Hauptverdächtiger schweigt sich über die Tatnacht aus

Autor
Pascal Schmidlin

Weiter ungeklärt bleibt die Frage, weshalb in der Nacht auf Samstag ein 19-jähriger Schaffhauser in Konstanz erstochen wurde. Der Verdächtige machte in der ­Einvernahme keine Angaben zur Tatnacht.

Blumen und Kerzen erinnern neben der Konstanzer Wasserpfeifenbar an den jungen Schaffhauser, der dort auf dem Parkplatz in der Nacht auf Samstag durch einen Messerstich in die Lunge getötet worden ist. Bild: Jörg-Peter Rau

Blumen, Kerzen und Fotos des Opfers vor einer Shisha-Bar in Konstanz erinnern auch drei Tage danach an den tödlichen Angriff auf einen 19-jährigen Schaffhauser. Mit Teelichtern wurde ein grosses «S» geformt, der erste Buchstaben des Spitznamens des Verstorbenen. Hier wurde er in der Nacht von Freitag auf Samstag von einer Gruppe Männer angegriffen, als er die Bar verlassen hatte und mit seinen drei Begleitern – darunter seine Freundin sowie seine Cousine – nach Hause ­fahren wollte.

Tatwaffe noch nicht gefunden

Was dann geschah, ist noch immer unklar. Gegenüber verschiedenen ­Medien sagte die Cousine, dass eine Gruppe von etwa fünf bis sechs Männern auf sie zugekommen sei und die Gruppe auseinandergedrängt habe. Kurz darauf stach einer der Männer zu – und verwundete dabei den 19-Jährigen so schwer, dass er kurz darauf im Spital seinen schweren inneren Verletzungen erlag.

Die Sonderkommission sei weiter aktiv, um den Tathergang und die Entwicklung der Geschehnisse in der Nacht auf Samstag zu ermitteln, sagte Andreas Mathy von der Konstanzer Staatsanwaltschaft gestern auf Anfrage. Die Einvernahme des 17-jährigen Hauptverdächtigen durch einen Haftrichter am Montagnachmittag habe nichts ergeben. «Der Mann hat keine Angaben zur Tat gemacht», so Mathy. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass sich das in den nächsten Tagen ändern werde, wenn sich der junge Mann mit seinem Anwalt abgesprochen habe.

Unklar bleibt auch, womit das Opfer erstochen wurde. «Wir konnten die Tatwaffe bis jetzt nicht sicherstellen», sagte Mathy. Sicher sei nur, dass es sich um einen spitzen Gegenstand handle. Aber ob das jetzt ein Messer oder ein anderes Objekt gewesen sei, könne die Staatsanwaltschaft derzeit nicht sagen. Die Obduktion des Leichnams ist hingegen vollständig abgeschlossen. Die Beerdigung findet heute auf dem Waldfriedhof in Schaffhausen statt. 

Barchef äussert sich zur Tatnacht

Auf Facebook hat sich am Montagabend nun auch der Geschäftsführer der Shisha-Bar mit einem Video an die Freunde und die Familie des Opfers ­gewandt. Vor der kleinen Gedenkstätte neben der Bar wünschte er den Hinterbliebenen viel Kraft in dieser schweren Zeit. «Er war ein gern gesehener Gast», sagte der Barchef über das ­Opfer. Er und sein Team hätten alles Menschenmögliche getan, um den 19-jährigen Schaffhauser am Leben zu halten, bis die Ambulanz eingetroffen sei.

Eine Mitarbeiterin des Clubs kommentierte später das Video und schrieb, dass ihr Chef mit seinen Händen die blutende Wunde zugehalten habe – und die Anwesenden alles in ihrer Macht Stehende unternommen hätten, um den Tod zu verhindern. Vom Vorfall hinter der Bar hätte im Club drinnen aber niemand etwas mitbekommen. Das sagt auch der Mann, der an diesem Abend als DJ in der Bar auflegte. Es habe keine Auseinandersetzung gegeben, wie dies anfänglich von diversen Medien behauptet worden sei. Auch die Barmitarbeiterin bestätigt dies auf Facebook.

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