Versorgungskrise? Mitnichten: Schaffhauser Kantonalbank glaubt nicht an eine Rezession – trotz Iran-Krieg

Kay Fehr | 
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Medienorientierung der Schaffhauser Kantonalbank, Bild zeigt CEO Alain Schmid, am Dienstag, 11. Mᅢᄂrz 2025. (Melanie Duchene / Schaffhauser Nachricht
In einem Marktüberblick schreibt die Schaffhauser Kantonalbank, dass es zu kurz greife, aus den Folgen des Iran-Krieges eine weltweite Versorgungskrise abzuleiten. Archivbild: Melanie Duchene

Schon über einen Monat ist es her, seit die USA den Iran angegriffen haben. Ein weltweites Chaos hat dieser Krieg aber – bei all seiner Grausamkeit – nicht ausgelöst. Christian Hefti von der SHKB weiss: «Krisen sind häufiger, als wir glauben, ihre langfristigen Folgen werden jedoch oft überschätzt.»

Es ist eine Art «Good News» aus der Finanzwelt: Während mancherorts eine weltweite Versorgungskrise als Folge des Iran-Krieges befürchtet wird, hat die Schaffhauser Kantonalbank (SHKB) in einer Einschätzung für ihre Anlegerinnen und Anleger diese Spekulation entkräftet. Zwar betreffe die Einschränkung des Öl- und Gasflusses sowie der Aluminiumproduktion am Persischen Golf viele Länder direkt und führe nicht nur zu höheren Preisen weltweit, sondern auch zu Versorgungsengpässen, schreibt Anlagespezialist Christian Hefti in seinem Marktüberblick. «Daraus allerdings eine weltweite Versorgungskrise abzuleiten, greift zu kurz. Die Auswirkungen werden kaum genügen, die dienstleistungsdominierte Weltwirtschaft in eine Rezession zu stürzen.»

Robuste Unternehmen sind Krisen gewohnt

Freilich, die Situation und ihre Folgen dürften nicht verharmlost werden, schreibt Hefti weiter. Die Strasse von Hormuz sei für Rohöl, Erdgas, raffinierte Produkte, Dünger und Aluminium eine wichtige Route. Für Unternehmen sei das indes bei Weitem nicht die erste Krise. «Firmen sind enorm anpassungsfähig und geübt in der Erschliessung alternativer Quellen und der Substituierung von Rohstoffen», so der Anlagespezialist. Zudem befinde sich die Wirtschaft nicht, wie etwa 2022 nach dem Ende der Covid-Pandemie, in einer Boomphase mit steigender Inflation, sondern im Bereich des Trendwachstums.

Tatsächlich verhielten sich die Börsen trotz des Angriffs lange zurückhaltend – man warf ihnen gar Kurzsichtigkeit vor. Sie reagierten erst, nachdem der Krieg bereits einige Wochen andauerte. Und auch dann stürzten die Kurse nicht ins Bodenlose. «Der Krieg am Persischen Golf hinterlässt Spuren. Allerdings sind diese weniger drastisch, als es die Berichterstattung vermuten liesse», so Heftis Zwischenfazit. «Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet dies, ihrer Anlagestrategie treu zu bleiben und auf Diversifikation zu setzen», schreibt der SHKB-Mann.

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