Vom Buchberger Volg nach Osteuropa: Die Aktion Weihnachtspäckli bringt Freude
Alle Jahre wieder beschenken Menschen aus der Schweiz Männer, Frauen und Kinder in Osteuropa mit einem Päckli. Die «Aktion Weihnachtspäckli» startete vor 31 Jahren mit 26 Geschenken, aktuell werden in den Verteilgebieten 117’000 Menschen überrascht.
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Barbara Erdmann ist Pfarrerin der Kirchgemeinde Buchberg-Rüdlingen, die hier für die «Aktion Weihnachtspäckli» verantwortlich ist. Seit etwa 15 Jahren werden hier Päckli für die Aktion gepackt, und das direkt im Volg-Laden. Mit Freude und topmotiviert helfen die Kinder, die den Präparanden-Unterricht besuchen, bei der Aktion mit. Sie packen ein, was auf den Listen vorgegeben ist, helfen den Spendern beim Einkaufen und suchen die Artikel im Laden zusammen, die in die Päckli gehören.
Diese sind nämlich vorgegeben: Nur haltbare und nicht verderbliche Lebensmittel landen in den Geschenken und nützliche Dinge, die am Zielort fehlen, wie Kerzen, Schreibwaren oder Seifen. Als Zusatz kommen auch kleine Spielsachen für die Kinder oder wärmende Socken und Mützen in die Schachteln. So bekommen die Beschenkten alle in etwa das Gleiche – und die Chauffeure, die mit den Lastwagen die Geschenke an die Zielorte fahren, können am Zoll ausweisen, welche Waren sie mitführen.
Teil des kirchlichen Unterrichts
«Aus meiner Sicht ist das eine wunderbare Aktion. Geschenke an unbekannte Personen zu machen, die weit weg sind, in der Hoffnung, dass genau dieses Päckli an die richtige Person kommt. Ein gutes Thema, um im kirchlichen Unterricht mit den Kindern über Geschenke ins Gespräch zu kommen», sagt Barbara Erdmann.
«Aus meiner Sicht ist das eine wunderbare Aktion.»
Viele Leute aus den Dörfern unterstützen die Aktion mit Sachspenden, wie Schüleretuis, Kappen und Socken: «Wir haben seit Jahren eine Frau, mittlerweile ist sie 100 Jahre alt, die viel strickt und uns einen ganzen Sack voller Mützen spendet.» Bei dieser Aktion im Volg seien die Kinder jeweils mit grosser Begeisterung und Elan dabei. «Ich habe gestern von einer Mutter gehört, dass sich ihr Sohn seit Langem auf diese Aktion gefreut hat, er war vor Jahren mal im Volg, als ein älteres Geschwister dabei war – und das wollte er auch.» Total wurden in Buchberg 45 Pakete gemacht, gemischt für Kinder und Erwachsene.
Die lange Reise beginnt in Frauenfeld
Martin Kurz ist Missions- und Geschäftsleiter von der Organisation «Licht im Osten», eines der vier Hilfswerke der Aktion Weihnachtspäckli, welche diese Aktion Jahr für Jahr organisieren. Im Paketlager in Frauenfeld werden Päckli aus der ganzen Deutschschweiz gesammelt und für den Transport bereitgestellt. Auch die Päckli aus Buchberg sind hier irgendwo auf einer der unzähligen Paletten bereit, eine lange Reise anzutreten. Hier finden die Verladungen auf die LKWs statt, die sich dann mit viel Freude im Gepäck nach Osteuropa aufmachen.
Von 26 auf 117′000 Päckli gesteigert
«Vor 31 Jahren fuhren wir mit den ersten 26 Päckli in die Ukraine», erinnert sich Martin Kurz. Seither ist die Aktion stetig gewachsen. «Wir waren letztes Jahr bei 117′000 Päckli über die ganze Aktion angelangt.» Im Lager in Frauenfeld werden 14 Sattelschlepper verladen, die gesamte Aktion füllt 40 Lastwagen. «Jeder Transport kostet viel Geld. Im Durchschnitt rund 4000 Euro», erklärt Martin Kurz. Auch dafür werden Sponsoren gesucht.
Anton Vasiltov fährt in seine Heimat Moldawien
Gerade wird der Lastwagen von Anton Vasiltov mit Weihnachtspäckli beladen. Der Chauffeur kommt aus Moldawien und hat ein eigenes Fuhrunternehmen. Was speziell ist: Sein Lastwagen ist mit dem Logo «Licht im Osten» beschriftet. «Er übernahm einen älteren Lastwagen von uns, als Kreditnehmer», erklärt Martin Kurz: «Licht in Osten» packt nicht nur Weihnachtspäckli, sondern ist unter anderem auch in der Gewerbeförderung in Moldawien aktiv. So ist Anton Vasiltov zum Unternehmer geworden und kann heute seinen Lebensunterhalt selber verdienen. «Hallo, ich bin Anton», begrüsst er uns freundlich in Rumänisch, Martin Kurz übersetzt für uns, was für eine Reise Anton nun bevorsteht.
Mit Geschenken zurück in die Heimat
Der 44-Jährige habe vor zwei Jahren angefangen, mit dem eigenen Lastwagen zu arbeiten. «Ich komme jedes Jahr hierher und bringe Geschenke in unsere Heimat. Vor zwei Wochen war ich schon hier und habe mit meinem Lastwagen Geschenke nach Sofia, Straseni und Stauceni gebracht.»
«Vor zwei Wochen war ich schon hier und habe mit meinem Lastwagen Geschenke nach Sofia, Straseni und Stauceni gebracht.»
Dabei sei er durch Deutschland, Österreich, Ungarn und Rumänien gefahren. Die Strassen seien gut passierbar gewesen und er konnte 4000 Päckli an den Zielorten deponieren, die nun an die Menschen verteilt werden. «Unsere Partner hätten gerne noch viel mehr ausgeladen», sagt Anton Vasiltov und ergänzt: «So viele Menschen freuen sich darauf, die Pakete zu bekommen.»
«So viele Menschen freuen sich darauf, die Pakete zu bekommen.»
Wie sehr, weiss Martin Kurz, der bald selber nach Osteuropa reist. Er verteilt auch Päckli und die Bilder bestätigen, was Anton Vasiltov sagt: «So viele Menschen freuen sich darauf.» Auch die Buchberger Päckli werden 45 Menschen zum Strahlen bringen, das ist sicher.