Löhninger Stimmberechtigte wollen keine zweite Turnhalle

Autor
Luc Müller

Mit einem klaren Nein wurde der Baukredit von 3,4 Millionen Franken gestern an der Urne abgelehnt.

So hätte die neue Turnhalle ausgesehen: Die Löhninger haben sich aber nun gegen den Neubau ausgesprochen. Bild: zvg

Zwei unterschiedliche Gefühls­lagen dominierten gestern um 12 Uhr: Während der Löhninger Baureferent Fredi Meyer von einer grossen Enttäuschung sprach, zeigte sich Gemeindepräsident Fredy Kaufmann sehr erleichtert. Für Enttäuschung und Erleichterung sorgte das Resultat der Urnenabstimmung über den Baukredit von 3,4 Millionen Franken für eine zweite Turnhalle. Das Resultat war deutlich: 525 Löhninger stimmten gegen die neue Halle, 216 sagten Ja. Die Stimmbeteiligung lag bei sagenhaften 76 Prozent. In Zahlen: Von den 996 Stimmberechtigten in der Gemeinde legten 757 einen Stimmzettel in die Urne (ungültige Stimmzettel: 16, gültige gesamt: 741).

«Mir stinkt es. Ich habe auf ein anderes Resultat gehofft.»

Fredi Meyer, Baureferent , Löhningen

«Mir stinkt es im Moment gerade. Ich bin sehr enttäuscht. Ich habe gehofft, es kommt anders heraus», so die Reaktion des Baureferenten gegenüber den SN. Meyer hatte sich anders als der Gemeindepräsident stark für den Neubau einer zweiten Halle eingesetzt. Im Dorf war die Vorlage seit Monaten Gesprächsthema Nummer eins. Sogar der fünfköpfige Gemeinderat war sich uneins: Drei Exekutivmitglieder waren gegen den Baukredit, zwei dafür.

«Ich hoffe, wir können jetzt wieder zur Normalität zurückkehren.»

Fredy Kaufmann, Gemeindepräsident, Löhningen

Zu den Gegnern zählte der Löhninger Gemeindepräsident Fredy Kaufmann. Sein Hauptargument: Der Neubau verursache jährlich wiederkehrende Kosten über 25 Jahre hinweg, die nur mit einer Steuerfusserhöhung von rund 6 Prozent zu meistern wären. Aber schon im Dezember 2017 habe der Souverän den Steuerfuss um 7 Prozent auf 89 Prozent erhöht. Er sei überrascht über das deutliche Resultat: 70 Prozent der abgegebenen Stimmen hätten sich gegen die Halle gerichtet – das sei ein deutliches Votum. «Ich hoffe, wir können jetzt nach dem Entscheid wieder zur Norma­lität in der Gemeinde zurückkehren», sagte Kaufmann. «Schliesslich hat wohl die Aussicht, dass die Steuern wegen der Halle so stark steigen würden, den Ausschlag für ein Nein gegeben. Die Stimmberechtigten haben erkannt, dass die Investition vor allem einer Gruppe und nicht der ganzen Bevölkerung zugutekommt», so Kaufmann weiter. Bei einem Ja hätte er ein schlechtes Gefühl gehabt: Man hätte auf Kosten der neuen Halle auf viele wichtige Investitionen im Dorf verzichten müssen.

«Wir werden die Halle weiter im Auge behalten und auch im Finanzplan berücksichtigen», betonte der Gemeindepräsident gestern gegenüber den SN, «aber in den nächsten fünf bis zehn Jahren wird die alte Halle genügen, wenn man Sanierungen vornimmt.»

Befürworter wollen langfristig neue Halle

Anders sieht das Baureferent Fredi Meyer: «Ein Turnhallenneubau wird unumgänglich sein. Die bestehende Halle ist weiterhin zu klein und zu niedrig. Wir werden das Resultat nun analysieren.» Der Neubau sei sicher an den Kosten gescheitert. «Wenn es um Geld geht, sind viele nicht bereit, für eine kleinere Gruppe zu zahlen. Aber längerfristig müssen wir uns fragen, wie wir die Gemeinde Löhningen weiterentwickeln wollen. Es braucht Investitionen in die Infrastruktur, um attraktiv zu bleiben.» Wie geht es nun für den Turnverein Löhningen weiter, der das Projekt für den Neubau lanciert hat. Fredi Meyer, selbst Mitglied im Turnverein, dazu: «Wir werden uns wie bis anhin zur Decke strecken und im Foyer oder im Gang turnen und Wettkämpfe nur ausserhalb des Dorfes bestreiten. Wir werden trotz Platzmangel aber weiter Personen im Turnverein aufnehmen und deshalb keine Kinder nach Hause schicken.»

Vielleicht doch nach Beringen?

Gemeindepräsident Fredy Kaufmann hofft auch weiter auf lösungsorientierte Gespräche mit den Turnverein. «Vielleicht nimmt man die Idee, sich in der neuen Dreifachturnhalle in Beringen einzumieten, doch wieder auf», so seine Hoffnung für die Zukunft.

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