43 Studierende schliessen die PH Schaffhausen erfolgreich ab
Am Donnerstag feierte die PH Schaffhausen ihre frischgebackenen Lehrpersonen für ihre erfolgreiche «Mission: (Im)possible».
Donnerstag, 25. Juni 2026. Es ist bald 18 Uhr. Trotz gnadenloser Hitzewelle reiht sich Auto an Auto entlang der Alpenstrasse in Buchthalen, und das ungeachtet der prallen Sonne. Ein nicht unbedeutendes Ereignis scheint sich anzubahnen, festlich gekleidete junge Damen und Herren entsteigen den Fahrzeugen. Ihr Ziel ist das Hofackerzentrum, in dessen Foyer sich schon zahlreiche junge Leute, meist in Begleitung von Familienangehörigen, fröhlich plaudernd zusammenfinden. Mit Papieren, Hüten und Fächern wird versucht, die Hitze etwas wegzuwedeln.
Dann öffnen sich die Türen zum grossen Saal für die rund 300 Gäste und 43 Studierenden. Ein Chor der Studierenden, begleitet von einer Band aus Dozierenden, eröffnet die Abschlussfeier des Studienjahrgangs H23 mit dem passenden Lied «On My Way» von Phil Collins. Eigentlich passt alles an diesem Abend mit dem Thema «Mission: (Im)possible», das die Gruppe Studierender, unterstützt von Dozierenden aus den Bereichen Musik und Theater, vorbereitet hat.
Lehren – nicht so wie eine Bergtour
Sie überlassen nichts dem Zufall. So begrüssen aus ihren Reihen Leonie Hug und Florian Rösch die Gäste und führen diese auch durch den Abend. Sie stellen erst einmal fest, dass sie damals die «Mission: (Im)possible» angenommen haben und nun hier stehen und es doch «possible» war. Natürlich ist es auch kein Zufall, dass das Lied «Bridge over Troubled Water» zum nächsten Kurzreferat überleitet.
Im Namen des Kantons Schaffhausen gratuliert Regierungsrat Patrick Strasser den frisch gebackenen Lehrerinnen und Lehrern. In seinem Bezug zur «Mission: (Im)possible», um Herausforderungen zu bewältigen, müsse eine Lehrperson auf die Unterstützung eines Teams zählen können. Das sei in der Politik nicht anders. Wer seine Teammitglieder unterstütze, bekomme Unterstützung zurück.
«Sie haben nie ausgelernt in Ihrem Berufsleben.»
Der Hochschulratspräsident der PHSH, Boris Bänziger Bouvard, nimmt dann zwar alle mit auf eine Bergtour, nicht aber mit dem Ziel, bald oben zu stehen und die Aussicht zu geniessen. Vielmehr vergleicht er diese mit der Bildung, wo man nicht oben steht und verweilt: Diese Tour geht ein Leben lang in vielen Etappen mit verschiedenen Höhepunkten – so wie die PHSH sich in den vergangenen Jahren immer weiterentwickelt habe. Bänziger Bouvard sagt zu den Hochschulabgängern unter anderem: «Sie haben nie ausgelernt in Ihrem Berufsleben.» Und: «Von jedem Menschen, dem wir begegnen – ob gross oder klein – können wir etwas lernen.»
Prämiert für ein Buch über ADS
Andrea Richli bezeichnete Lehrpersonen als eine Art Maler, die nach ersten Skizzen imstande sind, komplexere Bilder zu malen. Rektor Thomas Hermann verglich die Mission: (Im)possible-Filme mit dem Kinderbuch «Oh, wie schön ist Panama», das als weiterer roter Faden durch die Abschlussfeier führt. Die Actionfilme und Janoschs Klassiker bieten verschiedene Muster zur Lebens- und Weltbewältigung: unerschrockenes Handeln auf der einen Seite und kontemplatives Innehalten – also weniger draufgängerisch – auf der anderen Seite. Eine gute Mischung beider Strategien sei nötig, um das Leben erfolgreich zu meistern.
Ein paar Songs später steht Astrid Deggeller im Mittelpunkt. Sie erhält für ihre Bachelorarbeit mit dem Titel «ADS im Bilderbuch vermitteln. Verständnis fördern, Perspektivenwechsel anregen» mit dem Buch «Lunas inneres Leuchten» den diesjährigen Preis für die beste Bachelorarbeit. Dieser wird von einer unabhängigen Jury verliehen. In ihrer Laudatio loben die Jurorinnen Gabriela Reimann und Nicole Bayer die prämierte Arbeit für die umsichtige Art und Weise, mit der Astrid Deggeller das Thema Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) theoretisch reflektiert und in einem Bilderbuch umgesetzt hat.
Genau nach Drehbuch verläuft dann auch die Diplomübergabe. Gruppenweise werden die Diplome unter viel Applaus den zukünftigen Lehrpersonen übergeben. Diese heben jubelnd Blumen in den «Papierschnitzelregen», der über sie ergossen wird.
Dann öffnen sich die Tore erneut, dieses Mal hinaus ins Freie, wo die Handys für alle Familienfotos gezückt werden, mit denen die Diplomfeier in wunderbarer Erinnerung sichtbar erhalten bleibt.