Bund schliesst umstrittene Asylunterkunft in Steckborn überraschend wieder

Lucas Blumer | 
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Begehung des Bundesasylzentrums mit,  fotografiert am Dienstag, 09. September 2025, in Steckborn. (Roberta Fele / Schaffhauser Nachrichten)
So sieht es in der Asylunterkunft in Steckborn aus. Bild: Melanie Duchene

Die Notasylunterkunft in Steckborn wird Ende März wieder geschlossen. Der Bund reagiert damit auf rückläufige Asylgesuche seit Jahresbeginn. Für die Gemeinde kommt der Entscheid überraschend.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) schliesst die Asylunterkunft in Steckborn per Ende März wieder. Grund für diesen Schritt seien die sinkenden Asylgesuche seit Anfang Jahr, wie die «Thurgauer Zeitung» berichtet. Dadurch benötige der Bund die Steckborner Kapazitäten nicht mehr.

Die Unterkunft wurde erst im vergangenen September wiedereröffnet, um Platz für Menschen aus der Ukraine zu schaffen. Bereits zuvor hatte sie für politische Diskussionen gesorgt, als Anwohnende 2024 eine Initiative zur Schliessung der Anlage starteten. Die Gemeindeversammlung lehnte die Initiative allerdings deutlich ab.

Keine Probleme in den vergangenen Monaten

Seit der Wiedereröffnung sei der Betrieb jedoch ruhig verlaufen, sagt Stadtpräsident Moritz Eggenberger gegenüber der «Thurgauer Zeitung». Bei regelmässigen Treffen mit Betreibern, Sicherheitsdienst, Polizei, Feuerwehr, Vertretern der Anwohnerschaft und der Stadt konnten Probleme besprochen und gelöst werden. So seien teilweise Lebensmittel in den Gärten der Anwohnenden versteckt worden, da das Mitnehmen in die Unterkunft verboten war. Vereinzelt kam es auch zu Polizeieinsätzen wegen Ruhestörung, insgesamt sei die Lage laut Polizei aber ruhig gewesen.

Zuletzt lebten rund 70 Personen in der unterirdischen Anlage, zuvor waren es etwa 90. Etwa die Hälfte stammt aus der Ukraine.

Elektroanlage wird erneuert

Dass die Unterkunft nun geschlossen wird, habe man in Steckborn dennoch nicht erwartet, sagt Eggenberger. «Aufgrund der geopolitischen Lage hatten wir nicht damit gerechnet.» Ursprünglich sei lediglich kommuniziert worden, dass der Betrieb noch bis Ende Jahr dauern könne.

Die temporäre Schliessung ermöglicht nun auch technische Arbeiten: Die Stadt plant, die Elektroverteilung der Anlage zu erneuern – etwas, das während des laufenden Betriebs nicht möglich gewesen wäre.

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