«Man baut sieben Projekte, nicht eines»

Eva Wanner | 
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Nico Ledergerber ist Architekt bei Ulmer Ledergerber Architekten AG in Schaffhausen und war beim Umbau für den Nordteil zuständig. Bild: Eva Wanner.

Vier Wohngebäude und drei für gewerbliche Nutzung – und jede Konstruktion ist anders. Eine grosse Aufgabe für Nico Ledergerber. Er ist zuständig für den Teil des Projekts, den die Stadt im Baurecht abgegeben hat.

Nico Ledergerber, was war für Sie als Architekt des sogenannten Nordteils die grösste Herausforderung?

Nico Ledergerber: Einmal, dass es sich nicht nur um ein Gebäude handelte, sondern um mehrere. Man hatte sieben Projekte statt nur eines – und jede Konstruktion war anders, und die Räume in den Häusern waren sehr verschachtelt. Ausserdem war der Zustand der teilweise 700 Jahre alten Bauten bedenklich, manche standen über Jahrzehnte leer, und es wurde kaum oder kein Unterhalt betrieben. Der Dachstuhl im Gebäude, in dem heute die Klosterhalle ist, wurde beispielsweise nur noch von Spannsets zusammengehalten. Ausserdem war es herausfordernd, den Brandschutz mit den Anforderungen der Denkmalpflege unter einen Hut zu bringen und die Technik so zu verbauen, dass man sie nicht sieht.

Gab es einen besonders schönen Moment während der Bauzeit?

Ledergerber: Der zufällige Fund der Zwillingsfenster. Es waren zwei Durchreichen in die Küche geplant – und bei den Arbeiten dafür stiess man zufällig auf die Gewände eines Spitzbogenfensters, das aus der Zeit des Barfüsser­klosters stammte. Dann wurde alles abgeklopft und sogar noch ein zweites gefunden.

Nico Ledergerber

Nico Ledergerber ist Architekt bei Ulmer Ledergerber Architekten AG in Schaffhausen. Der Nordteil des Stadthaus­gevierts ist eines der grösseren Projekte im Bereich Umbau im Denkmal – dazu gehört aber sicher auch die Stahlgiesserei, an deren baulicher Entwicklung Ledergerber als Projektleiter und Architekt ebenfalls mitgewirkt hat.

Was ist an den Wohnungen besonders?

Ledergerber: Jede ist anders – teilweise sind die Materialisierung und die Farbe sogar in jedem Raum innerhalb einer Wohnung unterschiedlich. Man sieht, dass an diesem Ort über Jahrhunderte gewirkt wurde, was es so spannend macht.

Worauf haben Sie architektonisch das Augenmerk gelegt?

Ledergerber: Auf das Bewahren und Weiterentwickeln. Darauf, aus den verschiedenen Einflüssen etwas zu generieren. Jeder Eingriff muss bei einem solchen Projekt nachvollziehbar und reversibel sein.

Nicht alles konnte aber bewahrt werden.

Ledergerber: Wir mussten teilweise Wände ersetzen, weil sie von Feuchtigkeit durchzogen und verfault waren. Während der gesamten Zeit begleiteten uns die Denkmalpflege, die Bauforschung und die Archäologie. Wenn wir etwas rückgebaut haben, wurde es genau untersucht. Deshalb war das Ganze sehr zeitintensiv.

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