Nach Burgunwiese-Abstimmung: Verwaltungskommission legt mit SIG-Areal neuen Standort für Pflegezentrum vor

Ralph Denzel | 
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Hier soll das neue Alterszentrum entstehen. Visualisierung: zVg

Im SIG-Areal soll ein neues Pflegezentrum entstehen, welches eigentlich an der Burgunwiese hätte stehen sollen. Ist diese jetzt endgültig als Standort vom Tisch? Nein.

Nach einer umfassenden Prüfung verschiedener Standorte hat die Verwaltungskommission des Alterszentrums und Spitex Neuhausen am Rheinfall entschieden, die Planung des neuen Pflegezentrums auf dem SIG-Areal weiterzuverfolgen. Das teilte sie in einer Medienmitteilung mit. Der Standort erfülle die betrieblichen, städtebaulichen und finanziellen Anforderungen am besten.

Hintertür Burgunwiese bleibt offen

Ist damit das Thema Pflegeheim auf der Burgunwiese endgültig vom Tisch? Mitnichten. «Die Verwaltungskommission ist nach wie vor der Meinung, dass die Burgunwiese der beste Standort wäre», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Eine Realisierung an diesem Standort sei aktuell aber nicht möglich. Sollte sich die Ausgangslage rund um die Burgunwiese bis Ende 2026 verändern, könnte das Projekt aber bis dahin zurückgeführt werden. «Für diesen Fall wurde mit der SIG Gemeinnützige Stiftung eine Ausstiegsklausel vereinbart, wobei die bereits entstandenen Planungskosten vollständig vom Alterszentrum und Spitex Neuhausen getragen würden», heisst es in der Medienmitteilung weiter.

Rückblick: 2022 war die Neuhauser Stimmbevölkerung aufgerufen, über die Zukunft der Wiese zu entscheiden. Soll die Burgunwiese gemäss Burgunpark-Initiative ganzflächig zum Park umgestaltet werden, oder soll auf der Burgunwiese entsprechend einem Gegenvorschlag des Gemeinderats der Bau eines Pflegeheims ermöglicht werden? Dies, indem der öffentlich-rechtlichen Anstalt Alterszentrum und Spitex Neuhausen am Rheinfall eine Teilfläche im Baurecht abgegeben wird. Auf der restlichen Fläche sollte ein Park ermöglicht werden. Die 57 Prozent der Bevölkerung entschieden sich für Ersteres. 2025 wurde jedoch eine Kreditvorlage zur Schaffung eines öffentlichen Parks wiederum abgelehnt.

Lange Suche nach geeignetem Standort

Seit der ersten Abstimmung 2022 wurden daher verschiedenste Örtlichkeiten geprüft, so das Heim Schindlergut, das Kirchackerareal, ein Privatgrundstück neben der Burgunwiese sowie das Rivi (ehemals Rhytech-Areal). Keiner dieser Orte habe sich als rundum geeignet erwiesen, weil zentrale Kriterien wie Barrierefreiheit, Erreichbarkeit, genügend Aussenraum, betriebliche Effizienz oder städtebauliche Verträglichkeit nicht erfüllt werden konnten, so die Kommission.

Anders beim SIG-Areal: Mit der rechtskräftigen Umzonung der Sonderzone Ebni desselben im August 2024 ergab sich eine neue Option. «Gemeinsam mit der Arealeigentümerin SIG Gemeinnützige Stiftung wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt», heisst es in der Medienmitteilung. Diese zeigte, dass ein modernes Pflegezentrum auf dem Areal realisiert werden könne. Der Standort biete eine sehr gute Erreichbarkeit, da die Bus- und Bahnhaltestellen direkt vor dem Areal liegen. Es könnten grosszügige Grünflächen von rund 3000 Quadratmetern geschaffen werden. Die Nähe zum Zentrum und zum Industrieplatz wurde als zusätzlicher Vorteil bewertet.

Die SIG Gemeinnützige Stiftung plant ausserdem Alterswohnungen (betreutes Wohnen) direkt neben dem Pflegezentrum, deren Bewohnerinnen und Bewohner die Dienstleistungen des Pflegezentrums nutzen können. Dies führe zu einer sinnvollen Ergänzung der bestehenden und geplanten Nutzungen auf dem Areal.

Höhere Kosten und Taxen

Das alles hat aber auch seinen Preis: Die Gesamtkosten für den Neubau werden bei rund 51 Millionen Franken liegen, hat die Kommission berechnet. Die SIG Gemeinnützige Stiftung soll den Rohbau erstellen und vermietet diesen an das Pflegezentrum. Der Innenausbau soll vom Pflegezentrum finanziert werden. Für die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall entsteht hingegen kein zusätzlicher Finanzierungsbedarf.

Die Aufteilung des Zentrums. Visualisierung: zVg

Dafür werden die künftigen Betriebskosten voraussichtlich rund 20 Prozent höher sein als beim früher geplanten Projekt auf der Burgunwiese, so die Kommission. Die Taxen werden sich entsprechend entwickeln, bleiben jedoch im interkantonalen Vergleich im mittleren Bereich.

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