Die Eckdaten zum Wahlsonntag

Autor
Daniel Zinser

Der grosse Tag ist gekommen: Am Sonntag wählt die ganze Schweiz ihre National- und Ständeräte. In Schaffhausen werden je zwei Vertreter für die kleine und grosse Kammer gewählt.

Heute entscheidet das Schaffhauser Stimmvolk an der Urne über seine Vertreter in Bundesbern.

Wen wählen wir?

Nach einem verhältnismässig ruhigen Wahlkampf ist es heute Sonntag so weit. Die Schweiz wählt die Vertreter für die Bundesversammlung neu. Zum ersten Mal seit 2015 wird heute entschieden, wer den Kanton Schaffhausen im Nationalrat und im Ständerat vertritt. Die vier bisherigen Bundesparlamentarier, Martina Munz (SP) und Thomas Hurter (SVP) im Nationalrat und Hannes Germann (SVP) und Thomas Minder (parteilos) im Ständerat, treten wieder an.

Ebenfalls zur Wahl in den Ständerat zur Verfügung stellen sich Regierungsrat Christian Amsler (FDP) und der Pflegefachmann Patrick Portmann (SP). 

In den Kampf um die zwei Schaffhauser Sitze im Nationalrat sind auf 15 Listen ingesamt 29 Kandidaten aus 14 Parteien eingestiegen. Die Portraits aller Kandidaten gibt es hier

Wie wird gewählt?

Nationalrat: Die Nationalräte werden in der Schweiz seit 1919 mit dem Proporzverfahren gewählt. Dabei werden die zu vergebenden Mandate im Verhältnis der Stimmen, die für die einzelnen Listen abgegeben wurden, auf die Listen verteilt Man wählt also nicht direkt Kandidierende, sondern Listen. Der Vorteil dieses Wahlsystems gegenüber der Mehrheitswahl (siehe Ständerat) ist, dass auch kleinere Parteien mit ihren Listen Einzug ins Parlament erhalten. Da in Schaffhausen nur zwei Nationalräte gewählt werden können, ist der Einfluss des Verfahrens im Vergleich zu anderen Kantonen aber sehr klein. 

Bei der heutigen Wahl stehen im Kanton Schaffhausen 15 Listen zur Auswahl. Alle Parteien ausser der SVP haben nur eine Liste. Bei der SVP sind es mit der Hauptliste und der Liste der SVP Agro/ KMU Liste deren zwei. 

Ständerat: Der Ständerat wird mit dem Majorzverfahren gewählt. Das grosse Rechnen vor der Resultatbekanntgabe fällt also weg. In Schaffhausen gelten die zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen als gewählt. 

Wann dürfen wir die Resultate erwarten?

Nur vier Kandidaten und ein einfaches Wahlsystem. Die Resultate der Ständeratswahl sollen, wenn alles nach Plan läuft, bereits um 13.30 Uhr verkündet werden. 

Etwas länger gedulden muss man sich bei der Nationalratswahl. Nach einer Schätzung der Staatskanzelei werden wir um circa 16.30 Uhr wissen, wer uns die nächsten vier Jahre im Nationalrat vertritt. 

Die Urnen schliessen um 11 Uhr. Dann wird ausgezählt. Erste Zwischenresultate aus den kleineren Gemeinden werden schon früh erwartet. 

Wie lief die letzte Wahl ab?

Nationalrat: Die SVP trat vor vier Jahren mit Thomas Hurter und Pentti Aellig an, um einen zweiten Sitz zu erobern. Denjenigen von SP-Frau Martina Munz. Und beinahe wäre das auch gelungen. Die SVP konnte um 5 Prozent auf rund 14'000 Stimmen zulegen und punktete auch dank der Listenverbindung mit der FDP und anderen Mitteparteien. Die SP tauchte hingegen mit einem Minus von 6 Prozent und erreichte nicht ganz 9000 Stimmen. Trotzdem reichte es am Schluss vor allem dank den Stimmen aus der Stadt zur Verteidigung des Sitzes. Die SVP verpasste den Doppelsieg knapp. Sowohl Thomas Hurter wie auch Martina Munz wurden wiedergewählt. 

Ständerat: Im Ständerat griff die FDP mit Ex-Regierungsrat Reto Dubach den Sitz des parteilosen Thomas Minder an, der vier Jahre zuvor überraschend gewählt wurde. Vor der Wahl machte man sich im FDP-Lager grosse Hoffnungen. Die Wahl endete aber in einem Debakel für den Freisinn. Thomas Minder wurde mit 13'733 Stimmen deutlich wiedergewählt. Reto Dubach erhielt nur gerade 7731 Stimmen und fiel damit auch noch hinter den Aussenseiter Walter Vogelsanger zurück. Dabei wurde fast zur Nebensache, dass der langjährige SVP-Ständerat Hannes Germann mit 20'747 Stimmen mit einem Rekordergebnis wiedergewählt wurde. Mehr als 60 Prozent aller Schaffhauser Stimmbürgerinnen und Stimmbürger setzten Germann auf ihren Wahlzettel. 

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