Der VFC Neuhausen mischt wieder mit im Aufstiegskampf

Autor
Tobias Erlemann

Der VFC Neuhausen ist die Mannschaft der Stunde in der 4. Liga, Gruppe 8. Klappt vielleicht sogar noch der Aufstieg?

Obenauf: Der VFC Neuhausen (grünes Trikot) hat derzeit einen starken Lauf. Bild: Alb

Es ging hoch her vor knapp anderthalb Jahren beim VFC Neuhausen. Doch nicht sportlich auf dem Platz, sondern in der Führungsetage. Der damalige Präsident Pajtim Ismaili wollte eine eigenmächtige Trainerrochade vornehmen – zum Ärger seiner Vorstandskollegen. Am Ende war es Ismaili selbst, der seinen Hut nehmen musste. Sein Nachfolger Raffael Diogo wollte den Club in ruhiges Fahrwasser führen, doch nach wenigen Monaten musste er berufsbedingt zurücktreten.

Harziger Start

Ein aktueller Präsident? Den gibt es nicht. Aber trotzdem haben es die Neuhauser geschafft, nun wieder sportlich für Schlagzeilen zu sorgen. Der wichtigste Neuzugang dabei: Trainer Ilja Ljustina. Der erfahrene Coach, unter anderem coachte Ljustina über mehrere Jahre die Reserve des FC Schaffhausen, hat es geschafft, dass die Mannschaft wieder eine Einheit ist und mit Leidenschaft Fussball spielt. Dabei war der Start in die neue Saison nicht famos. Erst am vierten Spieltag gelang dem VFC beim 4:1 über Lohn der erste Sieg.

«Der Aufstieg ist für uns kein Muss, wir hatten das in dieser Saison noch nicht wirklich geplant.»

Ilja Ljustina, Trainer VFC Neuhausen 90

Zu Beginn war Tabellendurchschnitt angesagt auf dem Langriet. «Wir mussten einige neue Spieler integrieren und uns auch erst mal gegenseitig finden», erklärt Trainer Ljustina. Doch diese Findungsphase ist nun endgültig abgeschlossen – und der VFC-Motor läuft inzwischen wie geschmiert. Seit 12 Spielen sind die Neuhauser ungeschlagen. Die letzte Niederlage setzte es im September 2018 beim 0:1 gegen Leader FC Stammheim. Damals war der Tabellenführer dem VFC in der Tabelle weit enteilt. In der Winterpause gab es den einhelligen Tenor, dass die Stammer den Aufstieg wohl schon fest verbuchen könnten. «Wir haben uns nun nach und nach rangeschlichen», sagt Ljustina mit einem Schmunzeln. Und Mitte April setzte Neuhausen dabei ein dickes Ausrufezeichen, als man in Stammheim glatt mit 5:1 gewann. Nun sind es nur noch vier Punkte Rückstand auf Platz 1, der Aufstieg scheint wieder möglich. «Neuhausen gehört einfach in die 3. Liga», sagt Ljustina – hält aber den Ball vorerst noch flach. «Der Aufstieg ist für uns kein Muss, wir hatten das in dieser Saison noch nicht wirklich geplant.»

Tössfeld-Rückzug bringt Spannung

Doch mitnehmen würde der VFC einen möglichen Aufstieg allemal. So kommt es am Sonntag (14 Uhr) im Langriet zum Verfolgerduell zwischen Neuhausen (3.) und dem FC Diessenhofen 2 (2.). Das mit zuletzt zwei Niederlagen in Folge schwächelnde Stammheim muss gegen die unberechenbare SVS II ran. Und in der Woche darauf trifft der Leader auf Diessenhofen 2. «Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand. Aber wenn wir eine Chance bekommen, sind wir voll da. Wir sind bereit», sagt Ljustina selbstbewusst. Und da sich Tössfeld 2 gestern Freitag noch ganz kurzfristig von der Meisterschaft zurückgezogen hat (alle Spiele der Winterthurer werden dadurch neu mit 0 Punkten und 0 Toren gewertet), wird es noch spannender in der Gruppe 8: Denn nun ist Diessenhofen 2 (bei einem Spiel mehr) mit 31 Punkten punktgleich mit Leader Stammheim, die Neuhauser liegen nur noch zwei Zähler hinter den beiden zurück. Das lässt noch mehr Hoffnungen zu.

So hat es Ljustina geschafft, innert kürzester Zeit die Mannschaft zu stabilisieren und wieder Ruhe in den Verein zu bekommen. Nicht verwunderlich, soll der auf nur ein Jahr abgeschlossene Vertrag ausgedehnt werden. «Wir sind in Gesprächen, aber noch ist nichts unterschrieben», offenbart Ljustina und macht dem VFC Hoffnung. «Ich habe Spass an der Arbeit in Neuhausen. Unsere Entwicklung ist noch lange nicht zu Ende.»

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