Bei der Sanierung des «Rosenbergs» stand die Zeit einen Tag lang still

Autor
Dario Muffler

Die Sanierung des Schulhauses Rosenberg wird bis Ende Jahr dauern. Die Turmuhr glänzt aber schon wieder.

Fritz Geissbühler montierte diese Woche die goldenen Zeiger der Turmuhr auf dem Schulhaus Rosenberg. Bild: Dario Muffler

Der Aufstieg zur Turmuhr des Schulhauses Rosenberg ist nichts für schwache Nerven. Zuerst geht es über das Baugerüst in die Höhe. Auf dem Schulhausdach endet die Einrüstung, und man steigt über die Dachlatten weiter nach oben. Die Aussicht über Neuhausen und in Richtung Kohlfirst kann man in diesem Augenblick nicht geniessen; man konzentriert sich lieber auf die einzelnen Tritte himmelwärts. Auf dem Gerüst in gut 45 Metern Höhe angekommen, bleibt erstmals Zeit, den Blick über den Rhein und die Windräder auf Verenafohren schweifen zu lassen. Im Rücken aber befinden sich die im Sonnenlicht golden glänzenden Ziffern der Uhr, die den stattlichen Durchmesser von knapp zwei Metern hat.

Anfang der Woche montierten zwei Mitarbeiter der Firma Muff Kirchturmtechnik die Uhr. Bei einer Kontrolle derselbigen früher im Jahr hatte man festgestellt, dass sich die Goldbeschichtung gelöst hatte. Die Zeiger sowie die Ziffern wurden nun neu vergoldet, das Werk instand gesetzt. Einen Tag lang stand die Zeit auf dem «Rosenberg» still. «Das sind unspektakuläre Routinearbeiten, die an einem Tag er­ledigt sind», sagt Fritz Geissbühler, während er testet, ob die Zeiger sich reibungslos drehen.

Es wird etwas teurer

15 000 Franken hat der Neuhauser Gemeinderat im Juni für die Restauration der Turmuhr freigegeben. Von den Gesamtkosten der Sanierung des «Rosenbergs» macht die Uhr nur einen kleinen Bruchteil aus. Aktuell schätzt das Baureferat der Gemeinde Neu­hausen, dass sich die Kosten zwischen 1,4 und 1,6 Millionen Franken bewegen werden. Budgetiert waren 1,6 Millionen Franken (plus/minus 10 Prozent). Ursprünglich gerechnet hat die Gemeinde aber nur mit Kosten zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Franken.

Dass es teurer wird, liegt daran, dass die Sanierung länger dauert. «Die Arbeiten verliefen zwar reibungslos, nur brauchten wir länger als gedacht», sagt Natascha Vettiger vom Neuhauser Baureferat. Während der heissesten Phasen im Sommer mussten die Arbeiten eingestellt werden. «Auf dem Dach wurde es zu heiss», so Vettiger. «Zudem brauchten die Handwerker mehr Erholung.» Da man ursprünglich auch nicht von einem so grossen Durchmesser der Turmuhr ausgegangen war, wollte man die Ar­beiten um die Uhr mithilfe einer Hebebühne erledigen. Wegen der Grösse und der Höhe musste dann aber auch der Turm eingerüstet werden. Das Gerüst wurde dadurch teurer.

Die Sanierung der Aussenhülle des «Rosenbergs» sei dringend notwendig gewesen, sagt Vettiger. Während die Fassade regelmässig aufgefrischt wurde, ist es seit dem Schulhausbau vor über 100 Jahren die erste Dachsanierung. «Die Sicherheit der Schüler gab Anlass, die Sanierung jetzt anzupacken», so Vettiger. Bei der Kontrolle des Dachs habe sich gezeigt, dass zahlreiche Ziegel bereits in den Dachrinnen lagen. Auch die Rinnen selbst und die Wasserabflussrohre befanden sich in einem schlechten Zustand.

Schluss mit Hineinregnen

Im Rahmen der Dachsanierung wird auch ein Unterdach eingebaut. «Dieses dient einerseits dem Witterungsschutz, andererseits hält es die Wärme besser im Gebäude», sagt Vettiger. «Wenn es stark regnete oder schneite, drang sogar Wasser ins Gebäude ein.» Damit ist nun Schluss.

Die Fassade des Schulhauses wird zudem frisch gestrichen. Die darauf vorhandenen Verzierungen wurden mit einem Schutzlack überzogen. Beim Haupteingang wurden die Muster in den Türbogen nachgearbeitet. Da das Gebäude denkmalgeschützt ist, wurden sämtliche Arbeiten mit der Denkmalpflege abgesprochen, betont Vettiger. So sind etwa auch zusätzliche, glänzende Kupferdrähte für die Blitzableiter abgesegnet. «Durch die Witterung sieht man diese sowieso schon bald nicht mehr», so Vettiger. Bis Ende Jahr sollen sämtliche Arbeiten abgeschlossen sein.

 

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