BBZ: Gfeller weist Vorwürfe zurück

Autor
Isabel Heusser

Erwin Gfeller, der die Untersuchung zum Arbeitsklima am Berufsbildungszentrum Schaffhausen geleitet hat, wehrt sich gegen die Kritik des Regierungsrates. Seine Kommission habe niemanden geschont.

Die Regierung kam zum Schluss, dass die vom ED eingesetzte Kommission nicht vollkommen neutral gewesen sei.

Zwischen der Regierung und der Kommission, die das Arbeitsklima am Berufsbildungszentrum Schaffhausen (BBZ) untersuchte, hat es gekracht: Am Dienstag hat der Schaffhauser Regierungsrat mitgeteilt, dass er den Untersuchungsbericht nicht akzeptiert. Die Kommission habe nach eigenem Gutdünken den Auftrag abgeändert, wesentliche Erkenntnisse einer externen Fachperson zum Thema Integrität am Arbeitsplatz nicht miteinbezogen und auf Abklärungen zur Zusammenarbeit von Rektor Ernst Schläpfer mit der Führungsebene des Erziehungsdepartements (ED) verzichtet. Die Regierung kommt zum Schluss, dass die vom ED eingesetzte Kommission nicht vollkommen neutral gewesen sei.

«Die Informationen von BBZ- Mitarbeitern haben wir absolut neutral aufgenommen.»

Erwin Gfeller, Präsident , Untersuchungskommission

Erwin Gfeller, der die Kommission leitete, weist die Vorwürfe zurück. «Die Informationen vom BBZ-Mitarbeitern, die im Laufe der Untersuchung an uns herangetragen wurden, haben wir absolut neutral aufgenommen», sagt Gfeller. «Wir haben alle Aussagen sauber protokolliert, und die Auskunftspersonen stehen mit ihrem Namen dazu.» Das Protokoll habe ein Mitarbeiter des ED geführt.

Keine Befragung innerhalb des ED

Ein wesentlicher Bestandteil des Berichts betreffe die Zusammenarbeit zwischen der BBZ-Leitung und der Schnittstelle zum ED, sagt Gfeller. Auch Schläpfer selbst sei dazu ausführlich befragt worden, genauso wie die anderen involvierten BBZ-Mitarbeiter. «Dies haben wir im Bericht umfassend kommentiert.» Keine Befragungen habe man hingegen im ED selbst durchgeführt. «Das war auch nicht unser Auftrag.» Gfeller ist Präsident der Aufsichtskommission der Höheren Fachschulen Schaffhausen und kennt den BBZ-Rektor seit rund 30 Jahren. Befangen sei er deshalb nicht, sagt Gfeller. «Das ED hat mich als Kommissionspräsident eingesetzt im Bewusstsein, dass der Rektor und ich schon lange zusammenarbeiten. Es hätte von Anfang an eine externe Untersuchung anordnen können, das hat das ED aber nicht getan.»

Gfeller sagt, die Kommission habe sich an den Untersuchungsauftrag gehalten. Dass sie Erkenntnisse der externen Fachperson ignoriert habe, stimme so nicht. «Der Bericht dieser Person ist nicht rechtzeitig vor Abschluss der Untersuchung bei uns angekommen.» Diese Informationen in den Bericht einfliessen zu lassen, wäre aber generell schwierig gewesen, sagt Gfeller. «Alle Aussagen wurden anonym gemacht, da kann man den Wahrheitsgehalt kaum überprüfen.» Er zeigt sich enttäuscht über die Reaktion der Regierung. Diese versuche mit «fadenscheinigen Argumenten», die Arbeit der Kommission schlechtzumachen. Er sagt auch: «Wir mussten durch die Medienmitteilung erfahren, was uns alles vorgeworfen wird, und konnten bis anhin keine Stellung dazu nehmen.» Zum Inhalt des Berichts, der weiterhin nicht bekannt ist, will Gfeller keine Stellung nehmen. Die Kommission werde sich zum weiteren Vorgehen beraten lassen.Im Namen der Regierung sagt der stellvertretende Staatsschreiber Christian Ritzmann: «Es ist richtig, dass Gfeller von der Regierung nicht angehört worden ist.» Die Kommission habe einen klaren Auftrag gehabt, den sie objektiverweise nicht erfüllt habe. «Deshalb bestand aus Sicht des Regierungsrates kein Grund, die Kommission vor dem Versand der Medienmitteilung anzuhören.» Dass diese den Auftrag um wesentliche Untersuchungsgegenstände reduziert habe, werde der Regierungsrat nach Veröffentlichung der Berichte darlegen können.

Was die Schaffhauser Regierung für Vorwürfe vorbringt: 

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