Wie Leserreporter den Bojen-Test der Schaffhauser Polizei erlebten

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Leserreporter beobachteten den Bojen-Test der Schaffhauser Polizei am Rhein. Bilder: zvg

Eine 10 Meter lange Grundkette an einem 1.7 Tonnen schweren Betonklotz. Das ist die neue Testboje, die im Rhein beim Campingplatz «Dschungel» seit Mitte März im angebracht ist.

Bereits Anfang April beobachteten Leser der SN, wie die Schaffhauser Polizei die neue Boje testete. Insgesamt vier Versuche wurden damals durchgeführt, wie Walter Oderbolz, Roland Saurer und Heinz Koller schreiben. Dreimal wurde die Boje mit Booten angefahren, einmal von einem Schwimmer.

So wurde die Boje zuerst quer angefahren, wie Sie in diesem Video sehen.


«Weder Boot noch Besatzung erleiden den geringsten Schaden», lautet das Urteil der Zuschauer.

«Die Boje wird zur Seite gedrängt. Das Boot dreht sich in normal aufrechter Lage um die Boje. Der Testversuch ist zu 100 Prozent einwandfrei gelungen», notieren die Leser dazu. 

Genauso sollte es sein, sagte in einem früheren Gespräch auch Roland Schwarz, Gewässeraufseher des Kanton Schaffhausen, mit Radio Munot: «Der grosse Vorteil einer Boje ist, dass sie nicht lagegenau ist. Das bedeutet, sie gibt nach und weicht aus».

Auch den zweiten Test wurde filmisch festgehalten von dem Lesern.


Dazu notierten sie:«Die Besatzung setzt sich einige Meter oberhalb der Boje auf die bergseitige Bordwand. Damit wird das Boot in Schräglage bis auf die Wasseroberfläche niedergedrückt und treibt so mittschiffs der Boje entgegen».

Das Resultat: «Bei der Kollision weicht die Boje wiederum seitlich aus. Dadurch wird das gekrängte Boot elegant um die Boje gedreht, ohne dass nur der geringste Schaden an Besatzung und Boot entsteht. Selbst dieser extreme Test ist ein 100 prozentiger Erfolg der Boje». Dabei gaben sie jedoch zu bedenken, dass im Gegensatz zum ersten Test es fraglich sei, ob so ein Szenario jemals eintreten werde. «Wohl kaum jemand wird auf diese unvernünftige Art sich selbst und sein Boot in gefährlichster Schräglage den Rhein hinuntertreiben lassen und so den totalen Untergang von Hab und Gut riskieren».

Test Nummer drei war dann ebenfalls ein Extremtest: «In gleicher, absichtlich durchgeführten Schräglage treiben Besatzung und Boot auf die Boje zu, notieren die Leser. Nicht die Boje, sondern die Besatzung lässt das Boot an der Boje schräg hochlaufen. Dann wird das Boot zur Seite gedrückt und die Polizisten versenken mit ganzer Kraft und Absicht das Boot in den Fluten. Dazu merken sie an: Selbst die Dümmsten würden sich nicht zu einem so exklusiven Gewaltakt hinreissen lassen. Ohne diese Gewalt hätte sich das Boot ohne Kenterung unbeschadet um die Boje herum gedreht, wie bei Test 1 und 2».


Der dritte Test beinhaltete dann einen Schwimmer der Schaffhauser Polizei, der, dieses Mal ohne Boot, die Wiffe ansteuerte. Die Leser notierten: «Der Test-Schwimmer hat keine Probleme und freut sich über den Kontakt mit der Boje».

Im Video sah das so aus:


Die Boje wurde von der Firma Weiseler Bojenbau gebaut. Maximal fünf Jahre soll die Boje getestet werden, wie die Schaffhauser Polizei in einer früheren Medienmitteilung schrieb.

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Kommentare (1)

François Traber Do 29.04.2021 - 18:10

Wird der Bojentest auch noch bei Hochwasser durchgeführt? Zurzeit führt der Rhein ja sehr wenig Wasser.

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