Viele Runden drehen für eine gute Sache

Autor
Daniel Koch

Die Special Olympics feiern Jubiläum. Seit 50 Jahren soll der Sport Menschen mit geistiger Beeinträchtigung dank der Stichworte Wertschätzung, Akzeptanz und Gleichstellung zusammenbringen.

«Es war das erste Mal, dass wir den Sponsorenlauf über die Mittagszeit veranstaltet haben. Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden», sagte Bruno Barth, Direktor von Special Olympics Switzerland, und dankte damit allen, die am ­Jubiläumsanlass mitgeholfen haben. In Schaffhausen fand nach dem Auftakt in Lugano der zweite Sponsorenlauf im Jubiläumsjahr statt, der erste von sieben in der Deutschschweiz. Auf der Munotsportanlage waren fast 100 Läuferinnen und Läufer am Start, die entweder während 15 oder 45 Minuten ihre Runden drehen konnten. Prominentester Läufer auf der Bahn war Joel Burgunder aus Bern, der schnellste 400-Meter-Läufer des Landes. Pro Runde gab es einen Sponsoringbeitrag, der dem guten Zweck zugutekam. «Wir wollen, dass Sportler mit Handicap in normale Clubs integriert werden und einmal pro Woche dort trainieren können», erklärte Bruno Barth ein weiteres strategisches Ziel seiner Or­ganisation.

«Mir macht es Spass, mit welcher Freude und welchen Emotionen sich behinderte Menschen einbringen.»

Franco Marvulli, Welt- und Europameister im Radsport

Ganz besonders freute sich der Direktor, dass mit Claudio Cescato vom Johnson & Johnson-Konzern, zu dem die Schaffhauser Firma Janssen-Cilag gehört, der Mann am Start war, der die Partnerschaft mit Special Olympics initiiert hatte. «Eine gute Sache», erklärte Cescato, der heute als Global Supply Chain Leader beim Actelion-Konzern arbeitet. Weil dieses Engagement genau zum Profil des Unternehmens passe, habe man mitgemacht. Zum Konzept dieses Charitylaufes gehört auch, dass Special Olympics aktuelle oder ehemalige Schweizer Sportgrössen als prominente Gesichter für den Anlass gewinnt, die mit ihrer Präsenz die regionalen Medien anziehen und für Publicity sorgen. Auf der Munotsportanlage war dies der mehrfache Bahnrad-Weltmeister Franco Marvulli, der als Moderator durch die Veranstaltung führte. Marvulli engagiert sich aus Überzeugung seit vielen Jahren für den Behindertensport. «Mir macht es immer wieder Spass, mit welcher Freude und welchen Emotionen sich behinderte Menschen bei Sportanlässen einbringen. Sie sind sehr konzentriert, engagiert und interessiert bei der Sache.» Das ist für den im Weinland lebenden ehemaligen Radprofi immer wieder faszinierend.

Entzündet wurde von Regierungsrat Martin Kessler noch die Special-Olympics-Fackel, die über zwölf Etappen nach Genf zum Jubiläumsabschluss getragen wird.

Warum engagieren Sie sich bei Special Olympics?

 Franco Marvulli

«Mein Schlüsselerlebnis hatte ich bei einem Schulprojekt, als ich eine Veloprüfung für handicapierte Kinder vorbereitete. Es hat mich tief beeindruckt, mit welchem Interesse und welcher Konzen­tration die Kinder mitgezogen haben. Da gab es keinen Unterschied zu normalen Kindern.»

Martin Kessler

Der Schaffhauser ­Regierungsrat freute sich, dass er an den Special Olympics einen Scheck über 2000 Franken übergeben durfte. «Ich finde den Anlass und die Idee super», kommentierte Kessler. Vor allem, weil man damit Menschen mit und ohne Handicap zusammenbringe.

Claudio Cescato

Als Vertreter des Hauptsponsors hat er nicht nur beruflich ein Interesse an einer ­Kooperation zwischen der Wirtschaft und behinderten Menschen. Das geht am unkompliziertesten über den Sport und bringt auch die Gesellschaft dazu, Handicapierte als ganz normal anzusehen.

Daniel Brüschweiler

Der Vorsitzende der Bankleitung bei der Raiffeisenbank unterstützte den Sponsorenlauf mit Tochter Noemi, der ehema­ligen Spitzenkanutin. Vater und Tochter waren sich ­einig: «Das Miteinander im Sport, ist entscheidend. ­Darum sind wir an ­diesem Anlass mit­gelaufen.»

Peter Baumer

Zusammen mit Franco Marvulli war der bekannte Sportfunktionär aus der Region Schaffhausen als Speaker im Regiehäuschen auf der ­Munotsportanlage im Einsatz. Mit viel Witz und Fachwissen unterhielt Baumer im ­Zusammenspiel mit Marvulli Sportler und Besucher.

Miguel Camero

Wissen Sie, was Beatboxen ist? Nein? Wären Sie zum Special Olympics Run gekommen, dann könnten Sie jetzt jedem erklären, wie das funktioniert. ­Camero, der «Human Beatbox ­Entertainer», lief nicht nur beim Sponsorenlauf mit, sondern gab auch ein Muster seiner Arbeit.

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