Karin Keller-Sutter will Bundesrätin werden - und die Schaffhauser?

Autor
Alexa Scherrer

Sie will! Die St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter möchte den frei werdenden FDP-Sessel im Bundesrat erben. Die Schaffhauser könnten nächste Woche einen Kandidaten nominieren.

Die St. Galler FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter an der heutigen Medienkonferenz. Bild: Key

Lange hatte sie sich bedeckt gehalten, jetzt hat die Kronfavoritin die Katze aus dem Sack gelassen: Die St. Galler FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter will Bundesrätin werden. Sie hat ihre Ambitionen am heutigen Dienstagnachmittag in Wil SG bekanntgegeben. Sie werde sich der Partei für die Nachfolge von Johann Schneider-Ammann «gerne zur Verfügung stellen», meinte sie zu Beginn der Medienorientierung. 

Sie gebe zu, dass sie sich vor nicht allzu langer Zeit diesen Entscheid nicht hätte vorstellen können. In den vergangenen sieben Jahren im Ständerat habe sie aber viel dazugelernt. Sie habe in Kommissionen mitgearbeitet und geholfen Brücken zu bauen und Kompromisse zu finden. «Ich habe nun den Rücken und den Kopf frei für das Amt», sagte Keller-Sutter.

Die FDP ihrerseits sieht für die Nachfolgeregelung von Johann Schneider-Ammann folgendes Prozedere vor: Bis am 24. Oktober müssen die Kantonalparteien die Kandidaturen melden. Nominiert wird dann am 16. November durch die Fraktion. Am 5. Dezember finden schliesslich die Ersatzwahlen in den Bundesrat statt.

Schaffhauser Nomination am 18. Oktober?

Es wird seit längerem wieder eine Vertretung im Bundesrat aus der Ostschweiz gefordert. Schaffhausen hat noch nie einen Bundesrat gestellt. Die FDP Schaffhausen hat die Parteiversammlung deswegen extra auf den 18. Oktober angesetzt, «im Wissen, dass diese in der 3. Woche der Schaffhauser Herbstferien liegt», heisst es in der Einladung. An der Versammlung soll über eine mögliche Schaffhauser Kandidatur gesprochen werden.

Der Schaffhauser Regierungspräsidenten Christian Amsler etwa hat seine Ambitionen bereits mehrfach kundgetan. Konkret äussern wollte er sich vergangene Woche aber nicht dazu (die SN berichteten). Auch bei der Geschäftsleitung der FDP Schaffhausen wollte man noch nichts zu einer eventuellen Kandidatur Amslers sagen. Kantonalpräsident Marcel Sonderegger meinte aber: «Es wäre höchste Zeit für einen Schaffhauser Magistraten.» 

Mögliche Kandidatur aus Flurlingen

Es gibt noch eine weitere mögliche Kandidatin, die zwar nicht für Schaffhausen ins Rennen um den freien Bundesratssitz gehen würde, die aber dennoch einen starken Bezug zur Region hat. Die Zürcher Nationalrätin Regine Sauter ist in Flurlingen aufgewachsen und hat die Kanti in Schaffhausen abgeschlossen. Mittlerweile wohnt sie seit bald 20 Jahren in Zürich. Ob sie antrete oder nicht, überlege sie sich, sagte sie vergangene Woche zu den SN. Ihre Entscheidung will sie erst kurz vor Ablauf der Nominationsfrist bekannt geben. 

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