Umzug der Pflanzen – neuer Standort für das Blumengeschäft

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«Safran»-Chefin Rahel Wenger und Brigitte Pfister zügeln die letzten Blumen an den Kirchhofplatz. Bild: Jeannette Vogel

Mehr Platz, aber weniger Buchstaben: Das Blumengeschäft «Zum Safran» zieht an den Kirchhofplatz und nennt sich dort «Safran».

Die ersten Amaryllen sind an diesem Herbstnachmittag besonders beliebt. Ein junger Mann verlässt das «Zum Safran» mit einer Kombination von saisonalen Blumen und Gräsern. Das Geschäft an der Safrangasse 6 in der Altstadt lebt von Stammkunden und Passanten, beliefert auch Restaurants, Läden und Praxen in der Stadt mit Blumen und Topfpflanzen.

Nun muss der Laden ausziehen. Ende September flatterte die Kündigung ins Haus. Der neue Standort liegt nur wenige Hundert Meter entfernt am Kirchhofplatz, in den ehemaligen Räumlichkeiten von SH-Power. Das leerstehende Lokal war «Safran»-Chefin Rahel Wenger bereits vor dem Kündigungsbescheid aufgefallen. Gleich bei der ersten Besichtigung rutschte ihr heraus: «Hier kommt der neue ‹Safran› rein.» Aus Zeitgründen konnte sie mit dem potenziellen Vermieter aber nichts Konkretes vereinbaren, am nächsten Tag fuhr die Familie in die Herbstferien – bewusst ohne Handyempfang ennet der Grenze. Wieder auf Schweizer Boden, piepste das Handy: «Haben Sie noch Interesse?» Rahel Wenger antwortete: «Ja, falls es mit fliessendem Wasser im Laden klappt.»

Zwei-in-eins-Geschäft

2011 erfüllt sich Rahel Wenger zusammen mit Lorraine Beck die Vision vom eigenen, etwas anderen Geschäft. Blumen zu verkaufen und Getränke auszuschenken ist der Plan bei der Eröffnung des Blüten-Cafés Zum Safran. Beck macht für das Zwei-in-eins-Geschäft das Wirtepatent. Wenger besucht die Akademie für Naturgestaltung in Österreich und wird dort Floristmeisterin. «Bei uns geht immer alles hopplahopp», sagt Rahel Wenger und lacht. Praktisch auch die Nähe zum Zivilstandsamt im Haus Freudenfels an der Safrangasse 8. Ein paar Jahre später stösst Maurice Haberhür dazu. Der gelernte Zierpflanzengärtner macht eine zweite Lehre als Florist bei ihnen, «unser erster und einziger Lehrling».

Vom Regen in die Traufe

Während der Coronapandemie kommt es zu Änderungen, irgendwann verleidet den Ladeninhaberinnen das Werweissen, ob ihr Ein-Tisch-Café offen bleiben darf. Heute türmen sich neben Blumen und Blüten Köstlichkeiten vom Beda Beck aus Basadingen auf dem Beizentisch. 2022 entscheidet sich Lorraine Beck, eigene Wege zu gehen.

Wie andere Geschäfte ringsum, hat auch das «Zum Safran» während der Pandemie weitere Herausforderungen zu bewältigen: Container vor den Schaufenstern, Baustellenlärm, «Staublawinen» und ausbleibende Laufkundschaft: «Blumen brauchen Passanten, sie müssen gesehen werden», sagt Rahel Wenger. Aber die Aussicht auf das neue Stadthausgeviert überwiegt: «Wir bleiben.» Doch es kommt anders. Die Liegenschaft wird verkauft: «Wir kamen vom Regen in die Traufe.» Es folgen Einschränkungen, erzählt sie, so muss etwa die Verkaufsfläche im Gang reduziert werden: «Und wir durften die frischen Blumen nicht mehr im Gewölbekeller lagern.»

Im neuen Safran hat es mehr Platz für das Safran-Frauenteam. «Raum, um mit neuen Ideen zu wachsen», sagt Rahel Wenger. Am vergangenen Sonntag packten alle Mitarbeiterinnen mit an und halfen beim Umzug. Bereits diesen Samstag wird am Kirchhofplatz 38 die Eröffnung gefeiert.

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