Um 14.20 Uhr fuhren die ersten Fahrzeuge durch den Galgenbucktunnel

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Schaffhauser N…

Schaffhauser Verkehrspolizisten waren gestern an der Verkehrsfreigabe des Galgenbucktunnels vor Ort und beobachteten. Gleichzeitig wurden drei Böllerschüsse auf dem Munot abgefeuert.

Die Ampeln im Bahntal zur Einfahrt in den Galgenbucktunnel standen gestern Vormittag noch auf Rot, was der Bevölkerung nicht entging. Auch in den sozialen Medien wurde ­darüber diskutiert: «Vielleicht hat es schon einmal geknallt, was ich aber nicht hoffe», schreibt einer. «Irgendjemand wird eine Saufreude haben und denken: Ihr könnt alle noch warten», ein anderer. Das Bundesamt für Strassen (Astra) und die Schaffhauser Polizei ­gaben keine genaue Zeitangabe zur Tunnelöffnung bekannt. «Wir wollten den Galgenbucktunnel nicht während der Rush Hour eröffnen, um allfälligen Verkehrsbehinderungen entgegenzuwirken», sagte Martin Tanner von der Schaffhauser Verkehrspolizei.

Eröffnung mit drei Böllerschüssen

Rund eine halbe Stunde vor Verkehrsfreigabe mussten Betonpoller und die provisorische Signalisation auf den ­Verkehrstafeln entfernt werden. Um 14.20 Uhr war es dann so weit: Die Einsatzzentrale der Schaffhauser Polizei schaltete die Signalisation um. So fuhren die ersten Autos von Neuhausen her über die neue Brücke auf die Autobahn Richtung Winterthur, und auch die Schranken im Bahntal sowie in der Enge öffneten sich. Drei Böllerschüsse auf dem Munot begleiteten die fast schon historische Verkehrsfreigabe – dies hat das Astra organisiert.

Die beiden Schaffhauser Verkehrspolizisten Roger Bolliger und Peter Stocker durften als erste im Patrouillenauto durch den Galgenbucktunnel fahren – dicht gefolgt von einem Fahrzeug aus Bern. «Wir wurden von ein paar Leuten angefragt – bei solchen Events wollen immer alle die Ersten sein», sagte Tanner und lachte. Einige Fahrzeuge rollten dann vom Bahntal durch den Tunnel in die Enge und umgekehrt – als wäre dieser nichts Neues. Die Freigabe für den Verkehr lief störungsfrei.

Seit elf Jahren involviert

Andreas Weidinger, Gesamtprojektleiter des Galgenbucktunnels, ist massgeblich verantwortlich für die Realisierung des 215-Millionen-Franken-Projektes. Auch er war gestern bei der Verkehrsfreigabe dabei und war froh, dass das Projekt nun erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Er ist überzeugt, dass alles gut funktionieren wird. «Ich habe mich elf Jahre intensiv mit dem Galgenbucktunnel beschäftigt, es war eine Herzensangelegenheit.» Nun stehen aber noch einige administrative Arbeiten an, womit Weidinger weitere drei Monate beschäftigt sein wird. ­Danach wartet bereits das nächste Projekt auf ihn: der Kerenzerbergtunnel am Walensee.

Der 1138 Meter lange Galgenbucktunnel soll den Klettgau näher an die Stadt Schaffhausen bringen – vor allem aber die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall um die Hälfte des heutigen Durchgangsverkehrs entlasten. Zuletzt passierten zu Spitzenzeiten täglich bis zu 30'000 Fahrzeuge die Gemeinde auf dem Weg zum Autobahnanschluss Schaffhausen Süd und davon weg.

Wie war die erste Fahrt durch den Galgenbucktunnel?

 

Marco Wäckerlin: Er war kurz nach Tunneleröffnung auf dem Rückweg von Beringen nach Schaffhausen. «Ich werde jetzt gleich durch den Galgenbucktunnel fahren und bin gespannt, wie viel Zeit ich dabei einsparen kann.»

 

Orawan Kübler: Sie wartete gestern in der Früh vergebens auf die Eröffnung des Tunnels. «Ich habe mich schon lange darauf gefreut.» Am Nachmittag fuhr sie dann zum ersten Mal durch – und war beeindruckt. «Es wurde gute Arbeit geleistet, der Tunnel gefällt mir sehr.»

 

Daniel Roth: Er wohnt im Urwerf und fuhr gleich nach Verkehrsfreigabe durch. «Ich habe über all die Jahre den Baulärm und die Sprengungen gehört, jetzt mache ich mal Lärm», sagte er und lachte. Er sei gespannt, wie sich der Tunnel künftig auf den Stau auswirke.

 

Rahel Graf: «Ich wollte den Tunnel unbedingt heute sehen», sagte sie. Deshalb habe sie extra eine Rundfahrt von Neunkirch über Schaffhausen und wieder zurück gemacht. «Es ist sehr toll, aber an der Kreuzung im Bahntal muss man sich recht konzentrieren.»

 

Beatrice Ehrat: Sie war gestern Nachmittag von Herblingen nach Wilchingen unterwegs und nahm bei dieser Gelegenheit eine Abkürzung durch die Röhre. «Ich habe Freude am neuen Tunnel, es ist viel entspannter als durch Neuhausen zu fahren.»

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