Gesundheit, Bildung, Zukunft: Darum lohnen sich Aus- und Weiterbildungen in der Pflege
Gesundheit, Bildung und Zukunft. Diese drei Worte hat sich die Organisation der Arbeit Gesundheit Schaffhausen (Odag), das Dienstleistungszentrum für Gesundheitsberufe im Kanton Schaffhausen, auf die Fahne geschrieben. Ein Teil davon: Die Ausbildung zur Diplomierten Pflegefachperson HF. Absolvierende erzählen, warum sich das lohnt.
Vieles. Ein Beruf im Pflegebereich gibt einem vieles, wie fünf Frauen und ein Mann, die sich in Aus- oder Weiterbildung im Pflegebereich befinden, beschreiben. Dass eine Tätigkeit in diesem Feld sinnhaft ist, weiss man auch bei der Organisation der Arbeit Gesundheit Schaffhausen (Odag), dem Dienstleistungszentrum für Gesundheitsberufe im Kanton Schaffhausen. Ebenso, dass es gut qualifiziertes Personal braucht und dafür wiederum entsprechende Bildungsangebote. Gemäss den drei Eckpunkten Gesundheit, Bildung und Zukunft unterstützt die Odag Ausbildungsbetriebe und Auszubildende und engagiert sich in kantonalen und nationalen Gremien und Verbänden.
Eines der grossen Anliegen des Zentrums: Menschen dazu motivieren, die Aus- oder Weiterbildung zur Diplomierten Pflegefachperson HF anzugehen. Wer bereits eine Ausbildung zur Fachperson Gesundheit gemacht hat, kann die Höhere Fachschule in zwei Jahren absolvieren. Ansonsten ist es ein dreijähriges Studium. Voraussetzung: Einen der Infoabende am Berufsbildungszentrum (BBZ) des Kantons Schaffhausen beim Charlottenfels 2a in Neuhausen am Rheinfall zu besuchen. Nächste Daten: 25. Februar, 4. März, 1. April, 6. Mai, 3. Juni 2026. Mehr Informationen und Anmeldung: www.bbz-sh.ch.
Alicia
Alicia ist 18 Jahre alt und in der Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit EFZ in einem Alterswohnheim in Schaffhausen. Wenn sie diese beendet hat, möchte sie die Höhere Fachschule zur Diplomierten Pflegefachfrau absolvieren.
Alicia, beschreibe deinen Beruf in aller Kürze.
Pflege ist vielfältig und jeden Tag kommt etwas Neues auf einen zu. Jeden Abend gehe ich mit einem Lächeln nach Hause, weil ich weiss, ich habe etwas Schönes für die Menschen gemacht.
Was hast du von einer älteren Person gelernt, das in keinem Lehrbuch steht?
Dass man seinen eigenen Weg gehen und Ziele, die man hat, unbedingt erfüllen soll. Nicht, dass man später etwas bereut, was man nicht getan hat.
Was erhoffst du dir von deiner jetzigen Ausbildung?
Auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen zu können. Für mich sind die Bewohnenden und ihre Stärken im Fokus, nicht ihre Schwächen, und ich möchte ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Hafsa
Die 33-jährige Hafsa absolviert in einem Alterswohnheim die Ausbildung zur Diplomierten Pflegefachfrau. Bald ist sie damit fertig – und könnte sich gut vorstellen, weiterhin im Zentrum zu arbeiten.
Hafsa, beschreibe deinen Beruf in aller Kürze.
Pflege ist ein grosses Wort, das vieles beinhaltet. Sei es Mitgefühl und Empathie, Hilfestellung oder die Würde der Bewohnenden zu erhalten und auch Medizintechnisches.
Wenn du dein erstes Ausbildungsjahr mit deinem jetzigen vergleichst, was ist der grösste Unterschied?
Im ersten Ausbildungsjahr hat man noch nicht so viel Verantwortung, das ist im dritten anders. Auch das Verständnis, beispielsweise für Anatomie, ist grösser.
Wann warst du das letzte Mal besonders stolz auf deine Arbeit?
Mich macht meine Arbeit immer stolz, und ich gehe zufrieden nach Hause. Ich bin froh, wenn die Bewohnenden glücklich sind über die Arbeit, die man geleistet hat, und sich bedanken.
Anamarija
Anamarija ist 27 Jahre alt und hat im Psychiatriezentrum in Schaffhausen bereits die Hälfte der dreijährigen Ausbildung zur Diplomierten Pflegefachfrau absolviert.
Anamarija, beschreibe deinen Beruf in aller Kürze.
In der Psychiatrie wird ersichtlich, wie komplex der Mensch ist. Es ist faszinierend zu sehen, wie viel Stärke Menschen entwickeln können, obwohl sie eigentlich am Boden sind. Psychiatrische Pflege bedeutet für mich, gemeinsam Wege zu finden, wenn jemand selbst keinen mehr sieht.
Beim Thema Psychiatrie denken viele Menschen an sehr schwierige Themen. Was erlebst du in deinem Berufsalltag, das Mut und Hoffnung gibt?
Jedes Dankeschön, das von den Patientinnen und Patienten kommt.
Was hast du aus einer Krisensituation gelernt, das dir auch im Privatleben hilft?
Gefühle nicht sofort zu bewerten, sondern zu merken, welches Bedürfnis ein Mensch in einer Krise hat. Achtsame Kommunikation kann stark wirken. Im Privatleben kann ich so schwierige Gespräche besser angehen, mich selbst zurücknehmen, dem Gegenüber wirklich zuhören und gleichzeitig Grenzen für den Selbstschutz setzen.
Annette
Die 50-jährige Annette kommt ursprünglich aus dem Gastrobereich. Nun arbeitet sie bei der Spitex und absolvierte dort das dreijährige Studium zur Diplomierten Pflegefachfrau.
Annette, beschreibe deinen Beruf in aller Kürze.
Pflege heisst, für einen Menschen da zu sein in seinen Hochs und Tiefs, ihn zu begleiten, mit ihm Ziele zu finden und einen Plan zu machen, wie man diese erreichen kann.
Welche Begegnung hat dich zuletzt besonders berührt?
Ich glaube, es sind viele Momente. Vor allem jene, in denen ein Lächeln entsteht, das eine Brücke baut von Mensch zu Mensch.
Wie hat deine Arbeit deine Sicht auf die Gesundheit verändert?
Ich habe viele Krankheitsbilder und die Physiologie und Anatomie kennengelernt. Was mich beruhigt, ist, dass der Körper oft einen Plan B hat. Unser Körper ist ein Wunder.
Maare und Saimen
Maare und Seimen absolvieren beide die Ausbildung zur Diplomierten Pflegefachperson im Spital.
Saimen, beschreibe deinen Beruf in aller Kürze.
Saimen: Er ist vielfältig! Die Ausbildung ist nicht nur eine Schule, sie ist eine Lebensschule.
Maare, im Spital geht es sicher oft hektisch zu und her. Wie unterstützt ihr euch im Team gegenseitig?
Maare: Die interdisziplinäre Arbeit ist sehr wichtig. Alle wissen, wie es läuft, so kann man sich in stressigen Situationen gegenseitig unterstützen.
Welchen Aspekt eurer Arbeit findet ihr besonders spannend?
Saimen: Den Patientenkontakt im Zusammenhang mit der Medizinaltechnik. Man sieht vieles und lernt vieles.
Maare: Es gibt einem ein gutes Gefühl, dass man kranken Menschen helfen kann.
