Dieser Mann hält den Weltrekord für die meisten Namen – warum einer davon Schaffhausen ist
Wer ins Guinness-Buch der Rekorde kommt, hat meistens irgendein spezielles Talent. Was aber, wenn man keines hat? Der Neuseeländer Laurence Watkins nahm einfach über 2000 Namen an. Einer davon: Schaffhausen.
Vielleicht kennen Sie das: Wer einen Doppelnamen hat, oder einen Zusatznamen, bekommt diesen eher selten zu hören. Wenn, dann weil man entweder auf einem Amt unterwegs ist, wo man mit pingeliger Genauigkeit auch diesen Namen benutzen muss. Oder wenn man ein bisschen weiter zurückgeht, wenn man vielleicht gerade kurz davor war, eine Standpauke der eigenen Eltern zu bekommen, die mit der Nennung des vollständigen Namens nochmals unterstreichen wollen, wie arg die Schwierigkeiten gerade waren, in denen man sich befand.
Beim Neuseeländer Laurence Watkins dürfte es aber ziemlich sicher eher selten vorkommen, dass er seinen vollständigen Namen hört. Einerseits dürfte der Mann mit seinen 60 Jahren kaum noch eine Standpauke von seinen Eltern bekommen. Andererseits gibt es wohl kein Amt der Welt, welches sich die Mühe macht, seine sämtlichen Namen zu nennen. Und für seine Freunde ist er, laut eigener Aussage, einfach «Laurence», ohne Zusätze. Würde man derweil seinen kompletten Namen nennen, dann würde das, laut Watkins eigener Aussage, insgesamt 20 Minuten dauern.
Warum? Sein vollständiger Name besteht aus 2253 einzelnen Wörtern. Damit hält er den Guinness-Weltrekord.
Geht man diese Namen aber durch, fällt vor allem der 2238. Name auf (ja, wir haben durchgezählt): Denn Watkins heisst zusätzlich auch Schaffhausen.
Sucht man andere Schweizer Städte, wie Zürich, Genf, Lausanne oder sonstige Orte, die man hier finden könnte und die vielleicht auch bekannter sind als die Munotstadt, wird man derweil enttäuscht.
Wie kam es also, dass Schaffhausen bei diesem Weltrekord beteiligt sein durfte? Wir haben direkt beim Rekordhalter persönlich nachgefragt.
So kam die Inspiration für all die Namen
Laurence Watkins beschrieb sich in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CNN mal als «normalen Menschen ohne besondere Talente». Da er aber fasziniert von Weltrekorden war und selbst gerne einen hätte, kam er auf die Idee mit dem längsten Namen der Welt. Dieser wurde 1990 genehmigt, 1992 vom Guinness-Buch anerkannt. Damals 2310.
Dieses Jahr wurde der Name neu kategorisiert und wird nun als «längster persönlicher Name der Welt» aufgeführt. Dabei wurde die Gesamtzahl auf 2253 einzelne Namen korrigiert, um den Rekord genauer widerzuspiegeln.
Und eben, der 2238. davon ist Schaffhausen. Hat Watkins etwa eine spezielle Verbindung zu der Munotstadt? Nein, sagt der 60-Jährige. «Ich habe leider keine Verbindung mit diesem wunderschönen Land und war auch noch nie in Schaffhausen», sagt er auf Anfrage der SN.
Woher kam dann die Inspiration? «Ich habe mal für die Stadtbibliothek in Auckland gearbeitet. Da ist man zwangsläufig immer von Büchern umgeben», erinnert er sich. Er habe dort auch sehr viel gelesen. Daher komme es auch, dass er einen Grossteil seiner Namen aus Büchern habe. So findet man lateinische und altenglische Namen, aber auch die von berühmten Persönlichkeiten und natürlich das «Best of» aus den «Name Your Baby»-Büchern. Aber auch die Maori-Kultur, die in Neuseeland heimisch ist, durfte ihm als Namenspate herhalten.
Wo er dann letztlich Schaffhausen aufgeschnappt habe, könne er sich, nach fast 35 Jahren, beim besten Willen nicht mehr erinnern. Was er aber sagen kann: «Schaffhausen ist einer meiner Lieblingsnamen und ich bin stolz, dass ich diese Stadt als Namen tragen kann.»
Sollte er sich dann doch mal entschliessen, seine «Namensstadt» zu besuchen, kann er sich ja selbst überzeugen, ob es eine gute Entscheidung war, sich auch «Schaffhausen» zu nennen.