Georg Fischer verzeichnet 2019 einen deutlichen Umsatzrückgang

Autor
Dario Muffler

Der konjunkturelle Gegenwind und die schwächelnde Autoindustrie bescheren dem Schaffhauser Industriekonzern Georg Fischer Umsatzeinbussen.

Das vergangene Jahr brachte für Georg Fischer grosse Herausforderungen mit sich. Bild: zvg/Roger Frei

Georg Fischer (GF) spürt den konjunkturellen Gegenwind und die handelspolitischen Unsicherheiten: Der Schaffhauser Industriekonzern musste 2019 einen Umsatzrückgang von 18,6 Prozent auf 3,7 Milliarden Franken hinnehmen (2018: 4,6 Milliarden Franken). Das Betriebsergebnis (Ebit) belief sich auf 235 Millionen Franken. Gegenüber 2018 ist das ein Minus von 38 Prozent. Die entsprechende Marge verringerte sich gegenüber dem Vorjahr von 7,6 auf 6,3 Prozent. Berücksichtigt sind dabei Einmaleffekte, die mit 46 Millionen Franken zu Buche geschlagen haben. Der Grund dafür ist der strategische Umbau der Division Casting Solutions. GF verkaufte letztes Jahr eine Eisengiesserei in Herzogenburg in Österreich und verlagert Stellen von Deutschland nach Österreich und Rumänien. GF will sich künftig auf den Leichtmetallbau fokussieren. 

Casting Solutions, die zweitgrösste Division, ist es denn auch, die den grössten Umsatzrückgang (- 43,7 Prozent) verzeichnet. Ein Grossteil der Einbusse ist aber auf die Devestitionen – also die Verkäufe der Giessereien – zurückzuführen. Ohne diesen Effekt läge der Rückgang bei minus 9,7 Prozent. Die Umstrukturierung zeigt sich auch im Ebit: Vor Einmaleffekten liegt es bei 22 Millionen Franken, eingerechnet den einmaligen Aufwendungen bei – 24 Millionen Franken. Machining Solutions, welche am Umsatz gemessen die kleinste Division ist, büsste gegenüber 2018 (1,1 Milliarden Franken) währungsbereinigt 8 Prozent an Umsatz ein (972 Millionen Franken). Die Division verzeichnete ein Ebit von 57 Millionen Franken (2018: 88 Millionen Franken). Trotz schwierigem Marktumfeld den Umsatz halten konnte hingegen Piping Systems. Er lag 2019 wie im Vorjahr bei rund 1,8 Milliarden Franken (+ 1 Prozent währungsbereinigt). Auch das Betriebsergebnis liegt mit starken 214 Millionen Franken im Rahmen des Vorjahres.

Piping Systems überragt die anderen beiden Divisionen auch hinsichtlich Profitabilität. Mit einer Ebit-Marge von 11,9 Prozent liegt die Division auf Vorjahresniveau und erreicht das strategische Ziel des Konzerns. Zu den höherwertigen Geschäftssegmenten zählt etwa die Marine. Piping Systems soll hier stärker tätig werden, worauf die Akquisition des amerikanischen Dienstleisters Global Supply Co. In Hallandale Floriada, im vergangenen August zurückzuführen ist.Casting Solutions bewegt sich unter Einbezug der Einmaleffekte der Verkäufe und Verlagerungen von Arbeitsstellen im negativen Bereich (- 2,5 Prozent). Ohne Einmaleffekte liegt die Marge bei 2,3 Prozent, im Vorjahr lag sie mit 5,1 Prozent ebenfalls deutlich unter dem Zielwert. 2019 nur knapp unter dem angestrebten Zielkorridor einer Marge von 7 bis 9 Prozent liegt Machining Solutions mit 5,9 Prozent. Über den gesamten Konzern ergibt sich ein Wert von 6,3 Prozent (7,6 Prozent vor Einmaleffekten).

Die Dividende soll trotz des schlechteren Ergebnisses als 2018 auf dem Vorjahresniveau bleiben. Die Generalversammlung findet am 15. April in Schaffhausen statt.

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