So führt Momo el Halabi seine Gewürzhandlung in Stein am Rhein: «Mein Business-Tipp? Jede Kritik ernst nehmen»

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Für Momo el Halabi war schon als Bub «sonnenklar», dass er einmal eine eigene Gewürzhandlung eröffnen wird. Vor vier Jahren hat er seinen Traum in Stein am Rhein verwirklicht. Bild: zVg

In Stein am Rhein, zwischen etlichen Souvenirshops, eröffnete Momo el Halabi eine Gewürzhandlung. Er erzählt über Startschwierigkeiten und verrät, welche Zutat ein Spiegelei perfekt macht.

von Lisa Merz

Wer heutzutage einen kleinen Laden eröffnet, braucht Mut und Durchhaltewillen. Momo el Halabi hat beides. Im Jahr 2021 kündigte er seinen festen Job im Sicherheitsbereich, ein Jahr später konnte er seine Gewürzhandlung Bahar in Stein am Rhein eröffnen. «Im Kopf habe ich das schon ganz lange alles vorbereitet. Jetzt muss ich es nur noch umsetzen», sagt Momo el Halabi und lacht.

Herr el Halabi, wie wird man Gewürzhändler?

Momo el Halabi: Ich träumte schon als Kind davon, einmal einen eigenen Gewürzladen zu eröffnen. Damals lebte ich noch im Libanon und verbrachte sehr viel Zeit im Geschäft meines Grossvaters. Er verkaufte Nüsse und verschiedene Kaffeesorten. Die Gerüche, die Gespräche mit den Kunden, die ganze Stimmung hat mich damals verzaubert.

Mit 45 Jahren haben Sie sich Ihren Traum erfüllt. Was gab den Anstoss?

Ich bin mit 21 Jahren in die Schweiz gekommen und habe sehr viele verschiedene Jobs gemacht. Das Risiko der Selbständigkeit wollte ich damals nicht eingehen, weil ich zwei kleine Kinder und eine grosse Verantwortung hatte. Vor fünf Jahren habe ich den Schritt dann gewagt.

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Warum eröffneten Sie Ihren Laden in Stein am Rhein?

Das war purer Zufall. Ich machte mit meiner Frau einen Sonntagsausflug und entdeckte das frei stehende Lokal – es war perfekt. Obwohl ich dann schnell merkte, dass der Standort auch seine Tücken hat.

Welche denn?

Wenn im Libanon ein neues Geschäft eröffnet wird, stürmen alle hin. In der Schweiz ist genau das Gegenteil der Fall: Die Passanten machen einen grossen Bogen darum herum. Die Leute in den Laden zu bringen, ist eine der grössten Herausforderungen. Trotzdem ist diese anfängliche Zurückhaltung nichts Negatives, denn wenn diese Leute einmal in den Laden kommen, interessieren sie sich wirklich und kehren auch immer wieder zurück. Meine Stammkunden sind alle aus der Region, und ich bin sehr dankbar, dass sie mich so herzlich aufgenommen haben.

Momos Kurztipp für Start-ups

Man muss von seiner Idee überzeugt sein, die Pläne aber auch anpassen können. Wer offen ist und auf Menschen zugeht, knüpft wertvolle Kontakte. Sein wertvollster Business-Tipp: «Jede Kritik ernst nehmen.»

Welche Gewürzmischungen sind Ihre Bestseller?

Meine Nummer 7, ein orientalisches Allround-Gewürz. Ich scherze immer, dass sie so beliebt sei wie Chanels berühmte Nummer 5. Aber im Ernst: Viele orientalische Gewürze laufen gut, auch meine Raclette- und Fonduemischungen sind gefragt. Und wer einmal sein Spiegelei mit meiner Mischung gegessen hat, kann nicht mehr anders.

Was ist das Geheimnis dieser Spezialmischung?

Der Zimt. Klingt für Schweizer Geschmacksnerven komisch, schmeckt aber ausgezeichnet.

Würden Sie sich wieder selbständig machen?

Ich arbeite hart und sehr viel. Das ist normal, wenn man ein Geschäft aufbaut, und ich würde den Schritt jederzeit wieder machen. Wenn ich meine glücklichen Kunden sehe, weiss ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

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