Sehr motiviert gegen den Stammclub

Autor
Hans Christoph…

Eine ganz besondere Partie wird auch das heutige Rückspiel für die Kroatin Karla Klaric gegen ihren Club der Jugend, Mladost Zagreb.

Selbstverständlich war es gewiss nicht, dass die 24-jährige Karla Klaric am letzten Mittwoch im Hinspiel des Challenge Cups mit dem VC Kanti beim 3:0 in Zagreb als Teamleaderin derart fokussiert aufspielte. Derart klar war nicht zu erwarten gewesen. Für Karla Klaric war es eine Rückkehr an den Ort ihrer Jugend, dorthin, wo sie mit acht, neun Jahren den Weg zum Volleyball gefunden hat. «Ich habe noch nie gegen meinen Club Mladost gespielt, das war schon ganz speziell für mich», erzählt Karla Klaric von den Anfängen ihrer Karriere. Mit ihrer früh erkennbaren Körpergrösse (heute 188 cm) und ihren grossen Händen sei Volleyball für sie von Anfang an der richtige Sport gewesen. Und sie entwickelte sich auch wirklich zu dem Talent, das sie früh angedeutet hatte. Bereits 2010, mit knapp 16 Jahren, stand sie im Fanionteam, und nur ein Jahr später hatte sie bereits Stav Jacobi bei Volero Zürich unter seine Fittiche genommen.

Schwere Knieverletzung im Sommer 2017

Drei Saisons bis 2013/14 absolvierte sie als junge Profispielerin bei Volero, dann ging sie für je eine Saison zu CSM Bukarest nach Rumänien, zu ASPTT Mulhouse ins Elsass und zu CSU Targes Mures wieder nach Rumänien (2016/17). Im Sommer 2017 passierte ihr im kroatischen Nationalteam, für das Karla Klaric seit nunmehr acht Jahren spielt – die Anzahl Länderspiele hat sie gar nicht gezählt –, eine gravierende Knieverletzung, ein Kreuzbandriss. «Das ist nun eineinhalb Jahre her, inzwischen ist alles wieder gut, und ich fühle mich gut in Form», sagt Klaric nach langer Rehabilitation. Eine harte Zeit, in der sie in vielerlei Hinsicht hart arbeiten musste, um wieder hochzukommen. Die letzte Saison verbrachte sie beim NLA-Neuling Galina Schaan.

Ein «Golden Set» ist möglich

Danach kam der Wechsel nach Schaffhausen, hier fühlt sich Karla Klaric rundum wohl, sei es sportlich im Team oder mit den Kolleginnen im Wohnhaus des VC Kanti in Neuhausen. Klar träumt sie noch von einem Engagement irgendwann in einer der grossen Ligen Europas, in Italien, Russland oder in der Türkei. Daran gelte es aber keinen Gedanken zu verschwenden. Der Moment zähle, und das sei nun heute Abend das Rückspiel gegen Mladost Zagreb. «Sie spielten wirklich nicht gut im Hinspiel», gesteht die Kroatin, «aber ich weiss, wie sie spielen können und dass es heute hart wird für uns. Sie haben nichts zu verlieren.» Sie seien jung, wild und ehrgeizig, hat auch Kantitrainer Nicki Neubauer ausgemacht. «Es ist ihnen alles zuzutrauen.» Mit einem 3:0- oder 3:1-Auswärtssieg kann sich Mladost noch ins «Golden Set» (auf 15 Punkte) vorkämpfen, der dann gespielt wird, wenn die Partie nach Punkten (3 für Sieg, 2 für Sieg im Tiebreak und einer für Erreichen des Tiebreaks) ausgeglichen ist. «Wir haben viele Sachen, die wir noch verbessern können fürs Rückspiel», macht sich Headcoach Saša Ivanišević Hoffnungen in fremder Halle, wenn der Druck kleiner ist.

Spannung ist auf jeden Fall da. Karla Klaric glaubt jedoch, dass die Schweizer NLA etwas besser sei als die kroatische Liga und dass sie mit einer weiteren konzentrierten Leistung die Entscheidung ohne goldenen Satz erzwingen können. Sie freute sich bereits aufs Treffen gestern Mittag in der Altstadt mit Iva Jurisic (auch 24), ihrer besten Freundin bei Mladost Zagreb (Nummer 18), die sie schon lange kennt, in der Saison aber kaum einmal sieht.

Challenge-Cup Frauen, 1/16-Final, Rückspiel:

VC Kanti SH - Mladost Zagreb (Hinspiel 3:0). -

20.00 BBC-Arena Schaffhausen. 

Referees: ­ Benone Visan (Rumänien) / Boris Skudnik (Slowenien).

 

Neuen Kommentar schreiben

Diese Funktion steht nur Abonnenten und registrierten Benutzern zur Verfügung.

Registrieren