Die Kadetten scheiden im Playoff-Halbfinal aus

Autor
Sidonia Küpfer

Die Kadetten Schaffhausen scheitern im Playoff-Halbfinal an Pfadi Winterthur. Die Winterthurer gewinnen das fünfte Spiel mit 35:28.

Zum Schluss ist es eine klare Sache: Pfadi Winterthur gewinnt das fünfte Playoff-Hablfinalspiel gegen die Kadetten Schaffhausen mit 35 zu 28. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte konnten sich die Pfader zu Beginn der zweiten Halbzeit entscheidend absetzen. Auch der Rückwechsel von Spitzenspieler Gabor Czaszar brachte keine entscheidenden Impulse mehr. Damit stehen die Kadetten zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht im Playoff-Finale. 2007/08 bis 2009/2010 gab es keinen Playoffs. Mit diesen Ausnahmen standen die Kadetten seit 2004/05 immer im Playoff-Finale. Dort trifft Pfadi Winterthur auf Wacker Thun, das bereits als Finalist feststand.

Noch 20 Minuten - es wird schwierig für die Kadetten

Nach der Pause können die Kadetten zwar umgehend wieder ausgleichen. Doch danach können die Pfader wieder auf drei Tore Differenz erhöhen. Kurz darauf scheitert Manuel Liniger – im Gegenzug trifft Pfadi ins leere Tor. Gabor Czaczar kommt nach wenigen Minuten zurück, doch es gelingt ihm vorerst nicht mehr. Nach 38 Minuten führt Pfadi erstmals mit sechs Toren – jetzt müssen sich die Kadetten zurückkämpfen.

Zur Halbzeit

Der entscheidende Playoff-Halbfinal zwischen Pfadi Winterthur und den Kadetten Schaffhausen ist eine enge Sache. Im Vergleich zum letzten Spiel greifen die Schiedsrichter deutlich stärker durch. Das trifft aber vorerst die Kadetten härter, die in den ersten 20 Minuten drei Zeitstrafen erhalten. Pfadi führt zwischenzeitlich mit bis zu drei Toren. In der 20. Minuten gelingt den Kadetten in Unterzahl aber der Ausgleich.

Die Kadetten verzichten erneut nicht nur bei Unterzahl zugunsten eines siebten Feldspielers auf den Torhüter.  Das ermöglicht allerdings den Winterthurern ein paar einfache Tore ins freie Tor. Einmal kann inzwischen eingewechselte Simon Kindle in extremis den Ball aus dem Eck kratzen. Kindle gelingen auch sonst ein paar gute Paraden. Allerdings verschiessen seine Vorderleute in der ersten Halbzeit auch zwei Penalties. Topspieler Gabor Czaszar muss nach einer diskreten Leistung Andrija Pendic Platz machen.

Die Ausgangslage

Wer 2:0 geführt und gleich den Heimvorteil geholt hat, dem gleichwertigen Gegner aber ein 2:2 zugestehen muss, womit der Heimvorteil im fünften Spiel wieder bei Pfadi ist, der liegt psychologisch nicht unbedingt im Vorteil. Das Momentum habe nach Winterthur gewechselt, pflegen dann innovative Sportjournalisten zu schreiben. Dabei ist das nichts anderes als eine Platitüde, denn dass dem nicht immer so ist, haben die ZSC Lions zuletzt im siebten Spiel auswärts in Lugano eindrücklich gezeigt: Nachdem sie sich zu Hause im sechsten Match schwer getan hatten und verloren, sammelten sie in der «Belle» nochmals alle Kräfte und holten mit unbändigem Kampfgeist und Siegeswillen den Meistertitel. Trainer Hans Kossmann hatte die richtigen Worte und die passende Taktik gefunden. Der Siebtklassierte war gegen den Zweitklassierten Meister geworden. Bei Pfadi Winterthur gegen die Kadetten trifft der Zweite auf den Dritten, auch da kann die Serie noch auf die Seite des schlechter Platzierten kippen, wenn er neben seiner Play-off-Erfahrung genug Leidenschaft einzubringen vermag. Allerdings kommt dem Heimvorteil im Handball eine grössere Bedeutung zu als im Eishockey. Damit ist vor allem der Einfluss auf die Schiedsrichter gemeint, die sich von einer lautstarken Kulisse bis zu einem gewissen Grad gewiss beeinflussen lassen. „Auswärts muss man normalerweise drei bis vier Tore besser sein als der Gegner“, sagt David Graubner, der Teammanager und Geschäftsführer der Kadetten, der die Gesetze dieses «Geschäfts», insbesondere im Play-off, aus seinen elf Jahren (2006 bis 2017) als Kadetten-Spieler und Abwehrchef bestens kennt.

Das gelte auch fürs heutige fünfte Spiel in der eigentlich auch für Pfadi ungewohnten Eishalle. Graubner erhofft sich heute vom Nummer-1-Schiedrichterpaar Brunner/Salah eine ausgeglichene und vor allem ausgewogenere Leistung als sie Jergen/Zaugg am Donnerstag zeigten. Die hatten – wohl im unbedingten Bemühen, keine Heimschiedsrichter zu sein – in strittigen Szenen einige heikle Entscheide für Pfadi getroffen. Die Winterthurer sehen das natürlich ganz anders … Am besten ist es, wenn die Unparteiischen gar nicht zum Thema werden. Dass es einem extremen Kampfspiel auch heute bis in die Schlussphase eng sein wird, das erwarten alle. Dabei sein können die Handballfans in der grossen Eishalle - die Zielbau-Arena fasst weit über 2000 Zuschauer - oder aber in der TV-Direktübertragung auf MySports ab 16.45 Uhr. Kommentator wird da der Handball-Intimkenner Herbert Zimmermann sein. Der Sieger dieses heissen Showdowns trifft dann in der Finalserie (best of 5) ab dem 12. Mai (1. Spiel in Thun) auf Wacker Thun: Der Finalrundensieger hat sich zweimal mit 3:0 gegen Fortitudo Gossau und den BSV Bern Muri längst fürs Finale qualiziert und wartet gemütlich auf den Gegner.

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