Den eigenen «Freund» mit Schreckschusspistole ausgeraubt: Gewalttat in Singen endet mit Verhaftung

Fabienne Jacomet | 
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In Singen wurden vier Männer verhaftet: Sie hatten ihren Freund ausgeraubt. Symbolbild: Keystone

Vier Männer raubten in Singen einen Bekannten aus und erbeuteten Bargeld sowie eine Uhr. Kurz darauf wurden sie verhaftet.

Vier junge Männer sitzen seit Dienstagnachmittag in Untersuchungshaft, weil sie verdächtigt werden, einen Mann in Singen überfallen und ausgeraubt zu haben. Das schreiben die Staatsanwaltschaft Konstanz und das Polizeipräsidium Konstanz in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Das Skurrile an der Geschichte: Bei dem überfallenen Mann handelt es sich um einen «Freund» der mutmasslichen Täter.

Aber von Anfang: Die vier Männer im Alter zwischen 19 und 23 Jahren verabredeten sich auf dem Parkplatz eines Discounters und vereinbarten, einen 29-jährigen Bekannten «abzuzocken». Dazu wollten sie einen Raub vortäuschen. In der Folge, so heisst es in der Mitteilung, holten zwei der Männer ihren «Freund» mit dem Auto ab, während die zwei anderen bei der Münchriedhalle auf sie warteten.

Opfer erkannte die Täter am Wagen

Als die drei am vereinbarten Ort ankamen, täuschte einer der Wartenden, der mittlerweile eine Sturmmaske trug, mit einer Schreckschusswaffe einen Raubüberfall vor. «Daraufhin versuchten der 29-Jährige – der das mitgeführte Bargeld zuvor noch in der Mittelkonsole des Autos versteckt hatte – und seine beiden ‹Freunde›, zurück in den Wagen zu springen und zu flüchten», heisst es in der Mitteilung. Schliesslich ergab sich der 29-Jährige jedoch und verliess das Auto. Einer der beiden Täter gab allerdings Gas und floh mitsamt dem Auto und dem Bargeld.

Die beiden anderen Tatverdächtigen nahmen dem 29-Jährigen noch einen Zugangschip für ein angemietetes Zimmer und sein Mobiltelefon ab, ehe sie ebenfalls davonrannten. Die Schreckschusswaffe und einen Baseballschläger versteckten sie in einem Gebüsch, das Handy warfen sie in die Aach.

Kurz nachdem sie das Opfer stehengelassen hatten, trafen sich die Tatverdächtigen bei dessen Wohnung, um noch eine Uhr zu erbeuten. Währenddessen lief der 29-Jährige aber in Richtung Innenstadt und verständigte die Polizei. Bei der Sachverhaltsaufnahme vor Ort fuhren die Tatverdächtigen jedoch mit demselben Wagen wieder vorbei. Sofort erkannte das Opfer die Täter.

Betäubungsmittel bei einem der Verdächtigen gefunden

Nach kurzer Verfolgung konnte der Wagen durch die Beamten gestoppt und die vier Männer vorläufig festgenommen werden. Neben der bereits aufgeteilten Beute konnte bei ihnen eine hochwertige Uhr sowie bei der anschliessenden Suche auch die genutzten Waffen im Gebüsch aufgefunden und sichergestellt werden.

Die leitende Staatsanwaltschaft Konstanz beantragte Haftbefehle und die vier Männer kamen in vier verschiedene Justizvollzugsanstalten. Sie müssen sich wegen schweren Raubes vor Gericht verantworten und voraussichtlich mit einer hohen Haftstrafe rechnen.

Im Rahmen der Folgemassnahmen durchsuchten die Polizisten nach einem anonymen Hinweis auf richterliche Anordnung zudem die Wohnung von einem der beiden 21-Jährigen. Dabei fanden sie eine grössere Menge Betäubungsmittel, Bargeld und Verpackungsmaterial auf. Die Ermittlungen des Kriminalkommissariats Konstanz dauern an.

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