Neuer Werkhof für Beringen: Endlich kann gebaut werden
Nach langem Hin und Her bezüglich Standort und Kosten gab die Stimmbevölkerung den Baukredit für einen neuen Werkhof in Beringen frei.
In Beringen hatten die Stimmberechtigten die Aufgabe, an der Urne über die Vorlage zum Neubau eines Werkhofs für die Gemeinde zu entscheiden. Heute befindet sich der Werkhof an verschiedenen Standorten auf dem Gemeindegebiet, was ineffizient und kompliziert für den Betrieb ist. Den Planungskredit zu einem Neubauprojekt an der Werkstrasse hatten die Beringerinnen und Beringer bereits am 20. Oktober 2024 an der Urne bewilligt.
Ein Seilziehen um den Standort
Das Bauvorhaben war nicht unbestritten. In der Juli-Sitzung 2024 des Einwohnerrates hatte der Gemeinderat einen Planungskredit über 340’000 Franken für einen Neubau an der Werkstrasse beantragt, der bei einer Enthaltung mit acht Ja- und zwei Nein-Stimmen vom Rat genehmigt wurde. Die FDP hat daraufhin das fakultative Referendum ergriffen und 237 Unterschriften gegen den Beschluss des Einwohnerrats eingereicht. Es ging um den Standort, der nach Meinung des Referendumskomitees, nicht optimal war.
Die Gegner des Bauvorhabens waren der Meinung, dass am heutigen Standort des Werkhofs, beim Feuerwehrdepot im Zentrum, nach dem Umzug der Feuerwehr ins Kantonale Ausbildungszentrum für Feuerwehr und Zivilschutz, eine Umnutzung mit baulichen Massnahmen sinnvoller wäre. Mit dem Beschluss der Stimmbevölkerung vom Oktober 2024, wurde klar, dass die Mehrheit die Planung am neuen Standort, an der Werkstrasse bevorzugt. Es wurde also geplant und das Bauprojekt wieder dem Einwohnerrat vorgelegt.
Fast 800’000 Franken gespart
In der Machbarkeitsstudie vom Januar 2023, also vor knapp drei Jahren, wurde für einen neuen Werkhof noch eine Bausumme von rund 5,76 Millionen Franken veranschlagt. Die Baukosten konnten nun, durch zahlreiche Einsparungen, auf knapp fünf Millionen Franken reduziert werden. Trotz dieser positiven Entwicklung stellten sich im Einwohnerrat drei Parlamentarierinnen und Parlamentarier gegen die Vorlage. Sie erachteten das Projekt als zu kostenintensiv und waren der Ansicht, dass der Bau mit geringeren finanziellen Mitteln realisiert werden müsste. Auch bestand teilweise die Ansicht, dass gewisse Anpassungen am Projekt wie die Dachformen, oder die Reduktion der Einstellplätze für die Fahrzeuge im Gebäudeinneren, hätten näher überprüft werden sollen. Dem Baukredit wurde schliesslich in der Septembersitzung des Einwohnerrat mit sechs Ja-, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen zugestimmt.
Das Volk sagt deutlich Ja zum Bau
Das letzte Wort zur Umsetzung des Bauvorhabens hatte am Sonntag aber die Bevölkerung an der Urne. Die Abstimmung unterstand, laut der Verfassung der Einwohnergemeinde Beringen, dem obligatorischen Referendum. 1485 Beringerinnen und Beringer legten ein Ja in die Urne, 662 sprachen sich gegen das Vorhaben aus. Damit gibt die Stimmbevölkerung grünes Licht für den Neubau. Gemeindepräsident Roger Paillard zeigte sich sehr erfreut über den Ausgang der Abstimmung: «Das Resultat war mit 70 Prozent der Ja-Stimmen erstaunlich klar und das freut mich sehr.» Bei Volksabstimmungen wisse man nie so genau wie sie ausgehen würden, meine Paillard. «Ein Nein hätte die Weiterentwicklung der Gemeinde blockiert», so der Gemeindepräsident, denn der Werkhof und das Werkteam seien das Rückgrat der Gemeindebetriebe. «Die Kosten sind hoch und fünf Millionen Franken sind viel Geld, wir sind nun in der Verantwortung, die Kosten so einzuhalten.» Der Werkhof soll auch in 15 Jahren noch funktionieren und das sei mit dem Projekt gegeben: «Wir bekommen nun einen Werkhof der funktioniert und effizientere Arbeitsabläufe bringen wird», ist Paillard überzeugt.
Baustart im August 2026
Das Baugesuch wird nun der Bevölkerung publiziert. Ebenfalls startet jetzt die Ausschreibungsplanung mit anschliessenden Submissionen und Baukommissionssitzungen für die entsprechenden Vergabeanträge zuhanden des Gemeinderates. Der Baustart ist im August 2026 vorgesehen, denn das Ziel ist es, dass der Betrieb am neuen Standort ab Sommer 2027 aufgenommen werden kann. Dann, Ende Juni 2027, läuft der Mietvertrag mit der EKS AG, in deren Gebäude sich heute ebenfalls teile des Werkhofs befinden aus.