Schaffhauser Tiktoker nach Beleidigung von Nati-Stars verurteilt – jetzt sammelt er Spenden

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Der TikToker Mirco Casorelli alias bireweichesouhund , im Interview mit SN Redaktorin Anna Kiefer und Elin Ott, am Donnerstag, 23. Mai 2024. (Melanie Duchene / Schaffhauser Nachrichten)
Die Schaffhauser Staatsanwaltschaft hat Mirco Casorelli verurteilt. Bild: Melanie Duchene

Der Schaffhauser Tiktoker Mirco Casorelli wurde wegen Diskriminierung und Aufruf zu Hass zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Zudem muss er eine Busse zahlen.

Die Staatsanwaltschaft Schaffhausen hat den Tiktoker Mirco Casorelli, auch bekannt als «bireweichesouhund», wegen Diskriminierung und Aufruf zu Hass schuldig gesprochen. Grund war seine Videoreihe namens «Singkontrolle», bei der er die Spieler der Nationalmannschaft während der Hymne bewertete. Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka bezeichnete er dabei als «Schachtelgrunde», Murat Yakin als «Kebab-Verkäufer», den dunkelhäutigen Jordan Lotomba als «gfürchigi» Gestalt. Der Schweizerische Fussballverband hatte ihn deswegen angezeigt.

Der Schaffhauser mit knapp 84’000 Follower auf Tiktok zeigt wenig Verständnis: «Der Verband hätte sich mit meinen Inhalten beschäftigen müssen, dann hätten sie gemerkt, dass ich das nicht ernst meine», sagt er nach dem Urteil gegenüber «Blick». Und weiter: «Mein Vater ist Italiener, meine Frau und mein Kind sind dunkelhäutig, sie haben Rassismus erlebt. Ich bin der Letzte, der Rassismus fördern würde.» 

Fans spenden für die Busse

Die Staatsanwaltschaft hat Casorelli zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 180 Franken, insgesamt also 10’800 Franken, sowie zu einer Busse in Höhe von 2700 Franken verurteilt. Zudem muss der Tiktoker Verfahrenskosten in Höhe von 400 Franken übernehmen.

Um das Geld zu bezahlen, hat Casorelli ein Crowdfunding gestartet. Seine Fans haben ihm Stand Montagnachmittag bereits 2775 der angepeilten 3100 Franken gespendet. Der Schaffhauser will das Urteil nicht weiterziehen.

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