Gefälschte Covid-Zertifikate: Kantonsgericht spricht Ex-Impfzentrumsmitarbeiter schuldig
Ein Schaffhauser hat im Jahr 2021 Hunderte Covid-Zertifikate gegen Geld gefälscht. In diesem Fall wurde jetzt ein Urteil gesprochen.
Das Schaffhauser Kantonsgericht hat am Mittwoch einen ehemaligen Mitarbeiter des Impfzentrums Charlottenfels verurteilt, weil er im Jahr 2021 Hunderte Corona-Zertifikate gefälscht haben soll. Das bestätigt Andreas Zuber, Leiter der Allgemeinen Abteilung der Schaffhauser Staatsanwaltschaft, auf Nachfrage von Radio Munot.
Das Gericht verhängte wegen mehrfacher Urkundenfälschung im Amt und mehrfacher Geldwäscherei eine bedingte Gefängnisstrafe von 24 Monaten. Das bedeutet, dass der Mann nicht ins Gefängnis muss, sofern er in der Probezeit nicht nochmals straffällig wird. Der Mann soll im Zeitraum von Ende Juli bis Oktober 2021 mindestens zwölf internationale Impfpässe und 569 Covid-Zertifikate für 455 Personen erstellt haben. Für diese könnten auch bald noch Strafbefehle folgen.
Der Preis für die Zertifikate war nicht in allen Fällen gleich hoch, wie Peter Sticher, Erster Staatsanwalt des Kantons Schaffhausen, in einem früheren Gespräch mit den Schaffhauser Nachrichten sagte. In der Regel soll der Preis bei einigen Hundert Franken gelegen haben und Zwischenhändler dann ihrerseits noch einen Betrag für ihre Dienste hinzugeschlagen haben. Die Käufer haben zwischen 400 und 600 Franken für ein gefälschtes Zertifikat bezahlt. Sie stammten grossmehrheitlich aus dem Kanton Zürich und den Kantonen der Ostschweiz inklusive Schaffhausen.
Das Geld, das der Mann dafür bekam, hat er laut Staatsanwaltschaft weitgehend wieder ausgegeben. So nutzte er die Einnahmen für Sportwetten und Casinobesuche und kaufte einen Sportwagen.
Das noch nicht rechtskräftige Urteil, das in einem abgekürzten Verfahren gefällt wurde, ist im Sinne der Schaffhauser Staatsanwaltschaft. «Wir sind mit dem Urteil zufrieden», so Zuber gegenüber Radio Munot.