Problemstelle Hemishoferbrücke: Muschelablagerung dicker als erwartet

Ralph Denzel | 
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Der Schreitbagger im Einsatz. Bild: Michael Kessler

Am vergangenen Mittwoch begannen die Kantone Thurgau und Schaffhausen, die abgelagerten Quaggamuscheln bei der Hemishoferbrücke zu lockern. Jetzt erklärten sie, was sie damit erreicht haben.

Die punktuelle Auflockerung von Muschelablagerungen in der Schifffahrtsrinne oberhalb der Hemishoferbrücke wurde am vergangenen Freitag abgeschlossen. Das teilten die Kantone Schaffhausen und Thurgau in einer Medienmitteilung mit. Dort hatte man am vergangenen Mittwoch begonnen, mit einem sogenannten Schreitbagger die Ablagerungen der invasiven Quaggamuschel zu lösen, mit dem Ziel, die Bedingungen für die Kursschifffahrt zumindest kurzfristig zu verbessern. Laut den Behörden können die Kursschiffe der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) die Stelle wieder passieren und der eingesetzte Schreitbagger inzwischen aus dem Wasser entfernt werden.

Nachdem die Muscheln aufgelockert wurden, sollen sie von der Rheinströmung flussabwärts abgeschwemmt werden. Dino Giuliani, Kantonsingenieur, sagte in einem früheren GEspräch, es gebe dort keine «Nadelöhre» wie etwa bei der Hemishoferbrücke, wo die Ablagerungen solche Probleme bereiteten.

Laut den beiden Kantonen bestätigten sich die bereits zuvor festgestellten Unterschiede in der Dichte der Ablagerungen – und teils waren diese sogar stärker als erwartet, etwa bei der Wiffe 46. «Selbst nach der Auflockerung, die bis in eine Tiefe von rund zwei Metern reichte, sind weiterhin Muschelschalen vorhanden», heisst es in der Medienmitteilung.

Jetzt wolle man Auswirkungen auf die Umwelt untersuchen. Dazu wurden die Laichplätze unterhalb der Bearbeitungsbereiche vor Beginn der Arbeiten durch einen Taucher fotografisch dokumentiert. In einem nächsten Schritt sollen Nachher-Aufnahmen derselben Bereiche sowie eine fachliche Einschätzung der Auswirkungen der Massnahme erfolgen.

Diese dürften dann besonders Vertreter des Kantonalen Fischereiverbands Schaffhausen interessieren. Der Verband hatte vor der Auflockerung scharfe Kritik geäussert und unter anderem der URh vorgeworfen, diese würden die Behörden «vor sich hertreiben». Zudem seien die Eingriffe massiv.

«Für die einen ist der Rhein vielleicht nur eine Wasserstrasse, für uns ein lebendes Ökosystem», erklärte etwa Marco Stoll, Co-Präsident des Fischereiverbandes in einem früheren Gespräch.

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