30'000 Besucher am Lindli-Fäscht

Autor
Elena Stojkova

Nach dem regnerischen Auftakt am Freitagabend erfüllten sich die Hoffnungen von Besuchern und Veranstaltern des Lindli-Fäschts: Am Samstag spielte das Wetter mit.

Die Sonne scheint, die Besucher schlendern gemütlich durch das Lindli­-Fäscht-Areal – auf der Suche nach einem schattigen Plätzchen. In der Hand Glace oder kühle Drinks, in den Ohren Livemusik: Am Samstagnachmittag bot das Rhein­ufer alles für das Strandfeeling. «Das Lindli-Fäscht ist ein Stück Kultur», sagt eine Besucherin. «Solche Events schaffen eine Verbindung zwischen den Bewohnern und ihrer Heimatstadt.» Überall sieht man glückliche Gesichter: Auch viele Kinder sind unterwegs. Speziell für sie gemacht ist der Kids-Corner von der Leu Rüsi Bau AG: Im Angebot sind Bull­riding, eine Hüpfburg und Sandumladen mit einem Bagger. «Bis ziemlich spät am Abend tummelten sich am Rheinufer noch Familien mit Kindern», sagt Sebastian Waldmeier, der das Fest zusammen mit Tobias Hunziker organisiert hat.

Um die «Sommerlust» herum werden Geruchs- und Geschmacksnerven verwöhnt: Dort gibt es thailändisches, griechisches, indisches und türkisches Essen. «Am Freitag war es zu regnerisch, jetzt ist es zu heiss für die Food-Stände, aber unsere Zeit kommt am Abend», sagt Sara Moreno vom Churros-Stand am Samstagnachmittag. Sie behält recht: Am Samstagabend ab etwa 18 Uhr füllt sich das Food-Village: Bis zum Ende des Festes stehen die Besucher Schlange.

Ausgelassen feierten, tanzten und plauderten Besucher jeden Alters am Lindli-Fäscht. Bild: Selwyn Hoffmann

Neben Livemusik-Acts und verschiedenen DJs lockte auch eine Tanzaufführung: Die Reggaeton-Tanzgruppe Kikinos um Leiterin Doris Beer begeisterte die Zuschauer vor dem Salzstadel. «Wir trainieren schliesslich auch, um das Tanzen jemandem zu zeigen», sagt Tänzerin Kathrin Loosli. Ob als Zuschauer, auf den Tanzflächen vor den Bühnen mit verschiedenen Musikrichtungen oder bei den Lounges auf dem Rheinsteg, wo ein angenehmer Wind weht: Für jeden Geschmack ist am Lindli-Fäscht etwas dabei.

Lindli-Fäscht dieses Jahr grösser

Der Strassenabschnitt beim Festgelände ist mit Lastwagen abgesperrt, der Ver- kehr wird umgeleitet. Während des gan-zen Fes­tes sind Sicherheitsleute präsent. «Wir hoffen natürlich, dass es uns langweilig wird», sagt Rettungsschwimmerin ­Denise Gasser. Zu gefährlichen Situationen kommt es glücklicherweise nicht, langweilig bleibt es aber auch nicht. «Plötzlich sah ich einen Kopf im Wasser», sagt eine Besucherin. Sicherheitsleute auf einem Boot leiteten am Samstag um etwa 22.30 Uhr einen Schwimmer an Land. Schaulustige beobachteten die Situation. «Der Schwimmer war füdliblutt», erzählt eine Frau belustigt.

Pünktlich auf die Minute – am Freitag um 23.30, am Samstag um 0.30 – wurde die Musik ausgemacht.

Das Lindli-Fäscht war dieses Jahr grös­ser als bei seiner ersten Ausgabe 2017: Das Festareal begann bereits beim Freien Platz vor dem «Güterhof» und erstreckte sich bis hinter die «Sommerlust». «Aufgrund des noch grösseren Publikumsaufkommens hat es die Erweiterungen und Anpassungen gebraucht», sagt Waldmeier. Überdachungen und Zelte waren am Freitagabend nützlich. «Der Regen schadet einem Outdoor-Event schon.» Viele Besucher waren mit Regenschutz unterwegs. Sie liessen sich ihre Pläne vom schlechten Wetter nicht kaputt machen. «Tanzen im Regen steht doch sowieso auf vielen To-do-Listen», meint eine Besucherin. «Unser Grossvater hat immer gesagt: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung», fügt eine weitere Besucherin hinzu. Vor allem die Parkbühne war am Freitag bei den Tanzenden beliebt. «Trotz Regen war die Tanzfläche voll!», sagt Barkeeperin Jennifer Keller. Ihre Kollegin Melanie Heiliger fügt hinzu: «Wir mussten viele Alterskontrollen machen, viele wollten Wodka und Gin.»

Auf die Minute pünktlich – am Freitag um 23.30, am Samstag um 0.30 – wurde die Musik ausgemacht. Schnell leerte sich jeweils das Festgelände, alle strömten in Richtung Afterpartys. Bis heute Abend wird alles aufgeräumt sein, sagt Organi­sator Hunziker. «Wir sind müde, aber glücklich.»

Das Rheinufer erstrahlte im Partylook für Gross und Klein

Bei grosser Hitze am Samstag tobten sich Florian Uhlig (l.) und Diego Riuma (beide 6) am Lindli-Fäscht richtig aus. Seit einer Stunde schon waren die beiden beim Kids-Corner der Leu Rüsi Bau AG. Dort konnten sie unter anderem baggern, um einen gelben Schutzhelm als Souvenir zu bekommen. Mit diesem und wie die Zeichentrickfigur «Bob der Baumeister» ging es weiter auf die Hüpfburg. Die beiden schwärmen auch vom Bullriding, dort haben sie es so lange ausgehalten, bis die Maschine gestoppt werden musste.

Drei Generationen – der Sohn ­ Raphael Leu (22) mit Vater Marcel Leu (l., 56) und Grossvater Elia Graci (72). Das Trio geniesst die Stimmung am Freitagabend und hat gemeinsam auf den Sohn angestossen: Raphael Leu hatte seinen Auftritt mit der Band Kaufmann. «Das Publikum blieb wegen des regnerischen Wetters ein wenig spärlich, aber trotzdem war es ein grosser Spass», meint er. Sein Grossvater Elia Graci findet die vielen Attraktionen und die Stimmung am Rheinufer grossartig. «Für die Jungen ist das hier grandios», meint Graci. «Und für uns ­natürlich auch», schmunzelt Marcel Leu. Die drei sind sich einig: Es wäre schöner bei trockenem Wetter, aber trotz des Regens hat es viele Besucher. Durch diese Stimmung falle einem der Regen gar nicht mehr auf.

Der Schaffhauser DJ Pfund 500, mit bürgerlichem Namen Tobias Pfund, ist Mitorganisator des Lindli-Fäschts. Pfund ist in Buchthalen aufgewachsen und hat schon in seiner Jugend viel Zeit am Lindli verbracht. Jetzt – 20 Jahre später – kann er das Lindli mit seiner Musik zum Beben bringen. Das regnerische Wetter am Freitag liess den DJ kalt. «Beim Aufbau war ich über die Abkühlung froh, und die Stimmung ist trotz Regen immer noch gut.» Von 22 bis 23.30 Uhr sowie an der Afterparty im «Orient» brachte Pfund hinterm DJ-Pult die Menschenmassen zum Tanzen.

Jamaikanisches Strandfeeling am Rheinufer: Tommy Schmied, Organisator der Caramba-Bar, verpflegte die Passanten am Samstag mit frischen grünen Kokosnüssen. Gekonnt klopfte er diese auf den Tisch, sodass sich eine kleine Öffnung für den Strohhalm bildete. «Das Schaffhauser Lindli-Fäscht ist eine Riesenparty», sagte der Winterthurer. «Gute Musik, Drinks, Sonne und grüne Kokosnüsse. Mehr braucht man nicht.» (est)

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