau im Beringerfeld fertig, in dem bis zu 200 Angestellte Platz finden.

 

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