Endlich wieder Fussball spielen

Autor
Tobias Erlemann

FCS-Neuzugang Adrian Nikci hat mit seinen 28 Jahren schon eine bewegte Karriere hinter sich. In Schaffhausen will er nun wieder in den Rhythmus kommen und dann mit dem Team voll durchstarten.

Adrian Nikci hat sich beim FC Schaffhausen schnell integriert und will nun auf dem Platz zeigen, was in ihm steckt. Bild: Thomas Erlemann

Am meisten schmerzte das Zuschauen. Das Wissen, bereit zu sein, aber keine Chance zu bekommen. FCS-Neuzugang ­Adrian Nikci hat in seiner Karriere schon einige Klippen überwinden müssen. Nun hofft er, wieder voll durchzustarten. «Ich hatte sofort ein gutes Gefühl und freue mich, dass es mit einer Zusammenarbeit geklappt hat. Ich will mich für das Vertrauen revanchieren», sagt der 28-Jährige.

Denn Vertrauen, das spürte Nikci in seiner Laufbahn nicht immer. Beim FC Zürich startete er als Talent voll durch, in seinen Anfängen bei den Profis war der Offensivmann eine Art «Superjoker». Kam er rein, wurde es sofort gefährlich. Nach und nach spielte er sich immer mehr in den Fokus beim Stadtclub – und bei grösseren Vereinen. So wechselte er im Sommer 2012 zu Hannover 96 in die Bundesliga – und schlug sofort ein, gelang ihm doch gleich beim ersten Einsatz gegen Schalke ein Treffer zum 2:2-Ausgleich. Nur kurze Zeit später aber dann der Schock: Nikci erkrankte an einer Hirnhautentzündung. Nach einer Woche wurde der Flügelspieler zwar wieder aus dem Spital entlassen. Doch bis zur vollständigen Genesung und Belastung dauerte es noch einige Zeit. In der Bundesliga ein schwieriges Unterfang, dort steht sofort ein Nachfolger in den Startlöchern.

Und dann begann die Odyssee: Über Hannover ging er im Winter 2014 für ein halbes Jahr zum FC Thun. Dann eine halbe Saison zu den Young Boys Bern, im Winter 2015 zum 1. FC Nürnberg, bevor im Sommer 2015 ein zweijähriges Gastspiel bei Union Berlin auf dem Programm stand. Immer wieder zeigte Nikci gute Ansätze, war motiviert, wollte sich durchsetzen. Aber entweder kamen Verletzungen dazwischen oder ein Trainer baute nicht mehr auf den dribbelstarken Aussenbahnspieler.

Sich fit halten in Einzelregie

Schliesslich kam es dann vergangenen Sommer zum Fussballprofi-GAU: Der Vertrag in Berlin wurde nicht verlängert, Nikci war plötzlich vereinslos. Doch die Hoffnung war gross, sofort wieder irgendwo unterzukommen: «Ich trainierte unter anderem bei GC mit. Und auch zum FCZ gab es Kontakt. Ein Vertrag kam aber nicht zustande», berichtet Nikci. Auch Probetrainings bei Wacker Nordhausen, dem FC Wil oder Bialystok in Polen waren nicht von Erfolg gekrönt. Die Saison begann, die ersten Spiele wurden absolviert – und Nikci war auf dem Wartegleis. «Ich trainierte für mich selbst und hielt mich fit. Ich war immer bereit für den Tag X.» Als dann selbst im Winter kein Engagement zustande kam, kam der 28-Jährige ein Stück weit ins Grübeln. «Einen konkreten Plan B hatte ich mir aber noch nicht zurechtgelegt. Ich wollte unbedingt weiter als Fussballer agieren, ich bin ja noch jung», sagt der gebürtige Zürcher klipp und klar.

Vertrauen zurückzahlen

Die Qualitäten des Offensivspielers waren und sind in der Schweiz aber bekannt. So stand Nikci auch kurz vor einem Vertragsabschluss beim FC Rapperswil-Jona, bei dem ersten Gegner des FC Schaffhausen in dieser Saison. Geklappt mit einen Engagement hat es aber nun beim FCS, die Munotstädter haben Vertrauen in die Qualitäten und statteten Nikci mit einem Zweijahresvertrag aus. «Das Vertrauen will ich nach und nach zurückzahlen und zeigen, was ich kann. Ich will der Mannschaft helfen, unsere Ziele zu erreichen», sagt Nikci. Und was wären das für Ziele? «Persönlich will ich fit bleiben und endlich wieder konstant meinem Beruf nachgehen», sagt der 28-Jährige. Mit dem Team müsse man erst mal schauen. «Wir haben viele neue Spieler und müssen uns noch finden. Ich bin aber überzeugt, dass wir eine starke Mannschaft beisammen haben, die eine gute Rolle spielen wird.»

Alle Spiele des FC Schaffhausen in dieser Saison

1. Runde
Samstag, 21. Juli, 18.00 Uhr: Rapperswil-Jona –Schaffhausen.

2. Runde
Samstag, 28. Juli. 17.30 Uhr: Schaffhausen – Will.

3. Runde
Sonntag, 5. August, 14.30 Uhr: Schaffhausen - Vaduz.

4. Runde
Freitag, 10. August, 20.00 Uhr: Chiasso - Schaffhausen.

5. Runde
Samstag, 25. August, 17.30 Uhr: Schaffhausen - Lausanne-Sport.

6. Runde
Samstag, 1. September, 18.00 Uhr: Winterthur – Schaffhausen.

7. Runde
Samstag, 22. September, 17.30 Uhr: Schaffhausen – Servette.

8. Runde
Dienstag, 25. September, 19.30 Uhr: Aarau - Schaffhausen.

9. Runde
Freitag, 28. September, 20.00 Uhr: Kriens – Schaffhausen.

10. Runde
Freitag – Sonntag, 5. – 7. Oktober: Schaffhausen - Rapperswil-Jona.

11. Runde
Freitag – Sonntag, 19. – 21. Oktober: Lausanne-Sport – Schaffhausen.

12. Runde
Freitag – Sonntag, 26. – 28. Oktober: Schaffhausen – Winterthur.

13. Runde
Samstag/Sonntag, 3./4. November: Servette - Schaffhausen.

14. Runde
Freitag – Sonntag, 9. – 11. November: Schaffhausen – Chiasso.

15. Runde
Freitag – Sonntag, 23. – 25. November: Schaffhausen – Aarau.

16. Runde
Freitag – Sonntag, 30. November – 2. Dezember: Wil – Schaffhausen.

17. Runde
Freitag – Sonntag, 7. – 9. Dezember: Schaffhausen – Kriens.

18. Runde
Freitag – Sonntag, 14. – 16. Dezember: Vaduz - Schaffhausen.

19. Runde
Freitag–Sonntag, 1.–3. Februar 2019: Schaffhausen - Chiasso.

20. Runde
Freitag–Sonntag, 8.–10. Februar: Wil - Schaffhausen.

21. Runde
Freitag – Sonntag, 15. – 17. Februar: Schaffhausen – Kriens.

22. Runde
Freitag – Sonntag, 22. – 24. Februar: Rapperswil-Jona – Schaffhausen.

23. Runde
Freitag – Sonntag, 1. – 3. März: Schaffhausen- Vaduz.

24. Runde
Freitag – Sonntag, 8. – 10. März: Servette - Schaffhausen.

25. Runde
Freitag – Sonntag, 15. – 17. März: Schaffhausen - Lausanne-Sport.

26. Runde
Freitag – Sonntag, 29. – 31. März: Aarau – Schaffhausen.

27. Runde
Dienstag/Mittwoch, 2./3. April: Schaffhausen – Winterthur.

28. Runde
Freitag – Sonntag, 5. – 7. April: Chiasso – Schaffhausen.

29. Runde
Freitag – Sonntag, 12. – 14. April: Schaffhausen - Rapperswil-Jona.

30. Runde
Samstag/Ostermontag, 20./22. April: Kriens - Schaffhausen.

31. Runde
Freitag – Sonntag, 26. – 28. April: Vaduz – Schaffhausen.

32. Runde
Freitag – Sonntag, 3. – 5. Mai: Schaffhausen – Servette.

33. Runde
Freitag – Sonntag, 10. – 12. Mai: Schaffhausen – Aarau.

34. Runde
Mittwoch/Donnerstag, 15./16. Mai: Lausanne-Sport – Schaffhausen.

35. Runde
Donnerstag, 23. Mai: Schaffhausen – Wil.

36. Runde
Sonntag, 26. Mai: Winterthur – Schaffhausen.

 

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