Die Steiner Märlistadt ist erwacht: Die besten Bilder
Die diesjährige Märlistadt steht ganz im Zeichen eines königlichen Abenteuers: «Der Froschkönig» verzaubert in diesem Winter die historische Altstadt. Am Mittwoch wurde die 24. Ausgabe mit feurigen Reden und zünftigen Klängen der Trychlergruppe Kälin feierlich eröffnet.
Jedes Jahr kehrt sie zurück – und sorgt doch stets aufs Neue für Überraschungen: die Steiner Märlistadt. Seit 24 Jahren zieht sie bis zu 70’000 Besucherinnen und Besucher an und hat sich zu einem festen Bestandteil der Winterzeit entwickelt. Bei der Eröffnung zeigte sich OK-Präsident Antonino Alibrando begeistert über die Entwicklung des Grossanlasses. Er begrüsste zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur, darunter Ständerat Severin Brüngger, Regierungsrätin Cornelia Stamm Hurter und Stadtpräsidentin Corinne Ullmann.
«Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Ehrenamt ist Arbeit, die unbezahlbar ist.»
Immer wieder betonte Alibrando, die Märlistadt sei «die schönste Kulisse der Schweiz». Besonders hob er das kommende Jubiläum hervor: Im nächsten Jahr wird bereits die 25. Ausgabe gefeiert. Dafür wünsche man sich noch den einen oder anderen Sponsor, um diese besondere Ausgabe «so wunderschön wie nur möglich» zu gestalten.
Wachsende Medienpräsenz
Ein weiterer Höhepunkt seiner Ausführungen war die wachsende Präsenz in den Medien. Stolz verwies Alibrando auf Berichte im «Blick», der die Veranstaltung als «stimmungsvolle Alternative zu überfüllten Weihnachtsmärkten» lobt. Auch das Migros-Magazin sowie weitere Publikationen berichteten über Stein am Rhein.
Für Lacher sorgte zudem ein Instagram-Post, der zur Märlistadt einlädt, als Höhepunkt aber den beleuchteten Rheinfall nennt: «Immer dem Rauschen nach», kommentierte Alibrando schmunzelnd. Die Werbung zeige Wirkung – inzwischen hat sich sogar eine Reisegruppe aus Kanada angekündigt.
Neben der touristischen Bedeutung rückte Andrea Kubli, Präsidentin von KulturStein, die soziale Funktion des Anlasses in den Mittelpunkt. Die Märlistadt hole Menschen in der dunklen Jahreszeit aus der Isolation und ermögliche auch finanziell weniger gut Gestellten die Teilnahme am öffentlichen Leben. Über 90 Prozent der rund 153 Veranstaltungen seien kostenlos zugänglich – ein wichtiges Zeichen für Zusammenhalt und Offenheit. Kubli schloss mit einem motivierenden Appell: «Ich bin bereit für die Märlistadt – seid ihr es auch?»
Mehr helfende Hände – nicht nur während der Märlistadt, sondern das ganze Jahr über – wünscht sich Kubli dennoch. Die Vorbereitungen beginnen jeweils bereits 1,5 Jahre im Voraus. Auch das Märchen für das Jubiläumsjahr steht schon fest – mehr wurde jedoch noch nicht verraten.
2142 Stunden und 581 Aufgaben
Getragen wird die Märlistadt auch vom starken Engagement vieler Freiwilliger. Insgesamt 62 Helferinnen und Helfer leisten über 2142 Stunden in 581 Aufgaben – vom Auf- und Abbau bis zur Betreuung der Gäste. «Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Ehrenamt ist Arbeit, die unbezahlbar ist», betonte Alibrando. Unterstützt wird der Anlass zudem von zahlreichen Sponsoren und Partnern, darunter die Stadt Stein am Rhein und regionale Unternehmen. Dank der Jakob-und-Emma-Windler-Stiftung können Kinder rund 30'000 Fahrten während der Märlistadt mit dem nostalgischen Karussell von 1948 kostenlos drehen.
Auch digital begeistert der Anlass: Über 3,2 Millionen Seitenaufrufe pro Saison verzeichnet die Website. «Zuerst dachte ich, das sei ein Fehler», so Alibrando – doch die Zahlen bestätigen den Erfolg. Für das Jubiläumsjahr kündigte er zusätzlich einen neuen Internetauftritt an.
Ein fester Bestandteil des Rahmenprogramms ist der Märliweg. Yvonne Semken hat die Geschichte «Der Froschkönig» in 20 liebevoll gestalteten Bildern umgesetzt.
«Ein Ort voller Zauber»
Im Anschluss an die Eröffnung begab sich die Festgemeinde auf den Rathausplatz. Dort durften die traditionellen, kräftigen Klänge der Trychlergruppe Kälin nicht fehlen – sie läuteten die Märlistadt endgültig ein. Auf der Bühne richtete Stadtpräsidentin Corinne Ullmann ihre Grussworte an das Publikum: «Bis am 4. Januar können wir die besondere Atmosphäre geniessen», sagte sie und dankte dem OK für die vielen freiwillig geleisteten Stunden und das grosse Herzblut. Ohne dieses Engagement sei ein solches Erlebnis gar nicht möglich. «Wieder verwandelt sich unsere Stadt in einen Ort voller Zauber, an dem Nostalgie und Lebensfreude Hand in Hand gehen», fasste Alibrando abschliessend zusammen – stolz und voller Vorfreude.