Schweizer Armee hat sich entschieden: SIG Sauer bekommt Zuschlag für neue Dienstwaffe

Ralph Denzel | 
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Die zukünftige Dienstwaffe der Schweizer Armee: die SIG Sauer P320. Bild: zVg

Es geht um mehrere Millionen Franken. Armasuisse erteilt der SIG Sauer AG in Neuhausen den Zuschlag für die Ausstattung der Armee – trotz Kontroversen um die Waffe.

Das Bundesamt für Rüstung, Armasuisse, hat die neue Dienstpistole der Armee bestimmt: Den Zuschlag erhält die SIG Sauer P320, produziert in Neuhausen. In der Endauswahl standen zudem die Glock G45 Gen 5 und die Heckler & Koch SFP9.

Alle drei Modelle wurden technisch geprüft, im Truppenversuch getestet und logistisch bewertet. Laut Armee erfüllte allerdings nur die Glock G45 sämtliche Musskriterien und wurde als truppentauglich eingestuft.

Trotzdem fiel die Wahl auf SIG Sauer. Der Grund: Eine «gesamtheitlich rüstungspolitische und wirtschaftliche Beurteilung» habe der P320 klare Vorteile attestiert. Besonders ins Gewicht fiel, dass die P320 über 30 Jahre die niedrigsten Gesamtkosten verursachen soll. Zudem produziert SIG Sauer in der Schweiz – ein Pluspunkt im Sinne der rüstungspolitischen Strategie des Bundesrats. Die SIG unterstrich dazu in einer eigenen Mitteilung, dass alle relevanten Komponenten der neuen Pistole vollständig in der Schweiz gefertigt und gewartet werden würden. 

In der Mitteilung heisst es jedoch auch, die P320 weise Verbesserungspotenzial auf. Das habe zur Nichterteilung der Truppentauglichkeit geführt. SIG Sauer habe Anpassungen zugesagt. Ob dabei frühere Kontroversen in den USA gemeint sind – unbeabsichtigte Schussabgaben, von denen über 100 Fälle gemeldet worden sein sollen –, bleibt offen.

Pasquale Caputi, CEO der SIG Sauer AG, war trotzdem hocherfreut über die Entscheidung der Armee: «Wir sind stolz und dankbar für das Vertrauen, das uns Armasuisse entgegenbringt», liess der CEO sich zitieren. Die Entscheidung stärke den Industriestandort Schweiz und den SIG-Standort am Rheinfall.

Die Armee benötigt insgesamt 140'000 Pistolen; mit der Armeebotschaft 2026 soll eine erste Tranche von 50'000 Stück beantragt werden. Dafür ist ein mittlerer, zweistelliger Millionenbetrag budgetiert.

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