Die Reichsten werden reicher – und ein Schaffhauser hat ein grösseres Vermögen als Giorgio Behr
Schon wieder ein Rekord: Die 300 Reichsten der Schweiz besitzen mittlerweile über 850 Milliarden Franken. Das zeigt die Auswertung des Wirtschaftsmagazins «Bilanz». Vereinzelt haben die Superreichen auch einen Bezug zur Region.
Eine Spezialausgabe des Wirtschaftsmagazins «Bilanz» ist jedes Jahr besonders begehrt – nämlich jene mit der Rangliste der 300 Reichsten der Schweiz. Ein Blick in deren Portemonnaie zeigt, dass ihr Vermögen – erneut – einen neuen Rekord erreicht hat. Über 850 Milliarden Franken können sie ihr Eigen nennen, 2,2 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Bereits 2024 und im Corona-Jahr 2021 gab es neue Höchstwerte zu verzeichnen.
Der reichste in Schaffhausen Wohnhafte – und gleichzeitig der einzige, der im Index der Kantone unter «Schaffhausen» aufgelistet ist – ist Giorgio Behr. Der Verwaltungsratspräsident und Mehrheitsaktionär der Behr Bircher Cellpack BBC Group kommt auf ein Vermögen von 400 bis 450 Millionen Franken. Das reicht schweizweit für den geteilten 213. Rang. Die Geschäfte des Industriezulieferers liefen gut, sagte Behr dem Wirtschaftsmagazin; nicht zuletzt, weil die USA «nie zu meinen Jagdgründen gehört haben».
Eine Handvoll Reiche mit Verbindungen zur Region
In der Liste versteckt sich mit Ernst Tanner indes ein weiterer Schaffhauser. Der Verwaltungsratspräsident und grösste Einzelaktionär des Schokoladenherstellers Lindt & Sprüngli ist ein Bürger Bargens, wird allerdings aufgrund seines Wohnorts dem Kanton Zürich zugeordnet. Das Vermögen des 79-Jährigen wird auf 450 bis 500 Millionen Franken geschätzt; damit liegt er knapp vor Behr, der auf Kantonsgebiet trotzdem der unangefochten Reichste ist.
Zu den 300 Wohlhabendsten zählt auch der vormalige CEO der IWC Schaffhausen, Georges Kern. Der Chef der Uhrenmarke Breitling besitzt zwischen 200 und 250 Millionen Franken. Die «Bilanz» bezeichnete ihn als «krisengestählt», hat er doch direkt nach der ersten Zoll-Drohung im April die Lagerbestände in den USA stark hochgefahren. Mit über 20 Prozent Umsatzanteil sind die Vereinigten Staaten der wichtigste Markt für seine Marke.
Ein weiterer Superreicher mit einem zumindest kleinen Link zur Region ist der ehemalige CS- und UBS-Chef Oswald Grübel. Seine Partnerin wohnte eine Zeit lang in Flurlingen, den 82-Jährigen selbst treffe man entweder in Wollerau SZ oder im spanischen Golfresort La Zagaleta, nahe der Küstenstadt Marbella an. Der gebürtige Deutsche besitzt ein geschätztes Vermögen von 150 bis 200 Millionen Franken.
Milliardär Roger Federer
An der Spitzenposition hat sich nichts geändert, dort thront nach wie vor der in Genf wohnhafte Chanel-Miterbe Gérard Wertheimer. Sein Vermögen sank allerdings um rund vier Milliarden auf geschätzte 33 bis 34 Milliarden Franken, damit gehört er zu den «grössten Absteigern 2025». Die reichste Frau der Schweiz ist Biererbin Charlene de Carvalho-Heineken, mit einem unveränderten Vermögen von 12 bis 13 Milliarden Franken – auf der Rangliste ist das gleichbedeutend mit einem geteilten Rang 14.
Nicht mehr unter den zehn Reichsten ist, erstmals seit 2019, die Familie Blocher. Da sich der Aktienkurs der Ems-Chemie rückläufig entwickelte, schmolz ihr Vermögen um eine Milliarde und liegt neu zwischen 14 und 15 Milliarden Franken. Die Blochers wurden von den Familien Schindler und Bonnard überholt, die 15 bis 16 Milliarden Franken besitzen.
Neu im Kreis der Milliardäre bewegt sich die Schweizer Tennis-Legende Roger Federer mit seinen erst 44 Jahren. Er ist erst der siebte Sportler, der diese Schallmauer durchbricht; darunter etwa die Fussballer Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, der Basketballspieler LeBron James und der Golfer Tiger Woods.
Die Schweiz bleibe ein Land der Superreichen, so das Fazit der «Bilanz» – von den 300 Reichsten ist mehr als jeder zweite ein Milliardär.