Ein Schaffhauser übernimmt bei der Genfer Privatbank Cramer den CEO-Posten
Der ehemalige Schaffhauser Grossstadtrat Fabian Käslin wurde zum CEO der Banque Cramer gewählt. Es ist nicht die erste Führungsposition für den Mann, der in den späten Nullerjahren für Aufsehen in der Politik sorgte.
Schon als junger Mann hat Fabian Käslin in Schaffhausen Spuren hinterlassen. Erst als Präsident der Schaffhauser Jungfreisinnigen Ende der 2000er-Jahre, dann als Grossstadtrat und schliesslich 2023, als er die Privatbank Banque Havilland als «jüngster CEO einer Privatbank in der Schweiz» übernahm. Lange blieb er aber nicht bei der Liechtensteiner Bank, rund ein Jahr nach Amtsantritt zog es ihn – trotz guter Zahlen – in eine andere Branche. Ob dies damit zusammenhing, dass die Europäische Zentralbank dem Mutterhaus in Luxemburg bereits im Sommer 2024 die Lizenz entzog, wie das Portal finews.ch berichtete, ist unklar.
Genf statt Vaduz
Sicher ist indes: Käslin ist zurück in der Bankenwelt. Er wird CEO der Genfer Privatbank Banque Cramer, bei der er seit August 2025 als Leiter Private Banking in der Geschäftsleitung Einsitz nimmt. Die Ernennung wird, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden, rückwirkend per 1. April erfolgen, wie die Bank am Mittwoch in einer Medienmitteilung schreibt. Zuvor hat Finanzchef Jérôme Savioz die Bank interimistisch geführt, da der vormalige CEO Thomas Müller im Juli abrupt zurücktrat.
Der Schaffhauser wird als strategisch denkende Führungspersönlichkeit und starker Kommunikator mit Erfahrung bei verschiedenen Schweizer und europäischen Banken beschrieben. «Die Ernennung von Fabian Käslin ist ein logischer Schritt», lässt sich der Präsident des Verwaltungsrats, Reto Kunz, in der Mitteilung zitieren. «Sein Verständnis für unsere Kunden, unsere Kultur und unsere Ambitionen gewährleistet Kontinuität.» Gleichzeitig soll die Bank «für die nächste Entwicklungsphase» positioniert werden.
«Die Ernennung von Fabian Käslin ist ein logischer Schritt.»
Käslin selbst freut sich auf die neue Aufgabe, es sei ihm «eine Ehre», die Banque Cramer zu führen. «Gemeinsam mit unserem Team werden wir eine langfristige Wertschöpfung für Kunden und Aktionäre sicherstellen.»