Von Krawatten, Jodelgesängen und einem Reim – die besten Sprüche und Bilder der Feier von Christian Di Ronco
In der Rhyfallhalle feierten die Schaffhauser Kantonsparlamentarierinnen und Kantonsparlamentarier ihren neuen Präsidenten Christian Di Ronco. Die Parteien versuchen sich dabei jeweils gegenseitig mit originellen Darbietungen und mehr oder weniger nützlichen Geschenken zu überbieten.
Vor 15 Jahren fand zum letzten Mal eine Ratspräsidiumsfeier in Neuhausen statt. So lange ist es her, seit mit Patrick Strasser (SP) der letzte Einwohner der Rheinfallgemeinde zum Präsident des Schaffhauser Kantonsparlaments gewählt wurde. Und am Montag war es Christian Di Ronco (Die Mitte), der in seine Fussstapfen trat. Am Abend fand die traditionelle Feier statt, an der die Fraktionen des Kantonsrats mit Darbietungen dem neuen höchsten Schaffhauser die Ehre erweisen.
Di Ronco und der Papst
Wussten Sie, dass Christian Di Ronco den Papst besucht hat? Nein, das stimmt natürlich auch nicht. Aber es war ein Sujet, das Abendmoderator Yves Keller, besser bekannt als «Chäller», präsentierte. Christian Di Ronco sei nicht nur beim Papst gewesen, sondern sogar auf dem Mond. Und er sei auch der «Bachelor der Politik». Denn: «Christian schaut politisch in alle Richtungen», so Keller. Und er ist auch Kapitän auf einem Traumschiff, auf dem seine Co-Kapitäne aber keine bekannten Schauspieler sind, sondern Pentti Aellig (SVP) und Angela Penkov (SP).
Die FDP/Mitte-Fraktion und der Krawatten-Knopf
Was kann Christian Di Ronco, der politische Allrounder und Vielerfahrene überhaupt nicht? Krawattenbinden! Diese Schwäche entlarvte FDP-Kantonsrat und Krawatten-Aficionado Raphaël Rohner, der nach eigenen Angaben über 100 Krawatten besitzt. An der Aufgabe, innert 30 Sekunden eine Krawatte zu binden, scheiterte der neue höchste Schaffhauser krachend.
Die Fraktion schenkte ihm dann fünf unterschiedlich farbige Krawatten. Jede einzelne mit einem Aufdruck versehen, der zu den Parteien im Parlament passen sollte. So gab es eine grüne Krawatte mit der Aufschrift «Kleider machen Leute», eine rote mit «Nur ruhig Blut!», eine gelbe mit «Bitte Ruhe!» und eine blaue mit «Bleibt cool!» – Erraten Sie, wem diese Krawatten gewidmet sind?
Der Christian-Di-Ronco-Reim
Welcher Kantonsrat reimt gut und gerne? Es ist SVP-Kantonsrat Peter Scheck, er setzt Pointen – und das ganz keck … Wir überlassen Ihnen hier das ganze Gedicht zu Ehren von Christian Di Ronco.
Verehrte Damen, Herren und Diverse hören Sie nun ein paar Verse, sozusagen zur Erbauung während der Verdauung. Damit man sagen kann: Mä kennt en, Unseren neuen Präsidenten, blenden wir etwas zurück verschaffen uns den Überblick. Biografisch Interessantes und nicht immer Relevantes sind der Inhalt dieser Zeilen. Lassen wir uns kurz verweilen bei dem Lebenslauf des Mannes, von dem man sagt: der kann es.
Roncos sind, so kann man lesen, Rodungsflächen einst gewesen. Im Tessin und in Italien zwecks Anbau von Fressalien, rodete man halt ungeniert den Wald.
Doch irgendwann kam eine Not, und immer knapper ward das Brot. Es zogen viele dann nach Norden zu entweichen diesen Sorgen. Vielleicht sind so auch die edlen, frommen Di Roncos einst zu uns gekommen und sind dann dort gelandet, wo der Rhein durch Felsen brandet.
Neuhausen einst: Idyllle pur umsäumt von üppiger Natur. Vom Rheinfall bis nach Dachsen war das Becken voll von Lachsen. Ein Fischerdorf am Rheine – ein paar Kühe, Ziegen, Schweine erblickte man – daneben ausserdem noch ein paar Reben. Hoch oben dann – uns kommt das Grausen: Das Hochgericht der Stadt Schaffhausen. Der Galgenbuck – man höre heut› nur noch bekannt als Tunnelröhre. Es mussten dort – so s›ist kaum zu fassen mehr als Tausend einst ihr Leben lassen.
Vor rund 150 Jahren haben wir erfahren wars dann aus mit Fisch und Vieh, denn es kam die Industrie. Die Alusiossse und SIG brachten Jobs und no vil meh. Es stand der Kran an allen Enden Planung hiess nur Zeit verschwenden. Regellos ward nur gebaut und das Ortsbild so versaut. Das Dorf ist heut, was jeder weiss, untauglich für den Wakkerpreis.
In diesem Orte, alsodann, sehen wir den Christian. Braver Lehrling, Technikum Fehlt noch im Curriculum Ein Abschluss ehrenhaft in Betriebswirtschaft. All dieses hat er drum zack zack in jungen Jahren schon im Sack. Fleiss und Wille führten drum ihn ins Unternehmertum.
Ein braver Mann und wenig eitel, ein Ehrenmann von Fuss bis Scheitel. Solche Neigung – ohne Witze reisst nicht jedermann vom Sitze. Nur Gutes tun, muss man erwähnen, führt den Hörer bald zum Gähnen. So fragen wir auf andre Weise den Christian leise: Oh Christian, oh hettisch nid äso en chline Fetisch? Sowas, das, weil›s nicht gefällt gerne man für sich behält. Doch! Hat er: Seine Schwäche sind seit langem alte Bleche mit brummenden Motoren, kam es uns zu Ohren. Alte Autos – unbestritten etwas jenseits heut›ger Sitten; es stösst ja aus – oh nei mehrere Gramm Co2. Der Verzicht aufs Dach wird begründet in der Sach› dass die Leut›, die aussen gehn den stolzen Fahrer besser sehn. So kauft› er einst voll Tatendrang sich einen alten Ford Mustang. Auch fährt er dann, wie nid grad vieli, einen schönen Austin Healy. Doch: rote Farbe, links gesteuert sagt so einer, der bescheuert «es typischs Auto für en Sozi.» Doch dieser ist ein blöder Motzi.
Er ist, so sag ich bitte, ein guter Mann der Mitte. Bei der drohenden Verheissig mit überall nur Tempo dreissig ist fahren mit so schönen Karren der allergrösste Schmarren. Falls irgendwann ein Fahrverbot von bösen Ideologen droht. So bastelt dort, für alle Fälle der Christian auch noch Modelle von Autos, solchen lieben und frönt so weiter seinen Trieben.
Wir fahren fort – nehmt es in Kauf mit dem weitern Lebenslauf. Früh schon wendet seinen Blick Di Ronco auf die Politik. Sei›s Schule, sei›s der Bau, sein›s die Heime: ganz genau ist unser Präsident voll in seinem Element. Wären nicht auf diesen wunderbaren Burgunwiesen, einst Park- und Chilbiplatz in einem, mit einem Heime zu vereinen? Die Mittel wären wohl vorhanden. Die Sache? Noch nicht ausgestanden.
Die Heizung zu ersetzen führt hierzulande zu entsetzen. Die Eifrigen im Departement, das man künftig nennt: «für Bau- und Zwangsmassnahmen», sprengte nun den Rahmen des Gesetzes Willen so ganz im Stillen. Christian ging in die Vollen verlangte die Kontrollen der Normen bei Gericht. Dieses spricht: Nicht in Ordnung, die Verordnung. Regierende, nehmt euch in Acht Der Christian der wacht, dass die Verordnung bleibt konform mit der vom Rat gesetzten Norm.
So, liebe Leut genug für heut. Wir sagen nun: mä kennt en unsern Präsidenten diesen tollen. Erheben wir die Gläser nun, die vollen. Ein Schluck sei allen Pflicht, denn trockne Lampen leuchten nicht.
Bayrische Politsatire
In einem weiteren Unterhaltungsteil war es das Duo «Ignaz und Peperl», die mit bayrischer Politsatire auf die Bühne kamen. Arnold Isliker nannten sie einen Strassenflüsterer, weil er sich für Flüsterbelag einsetze – und darum einen riesen Lärm mache… Auch Finanzdirektorin Cornelia Stamm Hurter bekam ihr Fett weg. Ihr wurde ein Frühbudgetkurs empfohlen (in Anlehnung an die Debatte um Frühfranzösisch). Damit sie sich künftig nicht jedes Jahr um 100 Millionen Franken verrechne beim Kantonsbudget.
Und die FCS-Spieler bekämen vom neuen Investor Fahrräder auf Weihnachten. Denn so würden sie wieder lernen, wie man aufsteige.
Das Rats-Quiz
Von der linken Fraktion des Rates gab es ein Quiz zu den Mitglieder des Kantonsrats. Di Ronco und seine Helferin Nina Schärrer und Helfer Arnold Isliker schlugen sich wacker beim Sortieren der Alter ihrer Ratskolleginnen, beim Zuordnen von Kleiderausschnitten oder beim Erraten von KI-generierten Bildern. Diese möchten wir Ihnen hier nicht vorenthalten.