Die Substanz ist vorhanden

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Schaffhauser N…

Der VC Kanti bestreitet die zweite Saisonhälfte ohne eine Ersatzausländerin für die verletzte Topskorerin Chantale Riddle. Morgen in Neuenburg und am Sonntag im Cup in Sarnen geht es weiter.

Bild: Werner Schläpfer

Kurz vor dem Lugano-Spiel vor Weihnachten passierte es. Die bis dahin überragende Topskorerin des VC Kanti, Chantale Riddle (USA), verletzte sich am Fuss und musste sich von einem Spezialisten in Zürich nach einem Teilabriss des hinteren Schienbeinmuskels operieren lassen. Eine solche Verletzung sei sehr selten, erklärt Kanti-Trainer Nicki Neubauer, für die weitere Karriere und ihr Leben sei es aber sehr wichtig, dass sie gut und nachhaltig behandelt wird. Sonst könnte sie später allenfalls beim flachen Aufsetzen des Fusses Probleme haben. Drei bis vier Monate Rekonvaleszenz sind das Minimum. «Ich rechne in dieser Saison nicht mehr mit Chantale», Neubauer will bei der sprungstarken Diagonalangreiferin auch keinen Druck aufsetzen. Sie hatte auf diese Saison hin mit ihm von Düdingen nach Schaffhausen gewechselt und machte den Kantifans mit ihrer attraktiven Spielweise bisher sehr viel Freude.

Wichtig sei Chantale Riddle auch sonst für das Team und die Stimmung, deshalb ist sie, selbst mit Stöcken, die sie noch rund drei Wochen zu benützen hat, oft dabei und hilft bei den Spielen auf der Bank beim Beobachten, dem sogenannten Scouting. Klar werden ihre Punkte fortan dem VC Kanti fehlen. Die Verpflichtung einer Ersatzausländerin wurde jedoch, wie Heinz Looser, Präsident Leistungssport, und Trainer Neubauer übereinstimmend betonen, im Führungsgremium schon vor dem Jahreswechsel verworfen. «Erstens ist das Vertrauen in unser Kader sehr gross, die Substanz ist vorhanden», unterstreicht Neubauer. Zweitens sei das aus wirtschaftlicher Weitsicht nicht zu verantworten. «Wir wollen diese Saison mit einer schwarzen Null abschliessen, dann allenfalls wieder einmal im Europacup mitmachen, falls wir den geforderten Rang auch schaffen.»

Im Moment steht der VC Kanti in der NLA-Tabelle auf Platz vier mit 14 Punkten Vorsprung auf den Hauptrivalen Neuenburg UC über Erwarten gut da. Mit Angela Lowak hat er eine Akteurin in seinen Reihen, die gut auch auf Riddles Diagonalposition angreifen kann. Wie beim 3:2 in Lugano im erfolgreich beendeten Tie-Break ist zudem Mittelblockerin Katerina Holaskova eine Alternative. Nicki Neubauer hat selbst ohne Riddle noch Optionen, und mit Anja Lutz, die nach ihrem Kreuzbandriss im April wieder mit Sprungtraining begonnen hat, sollte in gut einem Monat eine weitere Aussenangreiferin zur Verfügung stehen. In der Hinterhand behält sich Neubauer die Möglichkeit, eine diese Saison inaktive Schweizerin kurzfristig zu engagieren, um für alle Fälle gewappnet zu sein. Das sei aber noch nicht spruchreif.

Dem VC Kanti steht gewiss ein anspruchsvoller Januar bevor, der mit dem NLA-Spiel morgen (17.30 Uhr) in Neuenburg und dem Cup-Achtelfinal am Sonntag (17 Uhr) beim B-Club Volleya Obwalden in Sarnen gleich happig beginnt. Es folgen weitere Auswärtsaufgaben in Schaan und nochmals Neuenburg, bevor am 27. Januar der Branchenprimus Volero Zürich zum zweiten Mal in die BBC-Arena kommt. «Mit drei bis vier Punkten und einer weiteren Cuprunde wäre ich in diesem schwierigen Monat schon zufrieden», gibt sich Neubauer realistisch.(hcs.)

Mitfahrgelegenheit zum Kanti-Spiel in Neuenburg (17.30 Uhr): Abfahrt am Samstag, 6. Januar, um 12.30 Uhr ab BBC-Arena, Fahrpreis 40 Franken (Eintritt zusätzlich); Anmeldung an: VC-Kanti-Sekretariat, Tel. 052 625 55 07 oder administration@kantivolleyball.ch.

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