Flohmarktverkäuferin mit grosser Passion

Autor
Christoph Merki

Mit einer grossen Auswahl an Spielsachen präsentierten Simone Grossenbacher und 15 weitere Betreiber in Neunkirch ihren Flohmarkt.

Ein kleines Paradies hat Simone Grossenbacher vor sich aufgebaut. Ein Paradies für Kinder. Für einmal hat sie ihren Flohmarktstand mit Spielzeugen arrangiert. Aus ihrem umfangreichen Angebot pickte sie eine fast schon antik anmutende Blechente heraus. «Dies ist schon fast eine Antiquität», erklärte sie das noch funktionstüchtige Spielzeug, das aber auch als Sammlerstück durchgehen würde. Gleich daneben auf dem Tisch eine Blockflöte und kleine Stempel für Kinder. Ihr Blick schweifte über die Auslage und blieb bei einer Musikdose hängen. Diese um 180 Grad hin- und zurückgedreht, gab muhende Geräusche von sich. Ein Hauch von Faszination umhüllte Grossenbachers Auslage, wenn sie über ihren Fundus sprach, der nebst den vielen Spielsachen auch Dekorationsgegenstände, Geschenk­artikel und sonstiges Allerlei beinhaltete. Eine Faszination, die irgendwie ansteckend wirkte. Kaum hatte sie nämlich die muhende Musikdose demonstriert, fand diese auch schon einen begeisterten Käufer.

Ziel für Familienausflug

Um neun Uhr am Samstag hat Grossenbacher ihren Stand hinter der Storchengarage in Neunkirch aufgebaut und ihre Kisten ausgepackt. Mit ihr zusammen präsentierten 15 verschiedene Verkäufer ihre Ware auf dem Platz direkt vor dem Neunkircher «Brocki» und trotzten gut sieben Stunden lang den spätsommerlich hitzigen Temperaturen. Zwischen Lampen, kristallenen Weingläsern, Betty-Bossy-Rezeptbüchern und hölzernen Möbelstücken stand auch eine Vespa zum Verkauf.

Zwar tummelten sich immer wieder neugierige Gäste auf dem Areal, doch der grosse Besucheransturm blieb am ersten Neunkircher Flohmarkt aus. «Es ist halt viel los dieses Wochenende», erklärte der Initiant des Flohmarktes und Betreiber des Neunkircher «Brocki», Urs Stamm. Nebst anderen Anlässen lockte am Samstag auch in Stein am Rhein ein Flohmarkt. Der etwas angestaubten, aber irgendwie auch abenteuerlustigen Atmosphäre tat dies in Neunkirch aber keinen Abbruch. Vor allem Familien mit Kindern hat Grossenbacher beobachtet. Der Anlass sei wohl eher als Ziel für einen Familienausflug benutzt worden denn zur Schnäppchenjagd.

Somit hat Simone Grossenbacher mit ihrem Angebot richtig kalkuliert. Im Monat sei sie nämlich rund zweimal unterwegs und biete ihre Ware feil. Das Angebot würde sie je nach dem jeweiligen Flohmarktcharakter aus dem grossen Fundus immer wieder neu zusammenstellen.

«Es ist mehr Sackgeld»

Derweil hatte ein kleiner Junge grossen Gefallen an Grossenbachers Spielsachen gefunden. «Seine Grossmutter hat ihm heute einen Spielzeuglastwagen gekauft», erklärte sie. Die Aufmerksamkeit des jungen Gastes wurde sodann von den kleinen Spielzeugautos eingefangen. Ohne lange zu überlegen, schenkte ihm Grossenbacher das kleine Modellgefährt. «Ich mache gerne Kinder glücklich», erklärte sie. Ausserdem würden die Einnahmen nicht unbedingt Priorität geniessen. «Ich mache es gerne, und der gesellschaftliche Austausch ist wunderbar», erklärte sie, «es ist mehr ein Sackgeld.» Wichtig ist Grossenbacher auch die Nachhaltigkeit. «Zum Teil habe ich hier neuwertige Spielsachen, und ich bin froh, dass diese auch weiterhin sinnvoll eingesetzt werden», begründete sie, «die Sachen kosten ja fast nichts.» Kurz vor Ladenschluss erblickte Ralf Porten den einzigartigen «Harley-Davidson-Truck» an Grossenbachers Stand. Telefonisch musste sie sich noch kurz bei ihrem Geschäftsfreund erkundigen, welchen Preis sie denn nun dafür verlangen solle. Für 20 Franken wechselte das Einzelstück die Hände.

Zufrieden war am Ende des Tages auch Urs Stamm, der Initiator: «Für das erste Mal war es gut, und die Aussteller waren zufrieden.» Eine Fortsetzung im nächsten Jahr sei daher sehr wahrscheinlich. Die Flohmarktliebhaber jedoch müssen sich nicht so lange gedulden, denn schon nächstes Wochenende steht auf dem Flohmarkt im Mosergarten die nächste Schnäppchenjagd an.

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