So geht Pizza, liebe Amerikaner

Autor
Daniel Zinser

Zum Amerikanischen Tag der Pizza haben wir in der Pizzeria Neu Sternen einen italienischen Pizzaiolo besucht, der uns erklärt, wie eine perfekte Pizza gemacht wird.

Wer kennt es nicht, das amerikanische Pendant zur traditionellen italienischen Pizza. Ein dicker Boden, im Rand eingebackener Käse und skurriler Belag, wie Pommes oder Würstchen. Bei solch kulinarischen Besonderheiten drehen sich die italienischen Erfinder der Pizza wohl im Grab um. Auch die noch lebenden Landsleute haben dafür nur ein müdes Kopfschütteln übrig. Pizza backen gehört in Italien nämlich genau so zur Lebenskultur wie das «dolce far niente» , die besondere Beziehung zur Mutter, die Renaissance und eine gute Flasche Wein. Seit Dezember gehört «die Kunst des neapolitanischen Pizzabäckers» sogar zum UNESCO Kulturerbe der Menschheit. Zwei Millionen Italiener haben eine Petition dazu unterschrieben und damit den Antrag ihrer Regierung bei der Unesco unterstützt.  

Ferienvertretung als Pizzaiolo

Komischerweise sind es aber trotzdem die Amerikaner, die einen speziellen Feiertag für die Pizza haben und nicht die Italiener. Der  «National Pizza Day»  wird Jahr für Jahr am 9. Februar gefeiert. Da wir keine Lust auf eine Pizza mit dickem Boden haben, haben wir zu diesem «besonderen» Tag einen italienischen Pizzaiolo gebeten, uns zu zeigen, wie eine richtige Pizza gemacht wird. Filippo Lombardi arbeitet in diesen Tagen in der Pizzeria «Neu Sternen» in der Altstadt Schaffhausen. Am Ofen macht der Italiener hier die Ferienvertretung für Giochino Sforza, der sonst hier mit dem Pizzateig herumwirbelt. Da Lombardi kein Deutsch spricht, erfolgt das Interview auf Italienisch.  

100 bis 120 Pizzas am Tag 

Während Filippo Lombardi mit flinken Händen den Teig knetet und zerteilt, erklärt er uns, was es für einen perfekten Pizzateig braucht. Viele Zutaten sind dies nicht. Mehl, Hefe, Salz und Wasser und fertig ist der Zauber. Viel wichtiger ist die gute Qualität der einzelnen Ingredienzen. Natürlich braucht der Teig dann auch noch seine Zeit, in welcher die Hefe ihre volle Wirkung entfalten kann.

Mit schnellen Handbewegungen formt Lombardi aus dem Teigklumpen einen kreisrunden, gleichmässigen Fladen. 100 bis 120 Pizzen macht er so am Tag.  Nun kommen die weiteren Zutaten. Für eine klassische italienische Pizza sind dies natürlich in jedem Fall Tomatensauce und Mozzarella. Noch ein bisschen Basilikum und Olivenöl drauf und fertig ist die perfekte Pizza. Was für die Italiener auf keinen Fall gehe, sei Ananas als Belag, schmunzelt Lombardi und schiebt die Pizza in den heissen Ofen. Wenige Zeigerumdrehungen später - es riecht unterdessen schon ganz schön verlockend - ist die Pizza fertig und kommt aus dem Ofen. 

Was will man mehr. Eine traditionelle italienische Pizza ohne grossen Firlefanz. Ja, liebe Amerikaner, da könnt ihr noch was lernen bei Filippo Lombardi. Buon Apettito.

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