Adlerunterführung: «Was isch? Scho root!»

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Schaffhauser N…

Nicht nur bei Toni Vescoli, auch bei der Adlerunterführung in Schaffhausen ist es oft «scho root». Die Kreuzung sorgt bei Velofahrern seit Langem schon für Unmut.

Sicherheit verbessert: die Adlerunterführung am Bahnhof mit der Kreuzung Spitalstrasse (oben) und Hochstrasse (unten) sowie dem Mühlentalkreisel. Bild: Kay Uehlinger

von Silvan Baumann

Die Adlerunterführung steht auf der Rangliste der meistbefah­renen Strassen Schaffhausens an zweiter Stelle – hinter der Rheinuferstrasse. Im Nadelöhr beim Bahnhof trifft die ganze Palette an Verkehrsteilnehmern aufeinander. Das Nachsehen hatten bislang die schwächsten im Bunde, die Velofahrer. ­Anfang Juli dieses Jahres hat die Stadt ­reagiert und die Verkehrsführung um eine Ampel ergänzt.

«Schliesslich ist es ein Abwägen Sicherheit gegenüber Wartezeit.»

Rolf Armbruster, Tiefbau Schaffhausen

«Wir bemängeln die Sicherheitslage in der Adlerunterführung schon seit 2012», bemerkt Simon Furter, Geschäftsführer von Pro Velo Schaffhausen. Immer wieder hätte der Verein diesbezüglich Meldungen von Velofahrern erhalten. Für Unmut sorgte vor allem die Situation beim Linksab­biegen aus der Adlerunterführung in die Spitalstrasse Richtung Mühlentalkreisel. Zwar werden die Fahrzeuge noch vor der Unterführung in Links- und Rechtsabbiegende aufgeteilt, um eine Überschneidung der Abfahrtsrichtungen zu verhindern, für ­Velofahrer gilt dies jedoch nicht, und auch Autofahrer setzen sich oft über die Spurtrennung hinweg. So kamen sich Velofahrer und Automobilisten mit unterschied­lichen Fahrtrichtungen regelmässig in die Quere.

Eigenes Signal für Velofahrer

Um dies in Zukunft zu vermeiden hat die Stadt ein zusätzliches Lichtsignal mit eigener Grünphase für Velofahrer eingerichtet. Diese werden neu getrennt vom restlichen Verkehr angehalten und über die Kreuzung geführt. «Es war einiges an Planung und Erneuerung notwendig», meint Rolf Armbruster, bei Tiefbau Schaffhausen für die Verkehrsinfrastruktur zuständig. So seien zusätzliche Detektoren in die Velofahrbahn eingebaut worden, um den neuen Prozess zu optimieren und unnötige Wartezeiten zu verhindern, erklärt er. Die Kreuzung werde für Velofahrer nur dann gesperrt, wenn auch Bedarf bestehe. Eine Verlängerung der Wartezeiten sei jedoch Tatsache, meint Armbruster und weist ­darauf hin, dass die zusätzlich anfallenden Sekunden auf alle Verkehrsteilnehmer aufgeteilt würden. Dies ist vor allem für Autofahrer, welche ohnehin schon lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, mühsam. «Schliesslich ist es ein Abwägen Sicherheit gegenüber Wartezeit», und da sei die Priorität klar, gibt Armbruster zu bedenken.

Ohne Rücksicht und etwas Geduld wird die Adlerunterführung zu Stosszeiten also auch in Zukunft nicht zu passieren sein. Für Simon Furter von Pro Velo Schaffhausen ist die jetzige Lösung jedoch eine klare Verbesserung für die Sicherheit der Velofahrer. Allerdings sieht er noch Optimierungsbedarf. Pro Velo Schaffhausen verzeichne noch negative Rückmeldungen zur Situation bei der Unterführung. So sei die Zeit, welche den Velofahrern für das Überqueren der Kreuzung eingeräumt werde, zu kurz bemessen: «4 bis 5 Sekunden sind zu wenig», so Furter. Gerade für Velos mit Anhängern oder Familien mit Kindern sei die Zeit zu knapp, was zu heiklen Situationen führen könne.

Anpassungen brauchen ihre Zeit

Auch Rolf Armbruster vom Tiefbau sieht noch Verbesserungspotenzial. So würden Busfahrer, welche beim Einbiegen in die Adlerunterführung zu weit ausholen, den Detektor auf dem Velostreifen auslösen, was zu einer unerwünschten Sperrung der Kreuzung führe. «Es braucht jeweils etwas Zeit, bis sich alle Verkehrsteilnehmer an eine neue Situation gewöhnen», gibt Armbruster zu bedenken. Man werde die Situation weiterhin beobachten.

Auch für Autofahrer bleibt die Kreuzung ein Thema. In den Stosszeiten kommt es noch immer zu langen Staus. Eine Ver­besserung ist jedoch in Planung. Wie die genau aussieht, ist aber noch unklar. Und so heisst es weiterhin: «Es nützt au nüt, wend machsch und tuesch, wenn root isch root.»

#1

Bevor die Velofahrer immer mehr Forderungen stellen, sollten sie sich gefälligst zuerst einmal an die gelteneden Verkehrsregeln halten. Es ist erstens erschreckend und zweitens äusserst gefährlich wie ein Grossteil der Velofahrer die geltenden Verkehrsregeln missachten!

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