In den Schneesportlagern sind Handys unerwünscht

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Schaffhauser N…

Regeln und Pflichten gibt es für die Schüler in allen Schneesportlagern. Die Problematik des Handys löst jede Schule auf ihre Weise.

Der gemeine Skifahrer beim Vergnügen. Nächste Woche gehen auch die Schaffhauser Schulen auf die Piste. Bild: Pixabay

VON MARC SCHÜLER

Heute ist der letzte Schultag: Die Schüler und Schülerinnen im Kanton Schaffhausen haben zwei Wochen Ferien. Während einige mit der Familie etwas unternehmen oder zu Hause bleiben, werden von den Schulen traditionell Schneesportlager angeboten. Abgesehen von der Oberstufe Gräfler und der Kantonsschule finden alle Lager in der ersten Ferienwoche statt. Die Zielorte der Schneesportlager erstrecken sich über neun Kantone (siehe Box).

Von den verantwortlichen Lehrern werden Packlisten verteilt. Die Liste aus Neunkirch beinhaltet beispielsweise Lunch für den ersten Tag, Ski oder Snowboard, Skihelm, -brille, -jacke, -hose, -schuhe, Mütze, Handschuhe, Winterschuhe, Schlafsack, ­Pyjama, Finken, Badesachen, Toilettenartikel, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Rucksack, Gesellschaftsspiele und Taschengeld.

Klare Regeln werden vermittelt

Obligatorisch bei allen Lagern ist der Skihelm. Ein Rückenpanzer wird empfohlen, aber nicht vorausgesetzt. In den Lagern der Kantonsschule gilt keine Helmpflicht. Nur bei freiwilligen Workshops in Snowparks, wie auf der Pipe oder beim Springen, wird ein Helm verlangt. Zudem gibt es ein Regelwerk. Am Beispiel der Kantonsschule: «Wir leben für eine Woche in einer Lagergemeinschaft. Alle von uns tragen Verantwortung für eine gute Stimmung. Wir respektieren einander und suchen bei Konflikten eine Lösung.» Schnupftabak, Cannabis, Alkohol oder Nikotin sind generell ver­boten. Nur bei Lagern, an denen bereits erwachsene Schüler teilnehmen, beispielsweise in den Lagern der Kantonsschule, sind Bier und Wein im an­gemessenen Konsum sowie Nikotin ­erlaubt. Die teilnehmenden Schüler ­haben auch Pflichten. Ein Beispiel dafür ist die Mitarbeit in der Küche.

Appell an die Vernunft

Ein grosses Thema sind die elektronischen Geräte, insbesondere das Handy. Hier sind die Ansichten geteilt: Einige Lager, vor allem die der Primarklassen, verbieten deren Nutzung komplett. In der Oberstufe werden die Geräte häufig über Nacht eingezogen, und den Schülern wird deren Verwendung während der Mahlzeiten untersagt. Zudem müssen andere Geräte wie Laptops zu Hause gelassen werden. Das Musikhören, sowohl mit Lautsprechern als auch mit Kopfhörern, ist auf der Piste, zur Sicherheit der Schüler und der anderen, verboten.

Die Ausnahme ist die Kantonsschule. Sie mischt sich in diese Angelegenheit nur dezent ein. Die Schüler werden aufgefordert, das Gerät massvoll zu verwenden. «Wir appellieren auf der Vernunftsebene», erklärt Matthias Schoch, Sportlehrer an der Kanti. Die Schüler können die Geräte behalten, weil sie alt genug und teilweise bereits über 18 Jahre alt sind. Gemäss Schoch hat das Handy aber auch Vorteile: «In einem Worst-Case-Szenario, einem Unfall, waren wir schon sehr froh, dass der Beteiligte ein Handy ­dabeihatte.»

Abseits von Notfällen werden Handys in den Lagern nicht gern gesehen. Die Meinung, dass man sich anders ­beschäftigen kann, überwiegt in allen Altersklassen und Schulen.

 

Skilager-Erinnerungen

Wir waren in Schaffhausen unterwegs und haben die Menschen nach ihren Skilager Erinnerungen gefragt. Sehen Sie mehr im Video:

Haben Sie auch noch ein paar lustige Geschichten zum Thema Skilager? Dann schicken Sie sie uns per Mail an opp@shn.ch und wir teilen Ihren Erinnerungen mit unseren Lesern. 

 

Destinationen: Hier finden die Skilager von Jugend + Sport statt:

BERN Adelboden:Primarstufe (PS) ­Hallau, PS Steig.Hasliberg:Neunkirch.

GLARUS Elm:PS Thayngen Silberberg.

GRAUBÜNDEN Celerina: PS Schanz.Churwalden: PS Breite, Gega, PS Thayngen Hammen.Cumbel: PS Zündelgut. Klosters: Sek Bach Pirz Grisch: PS Ramsen. S-Chanf: Kantonsschule. Segnas: Oberstufe (OS) Gräfler. Splügen: PS Dörf­lingen.Tschiertschen: PS Beringen. ­Valbella: OS Beringen, Kantonsschulen.

OBWALDEN Engelberg: OS Buchthalen, OS Stein am Rhein.

SCHWYZ Stoos: OS Thayngen.

ST. GALLEN Flumserberg: OS Ramsen, PS Stetten, PS Trasadingen, PS & OS Wilchingen. Unterwasser: PS Neu­hausen. Wildhaus: Löhningen. Vilters-Wangs: PS Rosenberg Neuhausen.

THURGAU Bürglen: PS Hemishofen.

URI Andermatt: BBZ.

WALLIS Bettmer Alp: OS Neuhausen. Fiesch: OS Rüdlingen. Saas Almagell: OS Hallau. Torgon: Schleitheim.

Korrigenda - Update: Auch in den Schneesportlagern der Kantonsschule Schaffhausen gilt auf den Pisten eine allgemeine Helmpflicht.

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