Lorenz Laich geht in Pension: Sein Nachfolger bei der Clientis ist bereits bekannt

Kay Fehr | 
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Nach 14 Jahren bei der Clientis BS Bank Schaffhausen geht Bankchef Lorenz Laich (l.) in Frühpension, sein Nachfolger wird Riku Aro (r.). Bild: Michael Kessler

Stabsübergabe bei der Clientis BS Bank Schaffhausen: Nach mehr als 14 Jahren in der Geschäftsleitung wird Bankchef Lorenz Laich Ende Jahr in Pension gehen. Mit Riku Aro hat die Regionalbank einen Nachfolger gewählt, der im Klettgau verwurzelt ist.

In der Clientis BS Bank Schaffhausen kommt es zu einem Wechsel an der Spitze: Der Vorsitzende der Geschäftsleitung Lorenz Laich wird per Ende Dezember 2026 in den frühzeitigen Ruhestand treten. Auf ihn folgt Riku Aro per 1. Januar 2027, seines Zeichens Mitglied der Geschäftsleitung und Laichs Stellvertreter. Das hat der Verwaltungsrat um Präsident Christian Heydecker entschieden.

Er habe schon länger mit einer vorzeitigen Pension geliebäugelt, erzählt Laich in der Geschäftsstelle im Schaffhauser Landhaus. «Dass nun eine optimale Lösung aufgegleist und frühzeitig geregelt werden konnte, erfüllt mich mit Freude.» Laich ist seit Juli 2012 in der Geschäftsleitung der Clientis BS Bank, den Vorsitz hat er seit Frühling 2017 inne. «Die Zeit in diesem Gremium war schön und gleichzeitig sehr inspirierend», sagt der scheidende Chef der Regionalbank, «sie wird mir auf jeden Fall fehlen. Ich war stets mit Herz und Seele bei der Clientis.» Mit Laichs Ausscheiden wird ausserdem ein Platz in der Geschäftsleitung frei, den Michael Hochstrasser besetzen wird. Er verantwortet aktuell den Bereich Vermögens- und Vorsorgeberatung.

«Der richtige Schritt für mich»

Zwar sei die Clientis bereits 188-jährig, doch in kaum einer Zeitspanne habe sich so viel so rasch verändert: Als Laich zur Geschäftsleitung stiess, besass die Bank acht Geschäftsstellen. Jetzt sind es noch zwei; dazugekommen sind dafür zwei Beratungszentren. «Wir haben den veränderten Kundenbedürfnissen nach Beratung Rechnung getragen», sagt Laich zu diesem Schritt und betont: «Die Filialen im Klettgau zu schliessen, geschah sorgfältig überlegt und nicht als einfacher Federstrich. Es war klar, dass dieser Entscheid nicht überall Freudensprünge auslösen wird.» Dennoch sei es eine wichtige Massnahme gewesen, um das Unternehmen erfolgreich für die Zukunft aufzustellen. «Die rückblickende Erkenntnis ist, dass wir richtig gehandelt haben. Wir beobachteten keine Kundenerosion und verzeichnen solide Zahlen», so Laich.

Lorenz Laich. Vorsitzender der Geschᅢᄂftsleitung, und Christian Heydecker, Prᅢᄂsident des Verwaltungsrats der Clientis AG, prᅢᄂsentieren an der Medienkonferenz das Geschᅢᄂftsjahr 2024, am Mittwoch, 12. Februar 2025.
Der Politik wird Laich erhalten bleiben – er ist aktuell Kantonsrat für die FDP. Archivbild: Melanie Duchene

Sein Nachfolger wird ein waschechter Klettgauer, der 1999 seine Lehre bereits bei der Clientis machte: Riku Aro. Damals scannte der junge Mann, der in Wilchingen aufgewachsen ist, noch mehrere Hundert Einzahlungsscheine täglich ein, erinnert er sich. Heute sei das Bankengeschäft ein ganz anderes, doch der respektvolle Umgang und die Unternehmenskultur seien geblieben.

«Die Tugenden aufrechterhalten und den Beruf seriös ausüben: Das ist das Erfolgsmodell.»

Riku Aro, ab 2027 Bankchef der Clientis BS Bank Schaffhausen

Nach einem siebenjährigen Intermezzo bei einer anderen Regionalbank kehrte Aro 2017 zur Clientis zurück und stiess direkt zur Geschäftsleitung. «Schon damals konnte ich es mir vorstellen, künftig den Vorsitz zu übernehmen. Als die Anfrage kürzlich auf dem Tisch lag, war ich überzeugt, dass es der richtige Schritt für mich ist», sagt Aro, der mittlerweile in Neunkirch wohnt. In seiner neuen Rolle wird der 42-Jährige vermehrt auch repräsentative Aufgaben übernehmen – und er wird mehr Verantwortung tragen. «Entscheide fällen wir allerdings stets gemeinsam als Gremium. Das war bereits bei der Transformation so, die vor zwei Jahren angekündigt wurde.» Aro ist somit bereits massgeblich an der strategischen Ausrichtung der Bank beteiligt.

Neobanken als Herausforderung

Schon in der alten Konstellation der Geschäftsleitung fiel den Männern auf, dass Laich ein anderer Typ ist als Aro. «Ich bin sehr analog gross geworden, er in einer Phase der frühen Digitalisierung. Das sieht man beim ‹Drive›, die Bank digital weiterzubringen», so die Einschätzung Laichs. Der neue Bankchef werde demnach auch einen Touch Modernisierung mitbringen, er wolle mutig sein und auch Neues probieren. Dennoch nutzen beide unisono das Sprichwort, dass der Schuster bei seinen Leisten zu bleiben habe – ein Bonmot, welches Laich bereits gebrauchte, als er 2017 die Nachfolge von Hansjörg Diller antrat.

«Die Tugenden aufrechterhalten, den Beruf seriös ausüben und die Kunden stets im Mittelpunkt halten: Das ist das Erfolgsmodell», sagt Aro. Als grosse Herausforderung sieht dieser sogenannte Neobanken, sprich rein digitale Finanzinstitute ohne physische Filialen. «Der Kunde hat sein Verhalten geändert. Genau deshalb war unsere Transformation zur Beraterbank so wichtig, damit wir uns darüber differenzieren können.»

«14 Tage Liegestuhl auf den Seychellen wäre für mich ein Graus.»

Lorenz Laich, scheidender Bankchef

Und was macht Laich, der im Dezember 63 Jahre alt wird, nach seiner Zeit bei der Clientis BS Bank Schaffhausen? «Ich freue mich, mein politisches Amt noch intensiver ausüben zu können», so der FDP-Kantonsrat. Und auch im Stiftungsrat der Museumsbahn Stein am Rhein–Etzwilen–Singen ist er noch als Präsident aktiv. Einfach mal auf der faulen Haut liegen? Das sei überhaupt nicht seins, sagt Laich. «14 Tage Liegestuhl auf den Seychellen wäre für mich ein Graus.»

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