Quaggamuscheln im Rhein: Schaffhausen und Thurgau gründen Arbeitsgruppe
Zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein befinden sich in einer Schifffahrtsrinne rund 10’000 Kubikmeter abgestorbene Quagga- und Zebramuscheln. Das bedeutet für die Schifffahrt regelmässig Probleme. Eine Lösung gibt es bisher noch nicht. Jetzt kommt aber Bewegung in die Sache.
Wie kriegt man die abgestorbenen Quagga- und Zebramuscheln aus dem Rhein, die regelmässig die Schifffahrt behindern? Die Kantone Schaffhausen und Thurgau sind sich einig, dass sie die mit Quaggamuscheln verstopfte Schifffahrtsrinne zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein vorerst nicht für 1,5 Millionen Franken ausbaggern wollen. In einer Medienmitteilung erklärt sich der Kanton Schaffhausen: So liegt der betroffene Rheinabschnitt in einem Wasser- und Zugvogelreservat. Für einige Fischarten gelten Schonzeiten bis Ende Mai. «Zudem sind grössere Baustellen im Hochsommer wegen der vielen Freizeitaktivitäten auf dem Rhein aus Sicherheitsgründen schwierig.»
Arbeitsgruppe soll Lösungen finden
Das bedeutet: Ein mögliches Zeitfenster für umfassende Ausbaggerungen ergibt sich erst im Spätherbst. «Im Sommer sind allenfalls kleinere, kurzfristige Massnahmen möglich – etwa das lokale Entfernen von Muschelansammlungen», so der Kanton.
Trotzdem haben die zuständigen Departemente der Kantone Schaffhausen und Thurgau nun eine kantonsübergreifende Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese soll bis Juni 2026 zusätzliche Grundlagen erarbeiten. «Die Analyse umfasst Entwicklungsszenarien zu den Muschelablagerungen, eine vertiefte Massnahmenplanung und die Abschätzung der touristischen Wertschöpfung der Rheinschifffahrt», heisst es in der Medienmitteilung. Die Regierungsräte der Kantone Thurgau und Schaffhausen wollen anschliessend über die weiteren Massnahmen entscheiden. «Dabei werden der Aufwand, die Umweltauswirkungen und die touristische Bedeutung der Rheinschifffahrt abgewogen», so die Mitteilung.
Keine guten Aussichten für die URh
Besonders schwierig ist die Situation regelmässig für die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh), und diese dürfte auf ein anderes Ergebnis gehofft haben. Wenn die Schifffahrtsrinne gesperrt ist, bedeutet das für die URh teils massive Gewinnrückgänge. 2024 machte das Unternehmen einen Verlust von 70’000 Franken. Auch 2025 war für das Unternehmen nicht unbedingt erfolgreich. Der verspätete Saisonstart, die Streckensperrungen wegen der Trockenheit und natürlich die Ablagerungen der Quaggamuscheln drückten auf die Zwischenbilanz. «Bis Ende August liegen wir rund einen Fünftel hinter den Vorjahreszahlen. Das führt zu Umsatzeinbussen von 500’000 bis 600’000 Franken», sagte Geschäftsführer Remo Rey im Gespräch mit der Thurgauer Zeitung.
Die Kantone Thurgau und Schaffhausen haben für das Unternehmen aber auch weiterhin keine guten Nachrichten: «Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein muss sich auch 2026 auf ein Betriebsjahr mit erhöhtem Ausfallrisiko des Streckenabschnitts zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein einstellen», so die Prognose. «Die Schiffbarkeit des Abschnitts hängt stark vom Rheinabfluss und den meteorologischen Rahmenbedingungen ab.»
