160 Kilometer bei Kälte und Regen

Autor
Tobias Erlemann

Der Lottstetter Dauerläufer Stephan Franz hat seinen 100-Meilen-Charity-Lauf erfolgreich absolviert. Innerhalb von 24 Stunden joggte er 160 Kilometer unter teilweise garstigen Bedingungen.

Der Einmarsch des umjubelten Dauerläufers Stephan Franz (grüne Kappe). Bild: toe

Es läuft die 88. Spielminute beim Bezirksligamatch zwischen dem SV Jestetten und dem FC Wehr. Die Gastgeber führen mit 2:0 – doch Augen und Ohren der Fans sind nicht mehr auf den grünen Rasen gerichtet. Denn unter tosendem Applaus läuft Stephan Franz im Seestadion ein. Die Jugendspieler stehen Spalier, der Marathonmann klatscht ab. Er hat es geschafft, 160 Kilometer joggen in 24 Stunden. Sein Kommentar. «Jetzt bin ich etwas kaputt.»

Unterstützt von vielen Helfern

Am Tag zuvor war er um 17 Uhr aufgebrochen zu seinem Megamarathon (die SN berichteten). Bei Sonnenschein und 16 Grad Aussentemperatur. Perfekte Bedingungen für einen Dauerlauf. Doch in der Nacht der Wetterumschwung. Regen, Wind, Kälte, teilweise bis an die Null-Grad-Grenze. Immer wieder muss er sich umziehen, die Schuhe teilweise wechseln. «Ein Paar hatte einen Platten», sagt Franz mit einem Lächeln am Tag danach. So muss auch sein Begleitpersonal volle Arbeit leisten. Unter anderem joggte Janine Schneider, WM-Teilnehmerin im Mountainbike, auf den ersten 65 Kilometer mit. Moralische Unterstützung erhielt Franz vom Lottstetter Thaibox-Weltmeister Ramon Kübler, der beim Start anwesend war. Der Rückhalt der zahlreichen Helfer sei ihm extrem wichtig gewesen, gesteht Franz. Und so kam dem 53-Jährige trotz garstiger Bedingungen aufgeben nie in den Sinn. «Während solch eines Laufs gehen dir viele Gedanken durch den Kopf. Ich wollte das aber durchziehen», beschreibt Stephan Franz seine Gefühle. Und auch wenn am Tag danach die Achillessehnen schmerzen und die Beine schwer sind. Franz: «Der Lauf hat unglaubliche Emotionen ausgelöst.» Und das nicht nur beim Läufer, sondern auch bei den Zuschauern und Kinder, ist der Lottstetter diesen Spendenlauf immerhin zugunsten der hiesigen Jugendabteilungen gejoggt.

Und auf dem Feld? Da erzielte der SV Jestetten während der Standing Ovations für den Marathonmann noch das Tor zum 3:0-Entstand. Der Jubel kannte dementsprechend keine Grenzen.

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