Keine Angst vor grossen Aufgaben

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Schaffhauser N…

Der FC Schaffhausen steht am Samstag bei Lausanne Sport vor einer schweren Aufgabe. Für Mittelfeldspieler Valentino Pugliese ist das kein Problem. Sein Ziel ist klar: drei Punkte.

Mittelfeldspieler Valentino Pugliese (5) findet sich beim FCS immer besser zurecht. Ein Mann mit Perspektiven. Bild: Roger Albrecht

«Wir werden schon einen Tag früher anreisen und im Hotel übernachten», sagt FCS-Sportchef Axel Thoma vor dem Duell auf der Pontaise gegen den Aufstiegsanwärter Lausanne Sport. Dort wurde das Budget auf 15 Millionen Franken hochgeschraubt, das Kader deutlich verstärkt, und ausserdem gibt es ein Stadionprojekt, das den Fussball am Ufer des Genfersees aufwerten soll. Die neue Sportstätte mit 12 000 Plätzen soll 2019 fertiggestellt werden. Die Stadt Lausanne sprach für das Stadion einen Kredit von 76,6 Millionen Franken. Das grosse Ziel lautete deshalb, die Rückkehr in die Super League zu realisieren. Der Club gehört dem schweizerisch-britischen Konzern Ineos. Hinter dieser Chemiefirma steht der britische Milliardär Jim Ratcliffe. Als grosses strategisches Ziel wurde erklärt, dass der Fussballsport in der Region nachhaltig entwickelt werden soll. Um nichts dem Zufall zu überlassen, verpflichteten die Westschweizer Trainer Giorgio Contini, der in der Super League auch schon in St. Gallen gute Arbeit leistete, und Umberto Romano, einst Trainer in der Challenge League beim FC Winterthur. Contini führte schon Vaduz in die Eliteliga und gilt als Aufstiegstrainer.

Voller Zuversicht in die Romandie

Das alles weiss Valentino Pugliese wohl auch, doch er ist Mittelfeldspieler beim FC Schaffhausen, und als solcher interessieren ihn am kommenden Samstag nicht die Hintergründe um den Gegner Lausanne Sport, sondern einzig und allein, wie er und seine Kollegen auf der altehrwürdigen Pontaise ge­winnen wollen. «Wenn wir unser Potenzial abrufen können, liegt meiner Meinung nach ein Sieg drin», sagt der Mittelfeldspieler, der im gelb-schwarzen Trikot mit der Nummer 5 zu erkennen ist. Der 1,74 Meter grosse Spieler hat sich in der Anfangsphase der Meisterschaft einen Stammplatz erkämpft und durch gute Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. «Natürlich habe ich auch Glück, weil wir viele Verletzte haben. Aber ganz schlecht habe ich es trotzdem nicht gemacht», sagte Pugliese.

«Wenn wir gewinnen, können wir Lausanne in der Tabelle überholen.»

Valentino Pugliese, FCS-Mittelfeldspieler

Der 21-jährige Fussballer ist in Thalwil aufgewachsen und hat nach seiner KV-Lehre beim FC St. Gallen, die er in der United School of Sports in Zürich absolviert hat, voll auf die Karte Fussball gesetzt. «Mein grosses Ziel ist es, mich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Dafür arbeite ich sehr hart. Mal schauen, wie weit ich komme», sagt er. Beim FC Schaffhausen, seit Anfang August ist er im Team von Trainer Boris Smiljanic, fühlt er sich rundum wohl. «Die familiäre Stimmung hat mich sehr beeindruckt. So etwas habe ich bis anhin noch nicht erlebt», sagt Valentino Pugliese, der beim FC Wil sein erstes Spiel in der Challenge League absolviert hat. Zuvor und danach spielte er in der U 21, in St. Gallen und beim FC Zürich. Seine Karriere soll mit Bedacht weiterentwickelt werden. «Zunächst möchte ich meinen Stammplatz verteidigen und dann mit unserer Mannschaft in der Liga vorn ­mitmischen. Das können wir schaffen», sagt ­Pu­gliese zuversichtlich. Er selbst hofft, viel Spielpraxis in der zweithöchsten Schweizer Liga sammeln zu können.

Ein sogenanntes Sechs-Punkte-Spiel

Für den Auftritt beim Tabellenzweiten hat er klare Vorstellungen. «Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Spielerisch ist Lausanne nicht besser als wir. Die Partie ist ein sogenanntes Sechs-Punkte-Spiel. Wenn wir gewinnen, können wir Lausanne in der Tabelle überholen. Ich freue mich auf das Duell», sagt der aufstrebende Spieler, der zwar mit Respekt, aber ohne Angst beim Favoriten antreten möchte. Sollte ein Erfolg herausspringen, würde das das Selbstbewusstsein steigern und die Stimmung im Kader weiter heben. Allerdings weiss auch Valentino Pugliese, dass mit Lausanne einer der Big Shots der Liga wartet.

Für FCS-Sportchef Axel Thoma ist Valentino Pugliese ein Spieler mit Perspektiven, der bis jetzt eine erfreuliche Entwicklung gezeigt hat «und noch zulegen kann». Thoma hofft nun, dass das Team von Trainer Smiljanic in Lausanne ohne Druck aufspielen kann. «Wir haben dort ja nichts zu verlieren», sagt Thoma.

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